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heiten die Versetzung in den Ruhestand gewährt worden war. Das Provinzial-Schulkollegium sprach dem- selben für alles, was er bei seinen gründlichen und umfassenden Kenntnissen sowie bei seinem redlichen Streben der Anstalt geleistet habe, den Dank der vorgesetzten Behörde aus.
In die zur Erledigung gelangte 2. Oberlehrerstelle rückte der Oberlehrer Otto ein; die bis dahin von Otto bekleidete Stelle wurde dem Oberlehrer Dr. Müller verliehen und der bisherige erste ordent- liche Lehrer Dr. Flach zum Oberlehrer befördert. In Folge dessen fand eine Ascension auch der übrigen Collegen statt, indem der Gymnasiallehrer Ammann in die erste, Dr. Büsgen in die zweite, Dr. Adam in die dritte, Dr. Spiess in die vierte, Dr. Wesener in die fünfte, Dr. Scholz in die sechste ordent- liche Lehrerstelle aufrückten. In die letzte Stelle berief das Provinzial-Schulkollegium den Hülfslehrer Göpel, über dessen Leben im Nachstehenden berichtet wird:
GCarl Göpel, geboren den 4. Februar 1849 zu Homburg v. d. Höhe, absolvirte das Gymnasium zu Creuznach und studirte ciassische Philologie auf den Universitäten zu Göttingen und Jena. Beim 3. Hess. Inf.-Regt. No. 83 machte er den Feldzu gegen Frankreich 1870— 1871 mit, in dessen Verlauf er zum Officier ernannt wurde und das Eiserne Freue erhielt. Nachdem er das Examen Pro facultate docendi vor der Prüfungs-Commission in Göttingen bestanden, legte er das vorgeschriebene
robejahr am Gymnasium derselben Stadt ab. Am hiesigen Gymnasium wurde derselbe Herbst 1875 als Hilfslehrer angestellt, Herbst 1876 zum ordentlichen Lehrer ernannt und am 19. October v. J. durch den Direktor vereidigt.
Die freigewordene etatsmässige Hülfslehrerstelle wurde dem Dr. Widmann übertragen und zur weiteren Aushülfe der Schulamts-Candidat Dr. Lohr aus Kassel dem Gymnasium überwiesen.
Auch der Oberlehrer Dr. Eickemeyer erbat und erhielt vom Provinzial-Schulkollegium im Juli vorigen Jahres einen Urlaub bis zum 1. October, um durch eine ihm vom Arzte verordnete Badekur seine angegriffene Gesundheit wieder zu stärken. Mit der Vertretung desselben wurde von der Behörde der Candidat des höheren Schulamts Thilo Lehmann aus Elsterwerda(Provinz Sachsen) beauftragt, der vom Juli vorigen Jahres ab die sämmtlichen mathematischen Lectionen, mit Ausnahme der Stunden in Ia, übernahm. Den mathematischen Unterricht in Ia ertheilte Professor Dr. Kirschbaum. Diese Einrichtung blieb auch während des verflossenen Wintersemesters bestehen.
Die seit Herbst 1875 erledigte Zeichenlehrerstelle an den beiden Königlichen Gymnasien konnte erst mit October 1876 definitiv wieder besetzt werden. Wir würden daher gezwungen gewesen sein, diesen Unterrichtsgegenstand im Sommersemester gänzlich ausfallen zu lassen, wenn nicht die Herren Hofmann. von der hiesigen höheren Bürgerschule, und Mager, von der Elementar-Knabenschule, die dankenswerthe Freundlichkeit gehabt hätten, uns auszuhelfen. Der letztere gab die Zeichenstunden in der Sexta, der erstere in den beiden Quinten und Quarten. Mit dem Beginne des Wintersemesters trat in die vacante Stelle der Maler Kreutzer ein, über den wir nach seinen Angaben die folgenden biographischen Nachrichten mittheilen:
Eduard Kreutzer, geboren zu Düsseldorf am 10. Februar 1844, erhielt seine Vorbildung in dem kaufmännischen Institute von Herchenbach und auf der Realschule I. O. seiner Vaterstadt, machte seine kunstakademischen Studien an der dortigen Königlichen Kunstakademie von 1859 bis 1865 und wurde zu Anfang des letztgenannten Jahres in die Meisterklasse befördert. Nachdem er bis 1868 als ausübender Maler in Düsseldorf gelebt hatte, bestand er am 24. April 1868 das Zeichen- lehrer-Examen für Gymnasien und Realschulen und wurde Herbst 1868 als Zeichenlehrer an dem Königlichen Gymnasium und der evang. höheren Bürgerschule in Düren angestellt. Dort verblieb
er bis zu seiner Berufung in die hiesige Stellung. Am 9. October 1876 wurde er durch den Direktor vereidigt. 3
Im Herbst vorigen Jahres verliess uns der Schulamts-Candidat Plattner, da er zur Fortsetzung seines Probejahres und zur commissarischen Bekleidung einer Lehrerstelle dem hiesigen Realgymnasium über- wiesen war. Zu derselben Zeit begann der Candidat Wilhelm Rauch aus Marburg bei der Anstalt das vorschriftsmässige Pfobejahr.
Abgesehen von den durch diesen Personalwechsel im Lehrerkollegium nothwendig bedingten Aende- rungen ist der regelmässige Gang des Unterrichts im abgelaufenen Schuljahre nicht wesentlich gestört worden, da von den übrigen Lehrern nur wenige und jedesmal nur auf kürzere Zeit vertreten werden mussten.
Im Einzelnen ist aus der Chronik der Anstalt noch Folgendes zu berichten:


