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2. Das jahreszeitliche Verhalten der Vegetation und die Bodenkultur Irans, von Dr. Wil⸗ helm Gotthardt;
3. Ein Projekt zur elektriſchen Beleuchtung Weilburgs, von Dr. Theophil Nauhaus;
4. Studien über Protoplasmaverbindungen benachbarter Gewebselemente in der Pflanze, vorläufige Mitteilung von Dr. Felix Kienitz⸗Gerloff;
5. Das Verhältnis der Räuber zu den ſpäteren Dramen Schillers, zunächſt zu Kabale und Liebe, von Dr. Hugo Ottmann;
6. Die Entwickelung der Wirtſchaftsſyſteme, von Dr. Karl Henkelmann.
Am 1. und 2. September unterzogen die Herren Dr. Thiel, Geh. Oberregierungs⸗ und vortragender Rat im Miniſterium für Landwirtſchaft, Domänen und Forſten zu Berlin, und Riſch, Regierungs⸗, Schul⸗ und Konſiſtorialrat zu Wiesbaden, die Anſtalt einer eingehenden Reviſion(der erſten ſeit derjenigen von 1879, welche die Zuerkennung des Rechts zur Erteilung des Einjährig⸗ Freiwilligen⸗Zeugniſſes zur Folge hatte), indem ſie, in zuſammen 28 Lektionen, dem Unterricht in allen Klaſſen und bei allen Lehrern beiwohnten, anfänglich unter Teilnahme mehrerer Mitglieder des Kuratoriums. Den letzten Gegenſtand der Reviſion bildete am Nachmittag des 2. September eine Vorführung von Turnübungen und Turnſpielen, an deren Schluß Herr Geheimrat Dr. Thiel die wegen der Reviſion ausgefallene Sedanfeier durch eine Anſprache erſetzte, welche auf die Be⸗ deutung des Tages Bezug nehmend zugleich in wohlwollendſter Weiſe den Lehrern und Schülern ſeine Anerkennung ausdruͤckte. Dem entſprechend heißt es in dem Auszuge aus dem Reviſionspro⸗ tokoll, welcher dem Lehrerkollegium einige Wochen ſpäter mitgeteilt wurde:
„Die Unterzeichneten ſind in der angenehmen Lage, über das Ergebnis der Reviſion ſich
„mit einem allgemeinen Urteil begnügen zu können. Denn es iſt dem Direktor der Schule
„gelungen, einen durchweg aus recht tüchtigen Lehrkräften zuſammengeſetzten Lehrkörper für
„die Schule zu gewinnen..... So iſt es möglich geworden, die Schulziele, wie ſie in
„dem Reglement der Landwirtſchaftsſchule feſtgelegt ſind, in allen Klaſſen und Fächern zur
„Zufriedenheit zu erreichen, ja ſtellenweiſe über dieſelben noch hinauszugehen, ohne allem
„Anſcheine nach die körperliche und geiſtige Friſche der Schüler zu beeinträchtigen. Alles in
„allem muß der Zuſtand der Schule und der in ihr herrſchende patriotiſche Geiſt als ein
„recht befriedigender bezeichnet werden; die äußere Ordnung der Schule, die Korrektur der
„Hefte ꝛc. iſt ſorgfältig wahrgenommen, die Schuldisziplin macht keine Schwierigkeit und
„iſt faſt militäriſch geordnet, man kann die feſte Zuverſicht haben, daß die Schule ſich unter
„ihrer bisherigen Leitung immer gedeihlicher entwickeln wird.“
Am 3. Sept. wurde ſodann in gehobener Stimmung auch die ausgefallene Sedan⸗Turn⸗ fahrt durch einen Ausflug nach der Burg Gleiberg bei Gießen nachgeholt, an welchem auch die Herren Kurſiſten(ſ. unten) teilnahmen. Auf dem Rückwege über Gießen wurde daſelbſt das neu errichtete herrliche Liebig⸗Denkmal beſucht, vor welchem Herr Dr. Henkelmann, ein Schüler Lie⸗ bigs, eine Anſprache an die Schüler hielt.
ſeh Reifeprüfung für das Sommerhalbjahr 1890 waren folgende 7 Schüler der I. Klaſſe zugelaſſen:
96. Emil v. Lepel, Sohn des Gutsbeſitzers Karl v. L. zu Hattenbach bei Niederaula, Kr. Hersfeld, geb. 28. Sept. 1872, aufgenommen in III 18. Okt. 1887;
97. Albert Metzler, Sohn des Gaſtwirts Otto M. zu Weilburg, geb. 1. Jan. 1875, aufgenommen in V 16. April 1885;
98. Auguſt Rübſamen, Sohn des Kaufmanns Wilhelm R. zu Leun, Kr. Wetzlar, geb. 23. Juni 1875, aufgenommen in V 16. April 1885;
99. Ernſt Schmidt, Sohn des Kochs Wilhelm S. zu Braunfels, Kr. Wetzlar, geb. 29. Mai 1872, aufgenommen in IV 28. April 1886;
100. Rudolf Moſer, Sohn des Färbereibeſitzers Louis M. zu Weilburg, geb. 10. April 1871, aufgenommen in V 19. April 1882;
101. Louis Jeſſel, Sohn des Kaufmanns Joſeph J. zu Weilburg, geb. 17. Mai 1873 aufgenommen in III 7. Jan. 1888;


