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g. Teilnahme am freiwilligen Unterricht.
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Klaſſe b Engliſch Hebräiſch Zeichnen Stenografie
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h. Schulgemeinde.
Die Schulgemeinde beſchäftigte ſich im verfloſſenen Berichtsjahre mit einer Reihe von Fragen aus dem Schulleben. Beſondere Aufmerkſamkeit wandte ſie der deutſchen Jugendbewegung zu. Ein Vortrag, der die Ziele und Entwicklung der Jugendbewe⸗ gung behandelte, gab Veranlaſſung zu einer regen Ausſprache über den heutigen Stand der Bewegung und die verſchiedenen Richtungen, in die ſie ſich geſpalten hat.
Reges Intereſſe nahm die Schulgemeinde an dem Weimarer Schillerbund und ſei⸗ nen Veranſtaltungen. Zahlreiche Schüler hatten die Mitgliedſchaft erworben, jedoch konnten nur die Primaner an den Feſtſpielen in Weimar teilnehmen.
Um die Reiſe nach Weimar nicht an finanziellen Schwierigkeiten ſcheitern zu laſ ſen, veranſtaltete die Schulgemeinde ein Konzert des jugendlichen Pianiſten Clemens Nöl ke, deſſen Ertrag den Grundſtock einer Reiſekaſſe bildete.
Vom 4. bis 11. Juli weilte dann die geſamte Prima in Weimar. Es waren herr⸗ liche Tage, die wohl allen Teilnehmern für immer unvergeßlich bleiben werden. Einen unauslöſchlichen Eindruck auf die jugendlichen Zuſchauer machten die Vorſtellungen im Na⸗ tionaltheater, wo ihnen Hauptmanns„Florian Geyer“, Schillers„Braut von Meſſina“, Shakeſpeares„Sommernachtstraum“ und die„Meiſterſinger“ von Wagner geboten wur⸗ den. Daneben nahmen ſie teil an den übrigen Veranſtaltungen des Schillerbundes, einer Abendandacht in der Herderkirche und einer Begrüßungsfeier, wo Profeſſor Wüllner eini⸗ ge Goethe'ſche Gedichte, Balladen von Schiller und den herrlichen Schlußgeſang der Ilias rezitierte. In ihrer freien Zeit beſuchten die Schillerbündler die Stätten des Wirkens unſerer großen Dichterfürſten, weilten in Schillers und Goethes Haus, durchwander⸗ ten das Schiller⸗ und Goethearchiv und widmeten auf dem alten Friedhof und in der Fürſtengruft den Verblichenen einige Minuten ſtillen Gedenkens. Auch Ausflüge in die nähere Umgebung unternahm die Prima, ſo nach Schloß Tiefurt und Belvedere, deren Vergangenheit unlöslich mit dem NamenGoethes verknüpft iſt, und verweilte ſchließ⸗ lich einen Tag auf der Wartburg.
Auch nach Gießen und Frankfurt waren Theaterfahrten geplant, die bis jetzt aller⸗ dings, hauptſächlich wegen der mangelhaften Zugverbindungen noch nicht zur Ausführung kamen.
Dagegen wurde den älteren Schülern nahegelegt, wenigſtens die Veranſtaltungen
der Weilburger Theatergemeinde regelmäßigzu beſuchen. Die Aufführungen wurden dann in der Schulgemeinde oder auch im Deutſchunterricht beſprochen.


