20. Dezember 1912.
17. Januar 1913.
17. Februar 1913.
10 Neuerdings hat sich wieder mehrfach gezeigt, dass durch die Aben- teurer-, Gauner- und Schmutzgeschichten, wie sie namentlich auch in einzelnen illustrierten Zeitschriften verbreitet werden, die Phantasie verdorben und das sittliche Empfinden und Wollen derart verwirrt worden ist, dass sich die jugendlichen Leser zu schlechten und selbst gerichtlich strafbaren Handlungen haben hinreissen lassen. Die Schule hat es auch bisher nicht daran fehlen lassen, mit allen ihr zu Ge- bote stehenden Mitteln dieses Uebel zu bekämpfen und alles zu tun, um bei den Schülern und Schülerinnen das rechte Verständnis für gute Literatur, Freude an ihren Werken zu wecken und dadurch die sittliche Festigung in Gedanken, Worten und Taten herbei- zuführen. In fast allen Schulen finden sich reichhaltige Büchereien, die von den Schülern und Schülerinnen kostenlos benutzt werden können. Aber die Schule ist machtlos, wenn sie von dem Eltern- hause nicht ausreichend unterstützt wird. Nur wenn die Eltern in klarer Erkenntnis der ihren Kindern drohenden Gefahren und im Bewusstsein ihrer Verantwortung die Lesestoffe ihrer Kinder, ein- schliesslich der Tagespresse sorgsam überwachen, das versteckte Wandern hässlicher Schriften von Hand zu fland verhindern, das Betreten aller Buch- und Schreibwarenhandlungen, in denen Er- zeugnisse der Schundliteratur feilgeboten werden, streng verbieten und selbst überall gegen Erscheinungen dieser Art vorbildlich und tatkräftig Stellung nehmen, nur dann ist Hoffnung vorhanden, dass dem Uebel gesteuert werden kann. Bei der Auswahl guter und wert- voller Bücher wird die Schule den Eltern wie auch den Schülern und Schülerinnen selbst mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen diejenigen Bücher angeben, die sich für die Altersstufe und für ihre geistige Entwicklung eignen. Zu diesem Zwecke werden es sich die Lebrer und Lebrerinnen gern angelegen sein lassen, sich über die in Betracht kommende Jugendliteratur fortlaufend zu unter- richten. Das in dem Weidmann'schen Verlage zu Berlin erschienene Buch des Direktors Dr. P. Johannesson„Was sollen unsere Jungen lesen?“ wird den Schülern und auch den Schülerinnen wie deren Eltern als zuverlässiger Wegweiser dabei dienen können. Der IHerr Minister übersendet ein von der Staude und Spener'schen Verlagsbuchbandlung zur Verfügung gestelltes Exemplar von Büchmanns Geflügelten Worten, das am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers und Königs cinem Abiturienten oder Primaner verliehen werden soll. Das Königl. Provinzial-Schulkollegium übersendet Bohrdt, Deutsche Schiffahrt in Wort und Bild und ein Marinealbum. Beide Werke sollen, das erstere in Allerhöchstem Auftrag, am 27. Januar d. Is. einem Schülcr als Prämie gegeben werden. Das Königl. Provinzial-Schulkollegium übersendet einen Ministerial- Erlass, demzufolge am 10. März d. J. als dem Geburtstag der


