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tiſcher Tätigkeit, dem Studium der Landwirt- ſchaft. 1891 promovierte er zum Dr. phil. und trat im Oktober 1892 in das pädagogiſche Seminar zu Weilburg ein, das damals als erſtes ſeiner Art von Heinrich Matzat ins Leben gerufen worden war. Im Herbſt 1893 wurde er Direktor an der landwirtſchaftlichen Schule zu Hoya in der Pro- vinz Hannover, und im Frühjahr 1895 wurde er an der Landwirtſchaftsſchule in Weilburg ange- ſtellt als Nachfolger des damals verſtorbenen Pro- feſſors Henkelmann.
Herr Dr. Helmkampf entfaltete als Fachlehrer an der Landwirtſchaftsſchule in Weilburg eine äußerſt vielſeitige und erfolgreiche Tätigkeit. Ne- ben dem Unterricht an der Schule ſelbſt leitete er auch die Winterſchule, die damals noch mit der Landwirtſchaftsſchule verbunden war. Er behan- delte ferner die landwirtſchaftliche Methodik im pädagogiſchen Seminar. Auf dieſem Gebiet, das damals noch faſt vollſtändig Neuland war, hat er erfolgreich und ſchöpferiſch gearbeitet. UÜber 300 angehende Landwirtſchaftslehrer ſind im Laufe der Jahrzehnte durch ſeine Schule gegangen. Weiter- hin betätigte er ſich an den Fortbildungskurſen für Volksſchullehrer, die bis zum Ausbruch des Krie- ges an der Landwirtſchaftsſchule abgehalten wur- den. Trotz dieſer umfangreichen Tätigkeit an der Schule ſelbſt fand der unermüdliche Arbeiter noch Zeit und Kraft, ſich literariſcher Beſchäfti- gung und dem Vereinsleben zu widmen. Vor al- lem im Simmentaler Züchterverein des Oberlahn- kreiſes, im 6. landwirtſchaftlichen Bezirksverein und im Verein naſſauiſcher Land- und Forſtwirte hat er ſich betätigt. Seine Verdienſte um das Vereinsleben und um das Schulweſen der Provinz fanden ihre Anerkennung dadurch, daß er in den Vorſtand des Vereins naſfſauiſch. Land- und Forſt- wirte ſowie in das Zentralkuratorium der land- wirtſchaftlichen Winterſchulen im Bezirk Kaſſel gewählt wurde..
Jahrelang war Dr. Helmkampf am Sonnabend und Sonntag draußen im Lande, wo er in allen Gegenden der Provinz durch Vorträge, häufig unter Mitwirkung von Lichtbildern, landwirt- ſchaftliche Kenntniſſe verbreiten half und dadurch die ſo wichtige Verbindung der Schule mit dem Hinterland herſtellte. Noch heute hat der Name Helmkampf in allen landwirtſchaftlichen Kreiſen der Provinz einen guten Klang.
Als im Frühjahr 1914 der Nachfolger von Hein- rich Matzat, Prof. Dr. Kienitz-Gerloff, plötzlich aus dem Leben ſchied, wurde Dr. Helmkampf durch das Vertrauen der Stadt, der heſſen-naſſaui- ſchen Landwirtſchaft und des preußiſchen Land- wirtſchaftsminiſteriums zum Leiter der Schule ge- wählt. Er hat ſie durch die ſchickſalsſchweren Zeiten hindurchgeführt, durch die Nöte des Krie- ges, der Revolutionszeit und der Inflation, und er hat ihr die angeſehene Stellung erhalten, die
ſie ſeit den Zeiten Matzats eingenommen hat.
Trotz der großen, vielleicht zu großen Beſchei- denheit und Zurückhaltung, deren ſich Direktor Helmkampf ſtets befleißigt hat und die ein Merk- mal ſeines Weſens war, wurde ſein Name als Leh- rer und Methodiker auch außerhalb der Provinz bekannt. Wurde ihm doch im Frühjahr 1928 der chrenvolle Auftrag zuteil, auf einem Lehrgang der Deutſchen Landwirtſchaftsgeſellſchaft in Halle vor Hunderten von Fachgenoſſen über das Thema zu ſprechen:„Neuzeitlicher Unterricht an landwirt- ſchaftlichen Schulen“. Der gehaltreiche, auf lang- jähriger Unterrichtserfahrung beruhende Vortrag iſt in Heft 361 der Arbeiten der D. L. G. nieder- gelegt.-
Wir können es verſtehen, daß Arbeitsleiſtun- gen, wie ſie hier angedeutet worden ſind, ſelbſt an einem an und für ſich widerſtandsfähigen Kör- per und Geiſt nicht ſpurlos vorübergehen konn- ten. Ein Krankheitsfall in der Familie im Herbſt 1928 war die äußere Veranlaſſung dazu, daß die körperliche und geiſtige Spannkraft nachzulaſſen begann. Herr Direktor Helmkampf mußte ſich zeitweiſe beurlauben laſſen und ſah ſich noch vor Erreichung der Altersgrenze durch ſeinen Geſund- heitszuſtand gezwungen, am 31. Dezember 1929 in den Kuheſtand zu treten.
Wenn auch auf ſeinen beſonderen Wunſch beim Abſchied von der Schule von allen äußeren Ver- anſtaltungen abgeſehen wurde, ſo konnte es ſich das Lehrerkollegium doch nicht verſagen, ihm als Zeichen aufrichtiger Verehrung und Freundſchaft ein Bild der Stadt Weilburg zu widmen, das ihn als ein Zeichen der Anhänglichkeit nach ſeiner norddeutſchen Heimat begleiten mag, in die er dieſes Jahr überzuſiedeln gedenkt. Der Miniſter für Landwirtſchaft, Herr Dr. Steiger, der Vorſit- zende des Verwaltungsrates, Herr Oberregierungs- rat Florſchütz aus Kaſſel und der Magiſtrat der Stadt Weilburg haben ihm durch ein Handſchrei- ben Dank und Anerkennung für langjährige und erfolgreiche Arbeit zum Ausdruck gebracht. Zu Schulbeginn nach den Weihnachtsferien hat Stu- dienrat Dr. Heyl in Gegenwart des Lehrerkolle- giums, der Seminarmitglieder und der Schüler das Ausſcheiden des bisherigen Direktors bekannt- gegeben und ſeine Verdienſte um die Schule ge- würdigt.
Die wertvollen pädagogiſchen Erfahrungen, die Studiendirektor Dr. Helmkampf in jahrzehnte- langer Erziehungsarbeit geſammelt hat, ſind teil- weiſe in dem oben erwähnten Heft 361 der Ar- beiten der D. L. G. niedergelegt ſowie auch in ſeiner Feſtrede zu der Fünfzigjahrfeier der Weil- burger Landwirtſchaftsſchule, und es iſt ſehr zu bedauern, daß Krankheit der weiteren Wirkſam- keit dieſes Mannes ein Ziel geſetzt hat. Seiner Weſensart entſprechend, iſt er den Schülern nie rauh und barſch entgegengetreten. In vüterlich
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