Jahrgang 
1892
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3. Ubersicht über die im Schuljahr 1891/92 durchgenommenen Lehrpensa.

Prima. Ordinarius: Direktor Dr. Bernhardt bis zum 5. Februar 1892, von da ab Professor Leyendecker.

Religion. a. evangelische. Kirchengeschichte. Lektüre des Johannesevan- geliums. 2 St. w. Lange.

b. katholische Glaubenslehre: Die Lehre von Gott, dem Einen und Drei- einen. Schöpfung und Erlösung. Kirchengeschichte: Neuere Zeit. 2 St. w. Im Sommer: Eberz, im Winter: Siegel.

Deutsch. Lektüre: S: Goethes Iphigenie, Egmont, Götz von Berlichingen, Tasso und Schillers Demetrius. W.: Goethes Torquato Tasso, Lessings Laokoon, Shakes- peares Julius Cäsar und Schillers Wallenstein. Mehrere Stellen aus den gelesenen Dra- men wurden memoriert.

Stilübungen: Aufsatzlehre, Dispositionsübungen. 3 St. w. Im S.: Primer, im W.: Heymach.

Themata der deutschen Aufsätze:

1. Ein unnütz Leben ist ein früher Tod. 2. Wie lüsst Goethe in seiner Iphigenie die Heilung des Orest vor sich gehen? 3. Ist der Ausspruch berechtigt: Der Mensch kann, was er will?(Klassenarbeit). 4. Welche Schönheiten finden sich in Schillers FragmentDemetrius? 5. Welches sind die eigentlichen Quellen von Tassos Unglück? 6. Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen. 7. Weshalb leiht Brutus seine Hand zur Ermordung Cüsars, und wie rächt sich die That an ihm? 8.- deger von Bechlarn und Max Piccolomini, ein Vergleich.

Abiturienten-Themata:

Herbst 1891: 1. Müssen wir die Worte Friedrichs des GrossenDass ich lebe, ist nicht notwendig, wohl aber, dass ich thätig bin auch auf uns anwenden? 2. Widersprechen sich die Worte des Horaz Nil admirari und die des Plato 76 SHæeνμαεσει d Tijs ⁶οꝙσασς

Ostern 1892: Welchen Eigenschaften verdankt das römische Volk seine Grösse?

Latein. Lektüre: Horaz, Oden II. und III. Buch. Satiren und Episteln nach Auswahl. Tacit. Annal. I.III. Buch. 4 St. w. Bernhardt, seit Februar Lange.

Cic. Laelius; Philipp. I und II. 2 St. w. Lange.

Grammatik: Repetitionen aus dem Gebiete der Syntax. UÜbungen im Über- setzen ins Lateinische und Exercitien nach Süpfles Aufgaben II. Extemporalien nach Dik- taten. 2 St. w. Lange.

Griechisch. Lektüre: Isocr. Paneg. Plat. Apolog. und Criton. Hom. II. I XII, zum Teil privatim. Soph. Antig.

Schriftliche UÜbungen: Nxercitien und Extemporalien, bisweilen, besonders gegen Ende jedes Semesters, Übersetzungen aus dem Griechischen ins Deutsche. 6 St. w. Bis zu Anfang des Februar Bernhardt, dann Gropius.

Französisch. Lektüre: Villemain, Histoire du Protectorat de Cromwell. Voltaire, Zaire.

Grammatik: Wiederholungen und Erweiterungen; Exercitien und Extempora- lien, zusammen 2 St. w. Gundlach.

Englisch(fakultativ). Gardiner, Historical Biographies. Goldsmith, The Vicar of Wakefield. 2 St. w. Gundlach.

Hebräisch. Grammatik: Formenlehre der Nomina, Lehre von den Partikeln nach Seffer. Repetition des früheren Pensums.