Jahrgang 
1927
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vereins von Heſſen⸗Naſſau und Waldeck hier anweſenden Dezernenten der Anſtalt Herrn Ge⸗= heimrat Dr. Gerſtenberg ein Ständchen und begrüßte darauf den von Kaſſel hier eintreffen⸗ den Vizepräſidenten des Provinzialſchulkollegiums, Herrn Geheimen Regierungsrat Dr. Bor⸗ bein, am Bahnhof mit dem Torgauer Marſch. Die Schüler der vier oberen Klaſſen beſuchten am 16. Oktober den von der Reichszentrale für Heimatdienſt, Landesabteilung Heſſen, in Weilburg veranſtalteten ſtaatsbürgerlichen Bildungstag. Am 25. November hielt der Rezi⸗ tator Herr Fiedler vor den Schülern der VI bis IV und der UIIIl je einen Vortrag über die deutſche Ausſprache und die Kunſt der Deklamation. Den Abſchluß des zweiten Tertials bildete eine ſtimmungsvolle öffentliche Weihnachtsfeier.

Die öffentliche Peſtalozzi⸗Gedenkfeier am 16. Februar 1927 wurde mit einem Lied des Schülerchores eröffnet. Dann trug ein von Herrn Studienrat Dr. Schwarte aufgeſtellter Sprechchor Hyperions Schickſalslied von Hölderlin vor. Die Gedächtnisrede hielt Herr Ober⸗ ſchullehrer Neumann. Darauf folgte ein Sprechchor aus Wilhelm Raabes Hungerpaſtor: Auf alle Höhen, da möcht ich ſteigen. Chorgeſang ſchloß die eindrucksvolle Feier. Am⸗ 3. März fand die Frühjahrsturnprüfung der Abiturienten vor den der Prüfungskommiſſion angehörenden Herren des Lehrerkollegiums ſtatt. Die mündliche Reifeprüfung wurde am 18. März unter dem Vorſitz des Anſtaltsdezernenten Herrn Geheimrat Dr. Gerſtenberg abge⸗ halten. Sämtliche Prüflinge beſtanden, unter ihnen die erſte Abiturientin unſerer Schule. Am 26. März veranſtalteten wir eine öffentliche Gedächtnisfeier des 100. Todestages Lud⸗ wig van Beethovens. Chöre und Klavierſtücke Beethovens kamen zum Vortrag; Herr Stu⸗ dienrat Georg hielt die Gedächtnisrede. Den offiziellen Schluß des Schuljahres bildete ein: öffentlicher Schlußakt am Nachmittag des 8. April 1927. Die Eltern unſerer Schüler und die Freunde der Anſtalt hatten ſich recht zahlreich in der feſtlich geſchmückten Aula eingefunden. Nach dem einleitenden ChorgeſangEs zieht ein ſtiller Engel wandte ſich der Direktor in einer Anſprache an die Eltern der Schüler und betonte beſonders die Notwendigkeit engen Zuſammenwirkens von Elternhaus und Schule. Dann überreichte er die von der Wilina⸗ burgia als Prämien geſtifteten Bücher an die von der Klaſſenkonferenz vorgeſchlagenen Schüler. Die Preisträger waren der Sextaner Ernſt Scheerer, der Quintaner Franz Schmidt, der Quartaner Albert Bender, der Obertertianer Alfred Wick, der Unterſekundaner Her⸗ mann Keiner, der Oberſekundaner Guſtav Strödter und der Unterprimaner Hermann Eber⸗ hart. Zum Schluſſe richtete der Direktor an den an die ſtädtiſche Oberrealſchule in Gelſen⸗ kirchen verſetzten Studienaſſeſſor Lauth herzliche Worte des Dankes und Abſchieds. Darauf⸗ ergriff der Abiturient Wilhelm Baurhenn das Wort zu einer Abſchiedsrede über das The⸗ maDer Weltheiland und zeigte im Anſchluß an Vergils 4. Ekloge, wie die Religions⸗ wiſſenſchaft in der Lage iſt, die Idee eines Weltheilandes von ihren Anfängen bis zum Hö⸗ hepunkte zu verfolgen. Die Abiturientin Urſula Strauß ſprach dann im Namen der Abi⸗ turienten warme Worte des Dankes und Abſchieds. Der Unterprimaner Ernſt Wagner ant⸗ wortete im Namen der Schüler. Nach einem Lied des Chores überreichte dann der Direktor den Abiturienten die Reifezeugniſſe mit einer kurzen Anſprache. Beethovens LiedFrüh⸗ lingsruf ſchloß die ſchöne Feier. Die Aufnahmeprüfung für die Sexta des nächſten Schul⸗- jahres wurde noch am letzten Schultage, dem 9. April vorgenommen. Es prüften gemeinſam mit den Mitgliedern des Lehrerkollegiums die Herren Lehrer Schäfer und Schneider aus Weilburg, Duill aus Waldhauſen und Waſſum aus Ahauſen.

So hat unſer altes Weilburger Gymnaſium wieder ein Jahr geknüpft an die Jahr⸗ hunderte ſeines Beſtehens, ein Jahr voll ernſter Arbeit, aber auch, voll von friſchem Lebenn und froher Hoffnung,

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