Jahrgang 
1929
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3. Leſeſtoff: a) Eine Nacht im Jägerhauſe von Friedr. Hebbel. Verlag, Franz Schulze, Berlin. b) Eine Bergpredigt von H. Vil- linger, Verlag Franz Schulze, Berlin.

Uber das Ergebnis des Lehrgangs, der mit dem abgelaufenen Jahr zu Ende geführt worden iſt, ſei kurz berichtet. Von den 25 Schülern, die zu- letzt noch an dem Kurſus teilnahmen, haben die meiſten mit Erfolg teilgenommen. Sie ſchrieben durchſchnittlich 50 60 Silben in der Minute, ein- zelne auch mehr; laſen einigermaßen fließend kurzſchriftliche Texte. Bei einem Wettleſen wur- den erreicht von Meſſerſchmidt 225 Silben i. d. M.

Seekatz

200 Deißmann 184 Schönberger 128 Theiß 125»

12. Interricht in Engliſch.

Für die Klaſſen L. III bis L. I iſt wahlfreier eng- liſcher Unterricht eingerichtet, welcher dreimal wöchentlich nachmittags ſtattfindet. Die Leiſtun- gen der Schüler werden im Zeugnis angegeben und zur Geſamtbeurteilung der Schüler mit her- angezogen. Im vergangenen Jahre war der Un- terricht ungefähr folgender:

Klaſſe L III(früher Kl. II) Lautbildung, Laut- ſchrift, Durchnahme von Ubungsſtücken aus dem täglichen Leben mit anſchließender Konverſation; mündliche und ſchriftliche Ubungen im Anſchluß an das LehrbuchLearning Engliſh von Dink- ler-Eckermann, Verlag Teubner. Haepkiel: Gute Ausſprache und Verſtändnis für die elementaren grammatiſchen Eigentümlichkeiten der engliſchen Sprache. Beteiligung: 26 Schüler.

Klaſſe I(ſpäter L II): Als Grundlage für den Unterricht diente die Lektüre Forty-one Stories, Verlag Dieſterweg. Durchnahme von grammati- ſchen Erſcheinungen nur als Texterläuterung; Inhaltsbeſprechungen in engliſch. Sprache: Haupt- ziel: Erweiterung des Wortſchatzes und kultur- kundliche Belehrungen. Beteiligung: 6 Schüler. (Letzter Kurſus alten Stiles mit nur 2 Wochen-

ſtunden.)

13. Die Verſuchs- und Demonſtrations- felder der Anſtalt. Die Schule verfügt zur Zeit über 2 ha 31 a Ver- ſuchsfelder. Dazu gehören:

1. unmittelbar vor der Schule 36 a 60 qm;

2. beiderſeits der Frankfurter Straße in der Nähe des Windhofes, alſo nur wenige Minuten von 65 Schule entfernt, 1 ha 41 a 40 qm Acker- and;

3. im Keuſchenbachtal, ebenfalls nur wenige Mi-

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nuten von der Schule entfernt, 53 a 20 qm

Wieſen.

Die Bewirtſchaftung der Felder liegt in den Händen des Studienrats Dr. Heyl.

Das Landunmittelbar vor der Schu- le bietet den Vorteil, daß die Schüler in größter Nähe die wichtigſten Feldarbeiten ausführen ſowie verfolgen können, wie die Pflanzen im Laufe eines Jahres ſich je nach der Gunſt der Wachstumsver- hältniſſe entwickeln. Auch pflanzliche und tie- riſche Schädlinge der Kulturgewächſe laſſen ſich hier beobachten. Ferner iſt dieſer Teil der Ver- ſuchsfelder dem Anſchauungsunterricht in Bota- nik, Obſtbau und Vogelſchutz nutzbar gemacht. Wenn das Land vor der Schule für exakte Verſuche auch wenig geeignet iſt, da es ſeinerzeit beim Neubau eingeebnet wurde, ſo kann es doch für Schauverſuche allere Art in ergiebiger Weiſe aus- genutzt werden. Durch einen kleinen Gräſer- garten iſt auch der Grünlandfrage Rech- nung getragen.

Auch die Ländereien beiderſeits der Frankfurterſtraße ſind ſehr erwünſchte Anſchauungsmittel für die Acker- und Pflanzen- baulehre. Die Schüler können hier die wichtigſten Nutzpflanzen beobachten und feſtſtellen, wie ſie durch Bodenbearbeitung, Düngung, Saat und Pflegemaßnahmen beeinflußt werden. Auch zu Arbeiten werden die Schüler nach Bedarf heran- gezogen.

Die Wieſe im Reuſchenbachtal wird zu einem Wieſendüngungsverſuch be- nutzt, der für längere Jahre vorgeſehen iſt: I. Parzelle: ungedüngt; 2. Parzelle: Kali, Phosphor- ſäure und einfache Stickſtoffgabe; 3. Parzelle: Ka- li, Phosphorſäure und erhöhte Stickſtoffgabe. 4. Parzelle: Kali u. Phosphorſäure. Das Ergebnis die- ſes Düngungsverſuchs war bisher ähnlich wie auch in anderen Fällen. Durch die neben der Kaliphos- phatdüngung erfolgte Düngung mit Stickſtoff wurden weſentliche Mehrerträge erzielt. Die er- höhte Stickſtoffgabe wurde allerdings nur bei drei- maligem Mähen genügend ausgenutzt. Unkräu- ter wie Wieſenwucherblume, Hahnenfuß- und Wegericharten wurden durch den dichten und ho- hen Beſtand faſt ganz verdrängt.

14. Die Bibliothek.

a. Die Lehrerbibliothek(Verwalter: Stu-

Leneur Dr. Ottmann) umfaßt etwa 5460 Wer- e.

b. Die Seminarbibliothek wurde im Laufe des verfloſſenen Schuljahres erweitert und weiſt 200 Werke auf.(Verwalter: Studien- rat Dr. Ottmann.)

c. Die Schülerbücherei(Verwalter: Stu- dienrat Heumann). Zur Zeit ſind rund 5oo Bände vorhanden. Seit Oſtern 1928 wurden 79 neue Bücher angeſchafft.