Jahrgang 
1895
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IV. 25 Exemplare des Kaiser-Friedrichs-Liedes, von dem Dichter, Herrn Benze v. Benzen- hofen. V. Von Herrn Dr. Deifsmann in Marburg dessen SchriftJohann Kepler und die Bibel. VI. Von dem Dichter, Herrn Karl Stelter,Begrüfsungsgedichte an das Königl. humanist. Gymnasium in der Urschrift. VII. Von verschiedenen auswärtigen höheren Lehranstalten Diplome. Die Herbstferien dauerten vom 14. August bis zum 19. September.

Mit dem 20. August legte der Direktor, Herr Dr. Paehler, der 20 Jahre die Anstalt geleitet hatte, sein hiesiges Amt nieder, um als Rat in das Königl. Provinzial-Schulkollegium zu Kassel einzutreten. Vom 21. August bis 30. September hatte der Oberlehrer Professor Dr. Flach die Vertretung des Direktors. Durch Ministerial-Erlaſs vom 17. August war dem seitherigen Direktor des hiesigen Königl. Realgymnasiums Professor Dr. Fischer die Direktion des humanist. Gymnasiums vom 1. Oktober ab übertragen worden, an welchem Tage derselbe durch Herrn Geheimerat Dr. Lah- meyer in sein jetziges Amt eingeführt wurde.

Mit Beginn des Wintersemesters trat neu ein der Hilfslehrer O. Müller.

Am ersten Oktober schied aus dem Lehrerkollegium der Hilfslehrer W. Schmidt, um am hiesigen Königl. Realgymnasium eine Vertretung zu übernehmen. Kurz darauf trat der Hilfslehrer Dornseiffer auf ½ Jahr zu unentgeltlicher Beschäftigung ein.

Am 28. Januar veranstaltete der Gymnasial-Musikverein unter der Leitung des Herrn Kammer- musikers Hertel in der Turnhalle ein von den Zuhörern mit grofsem Beifall aufgenommenes Konzert.

Die Weihnachtsferien dauerten vom 24. Dezember 1894 bis zum 8. Januar 1895.

Am 14. Februar unterzog Herr Geheimer Regierungs- und Provinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer das pädagogische Seminar einer eingehenden Revision.

Am 27. Februar verschied infolge der Influenza ein braver Schüler der Obertertia B, Her- mann Schmidt. Unsere besondere Teilnahme drückten wir dadurch aus, dafs seine Lehrer und Mitschüler ihm am 2. März das letzte Geleite gaben.

Das hohe Geburtsfest Seiner Majestät des Kaisers und Königs begingen wir am 26. Januar, durch eine Vorfeier in der Turnhalle, bei der Oberlehrer Mosheim die Festrede hielt.

Der Gedächtnistage vom 15. Juni, 18. Oktober, 9. und 22. März wurde in entsprechender Weise gedacht.

Der Gesundheitszustand war bei Lehrern und Schülern im ganzen günstig, etwa bis Ende Januar; von da ab erkrankten ziemlich viele Schüler, insbesondere in der untersten und obersten Klasse. Mehrere Abiturienten haben trotz Erkrankung die schriftlichen Arbeiten gemacht, nur einer mulste die Prüfung unterbrechen und zwei Arbeiten nachliefern. Auch bis zur münd- lichen Prüfung waren nicht alle wiederhergestellt.

Zum Schlufs kann auch der gegenwärtige Berichterstatter nur mit lebhaftem Bedauern kon- statieren, dals die Erbauung einer zweiten Turnhalle sowie die Erwerbung eines Turn- und Spiel- platzes noch immer Desiderien geblieben sind. Wenigstens ist jetzt durch die Zuwendung von 1500 Mk. seitens alter Schüler ein Anfang zur Erwerbung eines Turn- und Spielplatzes gemacht, und warme Teilnahme ist auch in den Kreisen der Eltern und Freunde der Sache rege. Auch der jetzige Berichterstatter wird nicht aufhéren, soviel in seinen Kräften steht, auf die Erreichung jenes Ziels hinzuwirken.