Jahrgang 
1926
Einzelbild herunterladen

769 Friedrich, Heinrich, aus Tiefenbach, Kreis Wetzlar. 770 Göbel, Richard, aus Seelbach, Kreis Oberlahn.

771 Dorn, Wilhelm, aus Hofen, Kreis Oberlahn.

772 Frühe Albert, aus Waldmannshauſen, Kr. Limburg. 773 Dieſterweg, Albert, aus Weilmünſter, Kr. Oberlahn. 774 Eller, Walter, aus Gräveneck, Kreis Oberlahn.

775 Engelmann, Friedrich, aus Uſſeln, Waldeck. 776 Wever, Otto, aus Twiſte, Waldeck.

777 Braun, Walter, aus Weilburg.

778 Göbel, Konrad, aus Niedershauſen, Kr. 779 Ohl, Rudolf, aus Bad Nauheim, Heſſen.

Oberlahn.

9. Leibesübungen.

Im Sommerhalbjahr wurde der Turnunter⸗ richt faſt nur im Freien abgehalten. Es wurden volkstümliche Uebungen, Freiübungen und Turn⸗ ſpiele gepflegt. Zielbeſtimmend für das volkstüm⸗ liche Turnen war das Wetturnen der höheren Schu⸗ len des Lahnbezirks, das im September 1925 in Limburg ſtattfand. Der Wettkampf beſtand in einem Mehrkampf in vier Altersſtufen: 100⸗Mtr. Lauf, Freiweitſprung, Freihochſprung, Kugelſtoßen (10 Pfd.) und Ballweitwurf. Mit 60 Schülern ( der Geſamtzahl) nahmen wir an den Wett⸗ kämpfen teil, an denen wir am ſtärkſten beteiligt waren.

Die verſchiedenſten Arten von Freiübungen, die eine gleichmäßige Durchbildung des geſamten Körpers bewirhkten, bildeten auch gleichzeitig die beſte Vorübung für das Geräteturnen. In Lim⸗ burg wurden vier Stellungsfreiübungen, die von der geſamten Schule eingeübt waren, in einheitlicher Kleidung mit Muſikbegleitung vorgeführt; bei einer Saalfeier zeigte eine Klaſſe neuzeitliche Frei⸗ übungen.

Als Turnſpiele wurden vor allem Schlagball⸗ und Handballſpiel gepflegt. Nachdem wir mit un⸗ ſerer erſten Schlagballmannſchaft die Bezirks⸗ und Gaumeiſterſchaft im Lahn-Dill-Gau der Deutſchen Turnerſchaft errungen hatten, wurden wir im Juli 1925 in Braubach am Rhein Verbandsmeiſter. Zu der Austragung der Kreismeiſterſchaft in Gießen, die in die Sommerferien fiel, konnte unſere Mann⸗ ſchaft leider nicht antreten.

Auch bei anderen turneriſchen Veranſtaltungen errangen unſere Schüler erſte Preiſe.

Nach den Herbſtferien verlegten wir den Turn⸗ betrieb ganz in die Turnhalle. Es wurden vor allem vorbereitende Freiübungen angeſtellt; als Ge⸗ räte benutzten wir Pferd, Bock, Barren und Klet⸗ terſtangen. Im Dezember erhielten wir ein mo⸗ dernes Spannreck und 30 Holzſtäbe zu Handge⸗ räteübungen. Daß die Schüler mit großem Eifer

16

an den Geräten turnten, zeigte das Schauturnen, das am 10. Februar 1926 im Saalbau ſtatt⸗ fand. Wenn im kommenden Jahre die Turnhalle mit Geräten vollſtändig ausgeſtattet ſein wird, wird das turneriſche Können der Schüler weitere Fort⸗ ſchritte machen.

Freiwillige Turnſtunden. Die beſten Leiſtungen im Geräteturnen wurden in den frei⸗ willigen Turnſtunden erreicht. Die fähigſten Schü⸗ ler aller Klaſſen waren in zwei Abteilungen ge⸗ teilt, von denen jede an zwei Nachmittagen in der Woche turnte. Auch die erſten Schlagballmann⸗ ſchaften übten an beſonderen Spielnachmittagen.

Turn⸗ und Sportabzeichen. Im März 1926 hat der Reichsausſchuß für Leibesübungen den Turnlehrern der Anſtalt die Genehmigung er⸗ teilt, die Prüfung für dasDeutſche Turn⸗ und Sportabzeichen abzunehmen. In der letzten Wo⸗ che des Schuljahres hatten zehn Schüler, die das 18. Lebensjahr erreicht haben, mit der Prüfung bis jetzt mit gutem Erfolg begonnen. Bei dem 10 000⸗Mtr.⸗Lauf, der am 24. März 1926 gelaufen wurde, erreichte ein Schüler die äußerſt günſtige Zeit von 41 Minuten. In ſehr anzu⸗ erkennender Weiſe hatten ſich auch die Seminar⸗ mitglieder an dem Turnbetrieb beteiligt. Wöchent⸗ lich in je einer Turnſtunde wurde vornehmlich an den Geräten geturnt. Sechs Kandidaten begannen

mit der Prüfung für dasTurn⸗ und Sportab⸗ zeichen... 10. Pflege der Muſik. Der Chorgeſang wurde im vergangenen

Schuljahre eifrig gepflegt; gelegentlich wurde auch der mit Orcheſter begleitete Geſang geübt. Dane⸗ ben wurden den Schülern der unteren Klaſſen, in denen wöchentlich 2 Muſikſtunden zur Verfügung ſtehen, auch theoretiſche Belehrung zuteil.

Unſer Schulorcheſter, das zur Zeit aus Kla⸗ vier, Harmonium, 16 Violinen, 1 Cello, 1 Flöte, 1 Trompete und Schlaginſtrumenten beſteht, hat ſich bedeutend vergrößert. Seine Vorträge bei einer Reihe von Schulveranſtaltungen bewieſen, daß die Schüler auch auf dieſem Gebiete immer größere Fortſchritte erzielen und auch ſchwierigere Orche⸗ ſterwerke meiſtern.

Im Laufe des Sommers wurde eine Tromm⸗ ler⸗ und Pfeiferabteilung zuſammengeſtellt, die ge⸗ legentlich eines Turnfeſtes in Limburg zum erſten Male in die Oeffentlichkeit trat; ſie beſteht zur Zeit aus 4 Trommlern und 8 Pfeifern.