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Weilburger Winterſchul⸗Verein.
Der am 2. Juli 1899 gegründete Verein bezweckt, den Zuſammenhang zwiſchen den ehemaligen Schülern der landw. Winterſchule und der Anſtalt zu erhalten und die fachliche Weiterbildung der Mitglieder zu fördern. Der Eintritt in den Verein iſt auch ſonſtigen Freunden des Vereins und der Winterſchule geſtattet. Die Leitung liegt in den Händen eines Vorſtandes, zu dem die Herren Reichs⸗ tagsabgeordneter Bürgermeiſter Hepp⸗Seelbach(Vorſitzender), Aug. Lehr⸗Merenberg, Gutsbeſitzer 2 529. Paul⸗Selters, Landwirt Hermann Deißmann II.⸗Löhnberg und Prof Dr. Helmkampf gehören.
Gewöhnlich hält der Verein im Winter monatlich je eine Verſammlung ab, in der belehrende Vorträge, vielfach mit Vorzeigung von Lehrmitteln oder von Lichtbildern, gehalten werden und ge⸗ meinſame Beſprechung von Zeitfragen ſtattfindet.
Im letzten Winter mußte die Tätigkeit leider ruhen, da eine große Zahl der Mitglieder des Vereins in Feindesland ſtand oder ſeine Kraft in anderer Weiſe dem Vaterlande widmen mußte.
2. Die landwirtſchaftlichen Unterrichtskurſe für Lehrer
an ländlichen Fortbildungsſchulen, errichtet von Sr. Exellenz dem Herrn Miniſter für Land⸗ wirtſchaft, Domänen und Forſten, beſtanden früher aus 2 zuſammenhängenden Lehrgängen von je 5 Wochen. Laut Miniſterialerlaß vom 19. Juni 1908 ſind die Doppellehrgänge aufgegeben worden. Dafür wurde ein zuſammenhängender Lehrgang von 5 Wochen ein⸗ gerichtet, in welchem neben dem landwirtſchaftlich⸗naturkundlichen Unterrichts⸗ ſtoff eine Unterweiſung in volkswirtſchaftlich⸗bürgerlichen Dingen betrieben werden ſoll.
Die Bibliotheken der Anſtalt können von den Teilnehmern am Lehrgang während ſeiner Dauer benutzt werden, desgleichen auch die Sammlungen, ſoweit es ohne Gefahr für ſie ge⸗ ſchehen kann.
Die Koſten dieſer Lehrgänge hat Se. Exzellenz der Herr Miniſter für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten übernommen; er trägt auch zu den Beihilfen für Wohnung und Unterhalt der teilnehmenden Lehrer bei, wenn die betr. Gemeinden ⅛ hergeben. Der Unterricht iſt für die Teilnehmer umſonſt.
Als Unterrichtsſtoff iſt vorgeſehen:
1. Phyſiologiſche Unterſuchungen an Pflanze und Tier. Geſundheitspflege. Botan.⸗zoolog.
Beohachtungen. Sammeln und Herſtellen von Lehrmitteln. 2. Praktiſche chemiſche Uebungen im Unterſuchen von Stoffen pflanzlicher und tieriſcher Herkunft. Wetterkunde. Bodenkunde. 4 Bürgerkunde. Landwirtſchaftliche Zeit- und Fachfragen über Pflanzenbau und Tierzucht. Vogel⸗ ſchutz. Ausflüge und Beſuch von Betrieben. 5. Fortbildungsſchulweſen. Lehrproben. 6. Praktiſche Durchführung einer Buchführung. 7. Pſychologie der Jugendlichen. Jugendpflege. Handwerk auf dem Lande. Infolge des Krieges mußte der Lehrgang des Jahres 1915 ausfallen.
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3. Das pädagogiſche Seminar für Kandidaten des landwirtſchaftlichen Lehramts, errichtet von Sr. Exzellenz dem Herrn Miniſter für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten, wurde am 1. April 1892 eröffnet.
Bis zum 1. April 1915 wurde es von 181 Herren beſucht. Die Tätigkeit der Mitglieder des Seminars regelt ſich nach der Seminar⸗Ordnung vom 29. 2. 1908. Sie werden theoretiſch wie praktiſch durch Lehrer der Anſtalt in die allgemeine Pädagogik und die beſondere Me⸗ thodik der einzelnen Unterrichtsfächer eingeführt. Nach Erledigung des einjährigen Kurſus, der Oſtern beginnt, erhalten ſie vom Herrn Miniſter das Befähigungszeugnis als Landwirtſchafts⸗ lehrer an Landwirtſchaftsſchulen bezw. landw. Winterſchulen.
Im abgelaufenen Jahr gehörten dem Seminar folgende Mitglieder an:
182. Herr Dr. Nikolaus Loth, geb. am 21. Juni 1878 zu Mettnich, Landkreis Trier, vorgebildet auf der Univerſität zu Bonn bezw. der landw. Akademie Bonn⸗Poppelsdorf und


