. Geſchichte der Anftalt
im Schuljahr 1917/18.
Mit Beginn des Schuljahres 1917/18 traten 52 Schüler neu in die Schule ein, und⸗ zwar in Kl. V= 39, Kl. IV= 1, Kl. III= 8, Kl. II= 1; damit ſtellte ſich die Schülerzahl auf 182, ſodaß ſich gegenüber dem Vorjahr noch eine Steigerung ergab.
Das Schuljahr begann am 19. April 1917 mit der Aufnahmeprüfung und der Einrei⸗ hung der Schüler in die einzelnen Klaſſen. Der laufende Unterricht nahm am 20. April ſeinen Anfang.
I. Kuratorium der Anſtalt.
Beſondere Vorkommniſſe ſind nicht zu verzeichnen.
II. Lehrerkollegium.
Marine⸗ und Heerrdienſt hinderten Prof. Freybe wie Oberlehrer Dr. Heyl ſich dem Schuldienſt zu widmen. Dafür ſtellten Hilfslehrer Dr. Keil und die Lehrer an der Volksſchule Hauptlehrer Körber bezw. die Lehrer Mankel, Hendorf, Schönwetter ihre Kraft zur Verfügung. Auf dieſe Weiſe konnte bei Fortfall einiger Stunden, wie von Geſang, Turnen, der Unterricht im großen ganzen ungeſtört aufgenommen und durchgeführt werden.
Prof. Ottmann feierte am 20. Febr. 1918 in voller Friſche ſeinen 70. Geburtstag. Das Lehrerkollegium brachte ihm ſeine Glückwünſche; auch die erſte Klaſſe ließ es ſich nicht nehmen, ihren Klaſſenlehrer zu feiern.
Prof. Freybe erhielt im November für ſeine Verdienſte als Leiter der Marine⸗Luft⸗ fahr⸗Wetterdienſtſtelle Libau das Eiſerne Kreuz 2. Klaſſe.
Da nach dem Friedensſchluß mit Rußland ſeine weitere Tätigkeit im Oſten entbehrlich⸗ wurde, reklamierte ihn die Anſtalt beim Reichsmarineamt. Es darf erwartet werden, daß er ſeine Schularbeit im neuen Schuljahr wieder aufnehmen kann.
Oberlehrer Dr. Heyl wurde im Auguſt 1917 am Chemin des Dames durch Granat⸗ ſchuß ſchwer verwundet. Für ſein tapferes Verhalten in den Kämpfen wurde er mit dem Eiſernen Kreuz 1. Klaſſe ausgezeichnet. Nach längerem Aufenthalt im Feldlazarett wurde er zur Ausheilung der Wunden nach Weimar überführt. Von dort erfolgte ſeine Verlegung: nach Weilburg und ſpäter nach Metz.
Hilfslehrer Dr. Keil war einſtweilen durch Verfügung Kgl. ſtellv. Generalkommandos bis 30. Juni 1917 vom Heeresdienſt befreit. Am 30. Juni entſchied das Generalkommando ſeine weitere Befreiung vom Heeresdienſt bis 31. Dezember d. Is.; am 11. Dezember 1917 wurde die Friſt bis 30. Juni 1918 verlängert. In der Muſterung am 18. Februar 1918. wurde er gv. Heimat erklärt..
Lehrer Petry leitete auch im laufenden Jahre die Uebungen der Jugendwehr. Die Kreisverwaltung übertrug ihm das Amt eines Kreis⸗Jugendpflegers.
Am 2. September war er bei der Leitung des in Weilburg abgehaltenen Wetturnens⸗ des Lahn⸗Dill⸗Gaues mitbeteiligt.
Lehrer Schönwetter nahm in der Zeit vom 21. bis 26. Mai an einem Kurſus⸗ über Verwertung von wilden Pflanzen für die menſchliche Ernährung in Bonn teil.


