12
Freitag, den 4. April, wurden die wissenschaftlichen Hilfslehrer Dr. Schott und Becker zur Vertretung des versetzten Direktors, beziehungsweise des beurlaubten Prof. Dr. Müller unserer Anstalt überwiesen.
Montag, den 7. April, trat Kandidat des höheren Lehramts Gotthardt ein.
Donnerstag, den 1. Mai, wurde Kandidat des höheren Lehramts Gotthardt zur Vertretung eines erkrankten Lehrers an die Oberrealschule nach Wiesbaden berufen.
Dienstag, den 20. Mai, fand eine Revision der Anstalt durch Herrn Provinzial- schulrat Kanzow statt.
Am 25. und 24. Mai machten die Klassen Ausflüge.
Montag, den 16. luni, beging das Gymnasium die Feier des 25jährigen Regierungs- jubiläums Sr. Majestät des Kaisers und Königs. Die Festrede hielt der stellvertretende Direktor Dr. Weis.
Vom 26. Juli bis zum 18. September war Oberlehrer Müller zu einer militärischen UÜbung einberufen. Mit seiner Vertretung wurde vom 5. August bis zum 18. September der Probekandidat Dr. Voltz vom Königl. Friedrichsgymnasium in Cassel beauftragt.
Am 2. September fand in der Turnhalle die Sedanfeier statt.
Am 5. September wurde durch Allerhöchste Bestallung der Professor am König- lichen Gymnasium zu Hanau, Marxhausen, zum Königlichen Gymnasialdirektor ernannt.
Albert Marxhausen, geboren am 1. Oktober 1861 zu Ringenkuhl, Kreis Witzen- hausen, besuchte das Friedrichs-Gymnasium zu Kassel und das Gymnasium zum Heiligen Kreuz in Dresden, studierte in Tübingen und Marburg klassische Philologie und Ger- manistik und bestand am 27. Mai 1887 die Staatsprüfung pro facultate docendi. Nach- dem er das Probejahr am Königlichen Gymnasium zu Hanau abgelegt hatte, war er eine Reihe von Jahren als wissenschaftlicher Hilfslehrer an verschiéedenen Gymnasien tätig, bis er am 1. Oktober 1897 zum Oberlehrer am Königlichen Domgymnasium zu Schleswig ernannt wurde. Im Sommer 1905 wurde er in seine Heimatsprovinz zuriück- berufen und wirkte seit dieser Zeit bis Ostern 1913 am Königlichen Gymnasium zu Fulda. Hier wurde er am 18. Dezember 1906 Professor, und am 21. Januar 1907 wurde ihm der Rang der Räte vierter Klasse verliehen. Im Herbst 1911 wurde er auch zum Lehrer an dem mit dem Gymnasium zu Fulda verbundenen Königlichen Pädagogischen Seminar bestimmt.— Nachdem er Ostern 1913 auf seinen Wunsch an das Königliche Gymnasium zu Hanau versetzt worden war, wurde er am 5. September 1913 von Sr. Majestät dem König zum Gymnasialdirektor ernannt.
Am 13. September wurde dem Gymnasildirektor Marxhausen durch Ministerial- erlass die Direktion des Gymnasiums zu Weilburg vom 1. Oktober an übertragen.
Am 1. Oktober trat Professor Dr. Müller in den Ruhestand, nachdem er seit 1882 an unserer Anstalt segensreich gewirkt hatte. Dank und Anerkennung folgen dem verdienten Schulmannn. In Würdigung seiner Verdienste wurde ihm von Sr. Majestät der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen.
Am 1. Oktober wurde Oberlehrer Lieberknecht an das Königliche Gymnasium zu Marburg versetzt.
Am 13. Oktober wurden die neuangemeldeten Schüler geprüft.
Am 15. Oktober fand die feierliche Einführung des neu ernannten Direktors durch Herrn Provinzialschulrat Kanzow in der Aula statt.


