Abiturienten im Jahre 1929— 30: Herbſt 1929:
Schnabel, Wilhelm, Selters, Oberlahnkreis.
870. Vonhauſen, Otto, Hirſchhauſen, Oberlahnkr.
871. Laubert, Heinz, Weilburg.
. Meurer, Erich, Weilburg.
. Göhringer, Ernſt, Audenſchmiede, Oberlahn- kreis.
. Bornemann, Heinrich, Adorf, Bezirk Kaſſel.
.. Weinbrenner, Werner, Cubach, Oberlahnkr.
. Becker, Friedrich, Leun, Kreis Wetzlar.
. Hoßbach, Hans, Hof Weißenborn, Kreis Hersfeld.
. Braun, Erich, Weilburg.
. Becker, Karl, Corbach, Bezirk Kaſſel.
. Niemeyer, Erich, Tann, Kreis Hersfeld.
. Engelhardt, Hermann, Hersfeld.
. Lederle, Karl, Fritzlar.
. Sulz, Erich, Weilburg.
. Schulte-Günne, Günne in Weſtfalen.
Frühjahr 1930:
885. Oberding, Paul, Weilmünſter, Oberlahnkrs.
886. Dick, Wilhelm, Odersbach.
Die Schülerzahl betrug Oſtern 1929: VI= 21,
V= 9, IVV= 19, LIV= 34, L IIIa= 21, L IIIb
= 24, L II= zo und L= 20; Summe: 178. Das Schuljahr ſchloß am 9. April.
V. Schule und Elternhaus. In dem Beſtreben, die Beziehungen zwiſchen der Schule und den Erzie- hungsberechtigten enger zu knüpfen, alſo vor allem das beiderſeitige Verſtändnis und Zutrauen zu fördern, wurden verſuchsweiſe zweimal im Jahre Elternzuſammenkünfte eingerichtet. Am Sonntag, den 5. Mai waren in der Aula der Schule etwa 60 Eltern und Penſionseltern verſammelt, wobei vor allem die Schulordnung und alle damit zuſammenhängende Fragen gründlich beſprochen wurden. In der zweiten Verſammlung, die leider etwas ſchwächer beſucht war, hielt Studienrat Dr. Schwing einen Vortrag über die Frage:„Welche Wandlungen macht das Seelenleben der Jugend- lichen durch?“ Beide Zuſammenkünfte ſind der- art anregend verlaufen, daß ſie auch für die kom- menden Jahre beibehalten werden ſollen.
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9. Leibesübungen.
Zielbeſtimmend für die Ausgeſtaltung und Durchführung des Turnunterrichtes der Fachklai- ſen im Sommerhalbjahr war das Sportfeſt der hö- heren Schulen des Lahngebietes, welches am 18. September in Bad Ems abgehalten wurde. Neben den volkstümlichen Ubungen, die für dieſes Sport- feſt ausgeſchrieben waren, wurde beſondere Pflege der Körperſchule gewidmet. Dem Schüler der LIII E. Hartenfels gelang es, im Weitſprung den 1. Sieg ſeiner Altersklaſſe zu erringen. Unſere 4 ¼ 100 Meter-Staffel konnte ſich in wunderbarem
Lauf durch ein totes Rennen mit der ſieggewohn- ten Mannſchaft des Limburger Realgymnaſiums die Teilnahme am Endlauf ſichern. Als ein großer Mangel wurde von uns die Alterseinteilung emp- funden, durch welche unſere Unterſekundaner und bisherigen Primaner gezwungen wurden, ſich mit den oft 2—3 Jahre älteren Unter- und Oberpri- manern der neunſtufigen Anſtalten im Wettkamp- fe zu meſſen. Unſerer Altersklaſſe 12 und älter war damit jede Ausſicht auf Erfolg genommen.
Neu eingeführt wurde neben dem bisher beſon- ders gepflegten Schlagballſpiel das Handballſpiel, welches ſich heute an ſämtlichen höheren Schulen allgemeiner Beliebtheit erfreut und auch von der Schulaufſichtsbehörde beſonders empfohlen wird. Der Eifer, mit dem ſich unſere Schüler in dieſer neuen Spielart betätigten, wurde durch einen 8:0 Sieg über das hieſige Gymnaſium belohnt. Auch in Bad Ems ſpielten wir gegen die ſpielſtarke Mannſchaft der Oberlahnſteiner Oberrealſchule, deren Wettſpielerfahrung wir uns jedoch beugen mußten.
4 Schüler errangen das Jugendturn- und Sport- abzeichen des Reichsausſchuſſes für Körperpflege: II weitere haben mit der Prüfung begonnen. 2 Schüler begannen mit der Prüfung für das Turn- und Sportabzeichen für Altere.
Auch im Winterhalbjahr wurde vornehmlich im Freien geturnt. Begünſtigt wurden wir in die- len Beſtrebungen, unſere Laufübungen und Kör- perſchule möglichſt in freier, friſcher Luft vorzu- nehmen, durch den milden, trockenen Winter, der das Uben auf dem Schulplatz durchweg, von ein- zelnen Ausnahmen abgeſehen, ermöglichte. Neben Geräteturnen, Bodenübungen, Gemeinſchaftsſpie- len pflegten wir wie im Sommerhalbjahr beſonders wieder das Handballſpiel. Ein Wertſpiel mit der Mannſchaft des Gymnaſiums bot Gelegenheit, un- ſere Kräfte zu meſſen. Die Mannſchaft des Gym- naſiums ſetzte alles daran, die Niederlage vom Sommer durch einen eindeutigen Sieg auszuglei- chen. Nach hartem, ausgeglichenem Spiel trenn- ten ſich die Gegner beim Stande 2:2.
10. Pflege der Musik.
Im verfloſſenen Schuljahr wurde in erſter Linie der vierſtimmige Chorgeſang gepflegt. Es wurden Chöre eingeübt, durch die wir mehrfach Gelegenheit hatten, zur Verſchönerung der ver- ſchiedenen Schulfeiern beizutragen.— In den Vor- klaſſen, für die noch eine zweite Geſangſtunde vor- geſehen iſt, wurden hauptſächlich Volks- und Wanderlieder eingeübt. Das Ziel war, den Schü- lern einen Schatz wertvoller, leicht ſingbarer Lie- der zu übermitteln, die ſie auch jederzeit bei Wan- derungen und anderen Anläſſen außerhalb der Schule begleiten ſollen.
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