Jahrgang 
1915
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Am 24. September schlossen sich fast alle Schüler, die 16 Jahre alt und älter waren, der neu zu gründenden Jugendwehr an, die ihre Uebungen unter militär ischer Leitung vornehmen soll. Herr Medizinalrat Dr. Schaus von hier hielt den Mitgliedern der Jugend- wehr in äusserst dankenswerter Weise belehrende Vorträge über den Bau des menschlichen Körpers unter besonderer Berücksichtigung des Blutkreislaufes und bildete sie als Not- helfer bei Unglücksfällen aus.

Das Sommerhalbjahr wurde am 29. September mit einer feierlichen Andacht ge- schlossen, das Winterbalbjahr begann Donnerstag, den 15. Oktober, eb enfalls mit einer Andacht in der Aula. Neu aufgenommen wurden im W. H. 7 Schüler. Für Kaplan Velten trat Kaplan Hölzer ein.

Am 26. November, 6 Uhr abends, fand ein von den Obersekundanern Mischke, Wicke und Nöll veranstalteter Lichtbildervortragüber die deutsche Flotte in der Aula statt, der zahlreich besucht war und allgemeinen Anklang fand.

Am 27. November fiel der Unterricht zu Ehren der grossen Erfolge unserer tapfe- ren Heere im Osten nach der zweiten Stunde aus.

Am 29. November nahm eine Anzahl Lchrer und Schüler gemeinsam an der Abend- mahlfeier teil.

Am 2. Dezember hielt Oberlehrer Wagner in der Aula einen interessanten Licht- bildervortragüber den Brüsseler Maler Wiertz mit besonderer Berücksichtigung seiner Kriegsbilder, der sich ebepfalls eines sehr zahlreichen Besuches erfreute.

Am 21. Dezember fand die liturgische Weihnachtsfeier bei brennendem Christbaum in der Aula statt, die durch die Gesänge des unter Leitung von Prof. Debes stehenden Schülerchores verschönt wurde.

Am 27. Januar 1915 beging das Gymnasium mit Kirchgang und Schulfeier, die in der festlich geschmückten Aula im Beisein eines zahlreich erschienenen Publikums ab- gehalten wurde, in ernster, aber begeisterter Stimmung den Geburtstag unseres allergnä- digsten Kaisers und Königs. Seine Majestät hatte als Prämie für einen guten Schüler das Marinealbum übersenden lassen. Die Festrede hielt Oberlehrer Dr. Bickel über den Geist der deutschen Geschichte und des deutschen Volkes.

Am 13. Februar 1915 fiel wegen des grossen Sieges unserer Truppen in Ost- preussen der Unterricht nach der ersten Stunde aus. Nach Schluss des Unterrichts er- freute uns unsere Kapelle vor dem Gymnasialgebäude mit dem Vortrage patriotischer Weisen. Da sich mittlerweile herausstellte, dass dieser Erfolg zu einer Gefangènnahme von 100 000 Russen und der völligen Befreiung Ostpreussens vom Feinde geführt hatte. wurde der Unterricht noch einmal am 17. Februar nach der zweiten Stunde ausgesetazt,

In allen Klassen fand in einer der letzten Geschichtsstunden vor den Ferien an- lässlich des bevorstehenden hundertjährigen Geburtstages unseres grossen Bismarck eine Gedenkfeier statt.

Der Gesundheitszustand der Lebrer und Schüler war im allgemeinen gut.

Pädagogisches Seminar. Das Pädagogische Seminar von 1913/14, welches aus 8 Mitgliedern bestand, löste sich, wie schon erwähnt, bei Ausbruch des Krieges auf, weil sämtliche Herren ins Heer

eintraten. Bei Beginn des Winterhalbjahres wurden uns als neue Mitglieder zugewiesen: Karl Redhardt, Dr. Erwin Peters, Hermann Metzschke, Dr. Adolf Simon und Ludwig