21— digen Vertretungen dem Unterricht die erwünschte Ruhe und Stetigkeit fehlte. Von um so grösserer Bedeutung war daher für diese Zeit die feste und sichere Leitung der An- stalt durch den stellvertretenden Direktor, Herrn Professor Leyendecker, dem auch an dieser Stelle seinen besonderen Dank hierfür auszusprechen der Unterzeichnete sich nicht versagen kann.
Wir schliessen unseren Bericht mit dem Wunsche, dass unser altehrwürdiges, noch aus der grossen Zeit der Reformation stammendes Gymnasium den hohen Ruhm, eine Pfleg- stätte idealer Geistesrichtung und christlicher Bildung zu sein, bewahren möge bis zu den fernsten Geschlechtern. Das walte Gott!
Personalnotizen über die neu eingetretenen Lehrer.
Otto Eitel, geboren zu Weilburg am 19. September 1858, evangelischer Kon- fession, besuchte bis zum Herbst 1876 das Gymnasium daselbst und studierte sodann in München, Bonn, Leipzig und Marburg klassische Philologie und Germanistik. Am 10. Dezember 1886 bestand er in Marburg die Prüfung pro fac. doc. und absolvierte von 1886— 87 am Gymnasium zu Hanau das pädagogische Probejahr. Von 1887— 90 war er unbesoldeter Hilfslehrer an den Gymnasien zu Hanau und Frankfurt und von 1890— 92 wissenschaftlicher Hilfslehrer am Wilhelms-Gymnasium zu Cassel, von wo er mit dem 1. April 1892 an das hiesige Gymnasium überging.
Jakob Stemmler, geboren den 2. Februar 1862 in Montabaur, katholischer Konfession, besuchte daselbst das Gymnasium bis zum Herbst 1881 und studierte sodann auf der Akademie zu Münster klassische Philologie. Dort bestand er auch am 11. Februar 1886 die Lehramtsprüfung und absolvierte darauf am Gymnasium zu Montabaur von Ostern 1886— 1887 das pädagogische Probejahr. An derselben Anstalt blieb er noch als unbe- soldeter Hilfslehrer bis Herbst 1888 und wurde dann wissenschaftlicher Hilfslehrer am Realprogymnasium und Progymnasium zu Höchst a. M. Von da wurde er Herbst 1892 in gleicher Eigenschaft an das hiesige Gymnasium versetzt.
Siegmund Paulus, geboren am 26. Juni 1839 zu Ersen, Kreis Hofgeismar, als Sohn des Pfarrers und späteren Metropolitans Wilhelm Paulus, erhielt seine Vorbildung auf den Gymnasien zu Cassel und Rinteln, seine wissenschaftliche Ausbildung auf der Uni- versität Marburg. Derselbe bekleidete von 1868—72 die Stelle eines Rektors der Real- und Progymnasialklasse der Stadtschule zu Wolfhagen und wurde sodann von Ostern 1872 ab Lehrer und seit 1884 Oberlehrer am Königlichen Friedrichsgymnasium zu Cassel. Wuͤhrend dieser Zeit erwarb er sich die philosophische Doktorwürde auf Grund einer Dissertation über Bedeutung, Wesen und Umfang des Cartesianischen Zweifels. Ostern 1887 wurde er als zweiter Oberlehrer an das Gymnasium zu Marburg versctzt und, als im Herbst 1890 mit diesem ein pädagogisches Seminar verbunden wurde, zugleich zum Lehrer an demselben ernannt. Am 25. Juli 1892 wurde derselbe mittels Allerhöchst voll- zogener Bestallung vom 25. Juli d. J. zum Gymnasialdirektor ernannt und ihm am 12. August von dem Herrn Unterrichtsminister die Leitung des Gymnasiums zu Weilburg vom 1. Oktober ab übertragen.


