Jahrgang 
1908
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Sonnabend, den 16. November wohnte Herr Geheimer Regierungs-Rat Dr. Jansen dem Gesangunterricht bei und teilte zum Schluss den betreffenden Lehrern seine Be- obachtungen mit.

Am 1. Advendssonntage fand in der evangelischen Kirche die gemeinsame Feier des heiligen Abendmahls und Freitag, den 20. Dezember in der lestlich erleuchteten Aula die Weihnachtsfeier statt.

Die Christferien dauerten vom 21. Dezember 1907 bis zum 6. Januar 1908. Diens- tag, den 7. Januar nahm der Unterricht wieder seinen Anfang.

Der Allerhöchste Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs wurde am Morgen des 27. Januar durch gemeinsamen Kirchgang gefeiert. Um 11 ½ Uhr fand sodann in der mit Fahnen und Blumengewinden reich geschmückten Aula ein Festaktus statt, bei welchem Deklamationen mit Vorträgen des Gymnasialchors und der Schüler- kapelle wechselten. Die Festrede hielt Professor Dr. Euler überDie kolonialen Be- strebungen des Grossen Kurfürsten.

Montag, den 17. Februar begann die schriftliche Reifeprüfung.

Mittwoch, den 26. Februar veraustaltete der Musikverein unter Mitwirkung des Sängerchors und des Quartettvereins und unter Leitung des Professors Dr. Gundlach in der Aula ein zahlreich besuchtes und in seinen einzelnen Nummern verdienten Beifall erntendes Schülerkonzert.

Sonntag, den 8. März führte der GesangvereinPaulus unter Mitwirkung nam- hafter Solisten und der Kapelle des 116. Infanterie-Regiments und unter der bewährten Leitung des Professors Dr. Gundlach in der vollbesetzten evangelischen Kirche das ungeteilten Beifall findende OratoriumJephta und seine Tochter von Karl Reinthaler auf.

Freitag, den 20. und Sonnabend den 21. März fand unter dem Vorsitz des Herrn provinzial-Schulrats Dr. Baier und zulezt unter dem Vorsitz des Direktors die mündliche Prüfung statt. Sämtliche Abiturienten bestanden dieselbe, Fritz Langreuter, Kurt Schultze und Paul Meuser wurden von der mündlichen Prüfung befreit.

Montag, den 23. März wurden die Abiturienten aus der Anstalt entlassen.

Die patriotischen Gedenktage wurden in herkömmlicher Weise gefeiert.

Der Gesundheitszustand der Lehrer war auch in diesem Schuljahr nicht so günstig, als früher. Ausser anderen Mitgliedern des Lehrerkollegiums musste insbesondere Professor Stürmer ein volles Vierteljahr vertreten werden. Ebenso war auch der Gesundheits- zustand der Schüler nicht immer befriedigend.

Personalien des neu eingetretenen Lehrers.

Peter Wassmann, geboren am 17. Oktober 1881 zu Montabaur, besuchte die Volksschule und das Gymnasium daselbst, studierte darauf an dem theologischen Seminar zu Pulda und an der Universität Münster und war sodann ein Jahr als Hauslehrer in Frankreich tätig. Ostern 1904 trat er in das Priesterseminar zu Limburg a. L. ein und wurde am 24. Februar 1905 zum Priester geweiht. Nach zweijähriger Tätigkeit an ver- schiedenen Orten wurde er Ostern 1907 als Kaplan hierher nach Weilburg versetzt und übernahm zugleich einen Teil des katholischen Religionsunterrichts und den Unterricht im MHebräischen an dem Gymnasium.