Jahrgang 
1926
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15. Die Sammlungen der Anſtalt. ſetzen ſich zuſammen aus:. 1. Lehrmittel⸗Sammlung für den landwirtſchaftli⸗ chen Unterricht,

2. Lehrmittel⸗Sammlung für den botan.⸗zoologi⸗ ſchen Unterricht,

3. Lehrmittel⸗Sammlung für den chemiſch⸗phyſikali⸗ ſchen Unterricht,

4. Lehrmittel⸗Sammlung für den Unterricht in Erd⸗ kunde, Geſchichte, Sprachen,

5. Lehrmittel⸗Sammlung für den Unterricht in Feld⸗ meſſen und Nivellieren,

6. Lehrmittel⸗Sammlung für den Unterricht in Zeich⸗ nen.

Beſondere Zugänge im Laufe des Jahres:

1. Eine 2 m. breite Drillmaſchine, leihweiſe von der Firma Tröſter in Butzbach.

2. Ein Hack⸗ und Häufelpflug, leihweiſe von der

Firma Eberhardt in Ulm a. D.

3. Ein Selbſttränkebecken, geſchenkt von der Firma Karl Dickow in Görlitz. Schaukäſten, darſtellend die Gewinnung von Su⸗ perphosphat bezw. Verwendung des Maiſes. Modell einer Achkerſchleife, geſchenkt von der Firma Walter und Kuffer in Schweinfurt. Von Kreisbaumeiſter Pütger in Weilburg: Zeich⸗ nung über eine Waſſerverſorgungsanlage in Rohnſtadt, Oberlahnkreis. .Beſondere Zuwendungen des Herrn Miniſters ermöglichten die Beſchaffung einer vollſtändigen Einrichtung zum Studium der Ausnutzung von Projektionsapparaten und Kinematographen für Unterrichtszwecke.

4. 5. 6.

16. Ausflüge und Beſichtigungen

werden regelmäßig ausgeführt und dienen zur Un⸗ terſtützung des Klaſſenunterrichts.

B. Mit der Landwirtſchaftsſchule verbundene Anſtalten und Veranſtaltungen.

1. Das pädagogiſche Seminar

dient der Ausbildung der Kandidaten des landwirt⸗ ſchaftlichen Lehramts an landwirtſchaftlichen Lehr⸗ anſtalten. Sie haben das Reifezeugnis einer 9⸗ klaſſigen höheren Schule, 3 Jahre landwirtſchaft⸗ liche Praxis, 6 Semeſter Studium und Staats⸗ examen nachzuweiſen.

Wer das Seminarjahr ableiſten will, hat vor 1. März bezw. September ein Geſuch an das Miniſterium für Land⸗ wirtſchaft, Domänen und Forſten in Berlin zu richten, das ihn einem der Seminare(z. B. Weilburg, Hildesheim, Eldena, Dahme, Cleve, Liegnitz) zuweiſt. Nach erfolg⸗ reichem, einjährigem Beſuch des Seminars erhält der Kan⸗ didat das Befähigungszeugnis als Lehrer der Landwirt⸗ ſchaft an landwirtſchaftlichen Lehranſtalten. Bewerber um Stellen an Landwirtſchaftsſchulen müſſen eventl. noch ein Probejahr ableiſten. Die Mitglieder des Seminars wer⸗ den theoretiſch und praktiſch durch Lehrer der Anſtalt ir die allgemeine Pädagogik und die beſondere Methode der einzelnen Unterrichtsfächer eingeführt.

Der Leiter der landw. Schule in Weilburg, die mit der Landwirtſchaftsſchule in Arbeitsgemeinſchaft ſteht, über⸗ nimmt die Einführung in die Wirtſchaftsberatung.

Seit 1. April 1924 iſt die neue Ordnung der pädagog. Ausbildung für das Lehramt der Land⸗ wirtſchaft in Preußen in Kraft. Bei der Mel⸗ dung zum Eintritt ins Seminar haben die Bewer⸗ ber dem Miniſterium an Perſonalpapieren vorzu⸗

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legen: 1. Lebenslauf, 2. Leumundszeugnis, 3. Ge⸗ burtszeugnis, 4. Staatsangehörigkeitsausweis, 5. amtsaͤrztliches Zeugnis, 6. Schulabgangszeugnis, 7. Zeugniſſe über 3⸗jährige Praxis, 8. Zeugnis über Ablegung der Diplomprüfung, 9. Nachweis über Teilnahme an Vorleſungen in Pſychologie und Pä⸗ dagogik und an praktiſchen Arbeiten im chem. phyſik. Laboratorium, evtl. Nachweis über Kriegs⸗ teilnahme.

Die Seminarausbildung dauert ein Jahr. Am Jahresſchluß unterziehen ſich die Kandidaten einer pädagog. Prüfung. An ſchriftlichen Prüfungsar⸗ beiten ſind eine Hausarbeit aus der Unterrichts⸗ u. Erziehungslehre und eine Klauſurarbeit(aus dem Gebiete der Wirtſchaftsberatung) zu liefern. Nach Ableiſtung von Lehrproben und Beſtehen der münd⸗ lichen Prüfung erhält der Kandidat vom Mini⸗ ſterium dasZeugnis über die pädagog. Prüfung für das Lehramt der Landwirtſchaft.

Die Anſtellung an Landwirtſchaftsſchulen und an landw. Schulen und Ackerbauſchulen regelt ſich nach den Beſtimmungen vom 1. Aug. 1923.

Der Beſuch des Weilburger Seminars im Jah⸗ re 1925⸗26 ergibt ſich aus nachſtehender Zuſam⸗ menſtellung.