Jahrgang 
1886
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12

Mitteilungen über den technischen Unterricht.

a) Turnen.

1. Obligatorischer ÜUnterricht.

2 St.(Schülerzahl 43, dispensiert O.) a) Freiübungen: Leichtere Freiübungen auf

VI.

und von der Stelle. Ordnungsübungen. Ein- fache Reigen. b) Bewegungsspiele: Leichtere Lauf- und

Gesellschaftsspieſe:Schlagball,Kreisball, Dritten abschlagen,Der schwarze Mann, Fuchs ins Loch,Jagd,Katze und Maus, Bockwerfen,Seilkampf,Zielreifsen.

V. 2 St.(Schülerzahl 46, dispensiert 1.)

a) Freiübungen: Wie in VI. Es kamen hinzu: Holzstabübungen; Reigen; Bewegungsspiele:; Die für VI angeführten. Dazu:Treibball, Stehball,Der Plumpsack geht herum,Hink- kampf,Kriegsspiel.

b) Geräte- und Gerüstübungen: Kletter- taue und Kletterstangen; wagrechte Leiter; Sprunggestell.

IV. C. A u. B. 2 St.(Schülerzahl 69, dispensiert 2.)

a) Freiübungen: Die Frei- und Ordnungs- übungen wurden erweitert: Reigen; Bewegungs- spiele: So wie für VI und V. Dazu:Reiter- ball,Kreisfufsball,Barlaufen,Ketten- reifsen,Letztes Paar herbei.

b) Geräteübungen: Wie in V. Dazu kamen: Reck; senkrechte und schräge Leiter; Sprung- gestell, sowie erweiterte Klettergerüstübungen.

III 2. C. A u. B. 3 St.(1 komb., 2 getrennt. Schüler- zahl 79, dispensiert 9.)

a) Freiübungen: Wie in 1V. Ordnungsübungen und Turnspiele wurden erweitert. Neu dazu: Räuber und Gendarmen,Fuſsball.

b) Geräteturnen: Wie in IV. Es kamen dazu:

Bock; Sturmbrett und Streckschaukel. III 1. C. A u. B. 2 St.(Schülerzahl 47, dispensiert 3.)

a) Freiübungen: Wie in III 2. Erweiterte Frei- übungen. Eisenstab- und Hantelübungen.

b) Geräteübungen: Wie in den vorhergehenden Klassen. Neu dazu: Barren; Weitsprung; Tief- sprung.

II2. C. A u. B. 3 St.(jeder C. getrennt). zahl 65, dispensiert 6.)

a) Freiübungen: Schwierigere Freiübungen und reigenartige(taktogymnastische) Ordnungs- übungen. Eisenstab- und Hantelübungen er- weitert.

b) Geräteübungen: Immer stufenweise fort- schreitende, schwierigere Geräte- und Gerüst- übungen an allen genannten Turnapparaten. Neu dazu: Pferd; Sprungkasten.

II 1. C. A u. B. 2 St.(Schülerzahl 37, dispensiert 2.)

a) Freiübungen: Wie II 2. Erweitert.

b) Geräteübungen: Wie II2. Eryeitert.

I2. C. A u. B. 2 St.(Schülerzahl 38, dispensiert 7.) a) Freiübungen: Zusammengesetzte Frei- und Ordnungsübungen. Erweiterte Hantel- und Eisenstabübungen. Diskuswerfen; Steinstofsen; Stemmübungen. b) Geräteübungen: Zusammengesetzte schwie- rigere Geräte- und Gerüstübungen. Neu dazu: Stabhochspringen und Gerwerfen.

(Schüler-

11. C. A u. B. 2 St.(Schülerzahl 41, dispensiert 4.)

a) Freiübungen: Dasselbe Pensum wie in 12. Dazu: Exercierübungen in Abteilungen, Zügen und Sektionen.

b) Geräteübungen: Dasselbe Pensum wie in 12. Dazu: Querbaumübungen.

2. Freiwillige Übungen.

a) Gymnasiasten-Turnverein: In wöchent- lich 2 Stunden wurden in dem 1880 gegründeten Gymnasiasten-Turnverein, dem Schüler aus den Klassen Obertertia bis Prima angehörten, Geräte- und Gerüstübungen sowie das Stofsfechten vor- enommen. reie Turnspiele: Auch in dem ver- flossenen Jahre wurden die freiwilligen Turn- spiele geéübt. Als Spielplatz benutzten wir wie in den vorhergehenden Jahren den uns von dem hiesigen Garnison-Kommando bereit- willigst zur Verfügung gestellten Exercier- Puts am Schiersteinerweg. Hier wurden im rühjahr und Herbst an Mittwoch und Samstag Nachmittagen je 2 Stunden lang Ball- und Lauf- spiele von den Schülern geübt. Vorzugsweise erfreuten sich die Schüler an demKriegsspiele. Die Beteiligung war besonders aus den unteren Klassen eine lebhafte. Aufserdem haben im Sommer nahe an 200 Schüler des Gymnasiums in den bei Biebrich im Rhein errichteten Schwimmanstalten das Schwimmen erlernt und eübt. Nimmt man dazu, dafs auch im abge- aufenen Jahre zahlreiche gröfsere und kleinere Ausflüge unter Leitung der betreffenden Lehrer von den verschiedenen Klassen unternommen wurden, so erhellt aus dem Vorstehenden, daſs dem Bedürfnisse der Bewegung und Kräftigung des Körpers seitens der Schüler in ausgiebigster Weise Genüge geleistet werden konnte.

Güll, Turnlehrer.

b)

b) Gesang.

VI. 2 St. Das Notwendigste aus der allgemeinen Musiklehre; melodische, rhythmische und dyna- mische UÜbungen; ein- und zweistimmige Volks- lieder; ca. 25 Choräle. Schmitt I.

V. 2 St. Gehör- und Treffübungen; ein- und zwei- stimmige Volkslieder; ca. 20 Choräle. Schmitt I. Allgemeiner Chor IIV. 2 St. Chöre verschiedener Meister für gemischten Chor, sowie für Männer- stimmen wurden geübt. Schmitt I.

c) Fakultatives Zeichnen.

An dem für die Klassen I bis incl. III eingerichteten fakultativen Zeichenunterrichte nahmen im Som- mer 23, im Winter 16 Schüler teil.

Fortsetzung und Erweiterung der in Quarta begonnenen Ubungen; schwerere Schattierübungen, Ornamente, Landschaften in den verschiedensten Behandlungen, Köpfe und Figuren. Antike Gipsmodelle; Situations- zeichnen; topographisches Zeichnen; Perspektive.

Kreutzer.