Jahrgang 
1877
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12) Leider müssen wir an dieser Stelle endlich mittheilen, dass unsere im vorigjährigen Programme ausgesprochene Erwartung, es werde die Erbauung der Turnhalle auf dem dazu angekauften Grundstücke recht bald in Angriff genommen werden, bis jetzt nicht verwirklicht worden ist, weil die Verhandlungen wegen Feststellung des Bauplans und Bewilligung der nöthigen Geldmittel noch immer nicht zum Abschlusse

elangt sind. 3 Ebenso wird die Absicht, auf dem Gymnasialgebäude ein neues Stockwerk zu errichten, wenigstens in diesem Jahre nicht ausgeführt werden, so beklagenswerth auch die Uebelstände sind, die daraus erwachsen. Denn da die bisher für je einen Cötus der IV und III b benutzten Parterreräume des früher Bernhardt'schen Hauses(vergl. S. 3) zu diesem Zwecke sehr wenig geeignet und nur für den Nothbehelf zu gebrauchen sind und der Anstalt ferner ein Zeichensaal, ein Cabinet für den physikalischen und chemikalischen Unter- richt, passende Lokale für die Lehrerbibliothek etc. fehlen, so erscheint die Beschaffung neuer Räumlichkeiten als ein kaum abweisbares Bedürfniss. Daher hat Seine Excellenz der Herr Minister in einem Erlasse vom 23. Februar 1876 erklärt, er habe gegen die projectirte Erweiterung des Gymnasiums unter der Bedingung nichts einzuwenden, dass die sämmtlichen daraus entstehenden Mehrausgaben(d. h. die Zinsen des Bau- capitals) durch eigene Mittel der Anstalt resp. durch Mehreinnahmen aus dem eventuell zu erhöhenden Schul- gelde gedeckt werden könnten. Zu unserem Bedauern ist aber die Entleihung der erforderlichen Bausumme aus Mitteln des Nassauischen Central-Studienfonds, welcher Eigenthümer des Gymnasialgebäudes ist, vorderhand auf Schwierigkeiten gestossen, wesshalb von dem Baue, obwohl Plan und Kostenanschläge fertig liegen, einst- weilen Abstand genommen ist. Auch hat das Königliche Provinzial-Schulkollegium unter dem 13. November 1876, auf eine frühere Verfügung des Herrn Ministers zurückgreifend, angeordnet, dass von jetzt ab, um der weiteren räumlichen Ausdehnung des Gymnasiums vorzubeugen, die zuletzt angemeldoeten Schüler, für welche in den vorhandenen Classen kein Platz ist, abgewiesen werden sollen, mögen sie einheimische oder auswärtige sein.

Der Berichterstatter gibt die Hoffnung nicht auf, dass es gelingen werde, diese für das Gedeihen der Anstalt so wichtige Angelegenheit zum guten Ausgange zu führen.

III. Abiturienten-Prüfung.

Zum Abiturienten-Examen meldeten sich im Herbste vorigen Jahres 3 Oberprimaner, die am 24., 25., 26., 28. und 29. Juli der schriftlichen Prüfung sich unterzogen. Die mündliche Prüfung fand unter dem Vorsitze des Direktors als des stellvertretenden Königlichen Commissarius am 23. August statt, und wurde den nachstehend verzeichneten Examinanden das Zeugniss der Reife zuerkannt.

Aufenthalt Wohnort Con- Alter. auf dem in

Namen. Geburtsort. der fes- hiesig. prima. Studienfach. Universität. Eltern. sion. Gmn. Jahre. Jahre. Jahre.

1. Dombach, Emil. Grenzhausen Bärstadt ſevang. 21 ½ 2 ¼¼ 2 ¼ TMathgmatil, u. da Marburg.

turwissenschaften 2. Linck, Ludwig. d Hpar Wiesbaden evang. 18 ¼ 9 ½ 2 ½ Medizin Bonn. 3. Muüller, August. Aenrin 4 Wiesbaden ſevang.] 20 ½ 2 ½ 2 ½ Jurisprudenz drrassbar,

Im Wintersemester nahmen 18 Oberprimaner an der Maturitätsprüfung theil, die am 3., 5., 6., 7. und 8. Februar die schriftlichen Arbeiten anfertigten. Das mündliche Examen wurde am 20. und 21. Februar c. unter dem Vorsitze des Königlichen Provinzial-Schulrathes Herrn Dr. Rumpel abgehalten. Die in der nachstehenden Tabelle aufgeführten 17 Abiturienten wurden für reif erklärt.