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5) Ein Cirkular-Erlaſs des Herrn Ministers vom 23. April 1883, mitgeteilt durch Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums vom 19. Mai 1883, setzt bezüglich der Einrichtung der Vorschulen mehrere allgemeine Normen fest.
6) Provinzial-Schulkollegium macht unter dem 22. Mai 1883 auf die Schrift„Turnspiele nebst Anleitung zu Wettkämpfen und Turnfahrten“ von Dr. Kohlrausch und Marten aufmerksam.
7) Der Herr Minister trifft in einem durch Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums d. d. 4. August 1 883 mitgeteilten Cirkular-Erlasse d. d. 10. Juli 1883 Anordnungen bezüglich der Schulfeier des vierhundert- jährigen Gedächtnistages der Geburt Dr. Martin Luthers.
8) In einem an die Königlichen Provinzial-Schulkollegien gerichteten Cirkular-Erlasse vom 30. Juli 1883 spricht der Herr Minister seine Anerkennung dafür aus, daſs der Turnunterricht an den höheren Schulen Preuſsens in entschiedenem Fortschritte begriffen sei, macht aber zugleich auf noch vorhandene Mängel aufmerksam, deren Beseitigung zuversichtlich erwartet wird. Eine Abschrift dieser Verfügung sendet das Provinzial-Schulkollegium unter dem 8. August 1883.
9) Provinzial-Schulkollegium teilt unter dem 13. Oktober 1883 der Direktion einen Auszug aus dem Berichte mit, den Herr Professor Dr. Euler in Berlin über die von ihm während des Sommers 1882 vorgenommene Revision des Turnbetriebs an den höheren Schulen der Provinz Hessen-Nassau dem Herrn Minister erstattet hat.
Der Bericht erörtert zunächst den allgemeinen Zustand des Turnbetriebs in der gesamten Provinz und gibt dann Bemerkungen, die auf die Verhältnisse der einzelnen Schulen eingehen.
In betreff des hiesigen Gymnasiums wird gesagt, daſs die neue Turnhalle eine gute Geräte- Ausstattung von Kluge in Berlin habe, daſs aber einzelne Geräte, z. B. Schwebestangen und Rundlauf noch vermiſst würden; der freie Platz vor der Halle sei sehr beschränkt, ein gröfserer Turn- und Spielplatz in der Nähe sehr wünschenswert. Sodann wird die Willigkeit, Frische, gute Disciplin und Ordnung der Schüler gelobt und über die Resultate des Unterrichts ein anerkennendes Urteil gefällt. Der Bericht hebt ferner hervor, daſs auch das Spiel eifrig gepflegt werde, wobei die an Mittwoch und Samstag Nachmittagen auf dem Exerzierplatz veranstalteten freien Spiele Erwähnung finden. Nachdem der Herr Revisor endlich als einer besonderen Einrichtung, die er sonst nur sehr vereinzelt getroffen habe, des 1880 ins Leben gerufenen Gymnasiasten-Turnvereins gedacht und über„Lust, Erust und treffliche Leistungen“ der Schüler seine Freude ausgesprochen hat, falst er das Ergebnis in den Worten zusammen:„das Turnen ist am Gymnasium zu
Wiesbaden in erfreulichem Aufschwung“. Es gereicht uns zur Befriedigung, dieses Urteil hier veröffentlichen zu dürfen.
10) Provinzial-Schulkollegium erläſst bezüglich der Beschaffung zweckmäſsig eingerichteter Schul-
bänke generelle Anordnungen in einer Verfügung vom 3. Dezember 1883, aus welcher wir die nachstehenden Abschnitte mittheilen:
„Erst an wenigen Anstalten unseres Amtsbereichs ist ein Anfang damit gemacht, die an erheblichen Mängeln leidenden Schulbänke aus älterer Zeit durch bessere zu ersetzen. Die meisten Schulen haben, selbst für die unteren Klassen, nur Bänke mit fester sogen. Plus-Distanz; ja, es finden sich unter diesen mitunter solche von gänzlich veralteter, beinahe auffälliger Konstruktion. An mehreren Anstalten ist sogar bei Erneuerung des Inventars die Gelegenheit, vorschriftsmäſsige Bänke anzuschaffen unbenutzt geblieben. Wir empfehlen diese in gesundheitlicher Beziehung überaus wichtige Angelegenheit den Herren Dirigenten bezw. den Kuratorien der Anstalten zu sorgsamer Beachtung für die Zukunft. Soweit die Mittel der einzelnen Anstalten es erlauben, ist auf ordnungs- mäfsigem Wege darauf Bedacht zu nehmen, die unzweckmäſsigen alten Bänke, und zwar zunächst und vor allem in den unteren Klassen, nach und nach durch solche zu ersetzen, welche den in gesundheitlicher Beziehung zu stellenden Anforderungen genügen. Unbedingt mufs dies in Zukunft geschehen, wenn es sich um Anschaffung neuer Schulbänke handelt...
berhaupt erwarten wir, wie wir auch bei dieser Gelegenheit aussprechen, von den Herren Dirigenten der Schulen und Erziehungsanstalten unseres Amtsbereichs, wie von den Lehrern, welche an denselben thätig sind, und von allen, welche sonst für das Wohl unserer Jugend zu sorgen haben, daſs dem Schutze der Gesundheit der Schüler nach allen Seiten hin diejenige Rücksicht
erwiesen werde, welche die Erhaltung eines so wertvollen Gutes in vollem Mafse in Anspruch zu nehmen berechtigt ist.“
11) Provinzial-Schulkollegium genehmigt unter dem 7. Dezember 1883, dals am Gymnasium statt des Lehrbuchs der Elementar-Mathematik von Wittstein von Ostern 1884 ab die Elemente der Mathematik von Reidt successive zur Einführung gelangen.


