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Am 26. Juli nahmen der Direktor, sowie die Lehrer und die Kandidaten des päda- gogischen Seminars mit Genehmigung Königlichen Provinzial-Schulkollegiums an einzelnen Unterrichtsstunden des Königlichen Schullehrer-Seminars zu Usingen teil, um den Betrieb dieser Anstalt kennen zu lernen. Dem Direktor und Lehrerkollegium der genannten An- stalt sei für das freundliche Entgegenkommen bei Gelegenheit dieses anregenden und lehr- reichen Besuchs auch an dieser Stelle bestens gedankt.
Samstag den 11. August wurden die Kandidaten des pädagogischen Seminars von dem Direktor aus dem Verbande des Gymnasiums entlassen.
Montag den 13. und Dienstag den 14. August vertraten Professor Leyendecker und Professor Gropius das Gymnasium bei der fünfzigjährigen Jubelfeier der Schwester- anstalten zu Hadamar und Wiesbaden.
Dienstag den 14. August wurde das Sommer-Halbjahr mit einer gemeinsamen An- dacht geschlossen.
Der Unterricht im Winterhalbjahr begann Donnerstag den 20. September, nachdem Tags zuvor die Aufnahmeprüfung für die neu eintretenden Schüler stattgefunden hatte.
Am 18. Oktober fand in herkömmlicher Weise die Gedächtnisfeier für den Hoch- seligen Kaiser und König Friedrich III. statt.
Montag den 22. Oktober führte der Direktor den mit der teilweisen Vertretung des leider erkrankten Professors Dr. Müller beauftragten Hilfslehrer Lucas in sein Amt ein.
Die gemeinsame Abendmahlsfeier der evangelischen Lehrer und Schüler der An- stalt fand an dem 1. Sonntage nach dem Reformationsfest, dem 4. November statt.
Am 10. November beging das Gymnasium mit Gebet, Bibellektion und Gesang die Gedenkfeier der Reformation; die Festrede hielt der Direktor über„Luthers Bedeutung auf dem Gebiete der Kirche und Schule“. Am Schluss der Feier wurden 9 Exemplare der von dem Herrn Minister zu diesem Zwecke überwiesenen Urkunde über die Einweih- ung der erneuerten Schlosskirche zu Wittenberg und 5 Exemplare der Schrift„Die Er- neuerung der Wittenberger Schlosskirche eine That evangelischen Bekenntnisses“ von Professor Dr. Witte an solche Schüler überreicht, die im Religionsunterricht ein beson- deres Interesse an den Tag gelegt hatten.
In den Tagen vom 27. November bis 10. Dezember nahm der Direktor an den Beratungen der 6. Bezirks-Synode zu Wiesbaden teil, zu deren Mitglied er laut Mitteilung Königlichen Konsistoriums vom 30. Oktober 1894 von Sr. Majestät dem Kaiser und Könige ernannt worden war.
Gleichzeitig wurde Professor Dr. Müller zunächst bis Weihnachten, dann weiter bis Ostern beurlaubt, um seine Gesundheit wieder herzustellen; die von ihm bis dahin noch gegebenen 10 Unterrichtsstunden wurden zum grösseren Teil von Hilfslehrer Lucas übernommen.
Am 15. Dezember fand unter Leitung des Oberlehrers Dr. Gundlach cin zahl- reich besuchtes Schülerkonzert statt, in welchem die Leistungen des jungen Musikvereins sowohl als des Schülerchors von Seiten des anwesenden Publikums die freundlichste Aner- kennung fanden.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember bis zum 7. Januar.
Vom 3. bis 17. Januar beteiligte sich der Oberlehrer Dr. Gundlach an einem in Frankfurt a. M. veranstalteten französischen Kursus.


