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Der allgemeine Lehrplan hat keine Veränderungen erlitten.
Vom Religionsunterricht liessen sich die Konfirmanden dispensieren.
Am Hebräischen nahmen 2 Primaner und 3 Secundaner, am Englischen im Winter 22, im Sommer 17, am freiwilligen Zeichenunterricht im Winter 8, im Sommer 3 Schüler teil.
Am 10. und 11. Mai d. J. nahm Herr Provinzial-Schulrat Dr. Rumpel eine Revision der Anstalt vor.
Besondere Erwähnung verdient noch, dass mit Beginn des Schuljahres die neu herge- stellten Locale bezogen werden konnten und damit einem lang gefühlten Bedürfnis abge- holfen ist. Schon seit dem Jahre 1872 war dem Gymnasium der gegenüberliegende sogenannte Komödienbau von dem Königlichen Domänenfiscus überwiesen worden. Mehrere Pläne zum Umbau waren verworfen worden, bis zuletzt der des Kreisbau-Inspectors Spinn Genehmigung fand und ein Vorschuss von 41,800 M. aus dem Nassauischen Central- studienfonds zur Ausführung bewilligt wurde. So war es möglich, fünf neue Klassen- zimmer herzurichten und auszustatten, in dem alten Gymnasialgebäude die Lehrzimmer zu erweitern und zum Teil umzubauen, auch für die naturhistorischen Sammlungen, wie für den physikalischen Apparat und die Bibliothek mehr Raum zu schaffen. Die grosse Aula im Komödienbau wurde im Laufe des Wintersemesters fertig und mit Bildern und Büsten ausgeschmückt, so dass wir jetat für unsere Schulacte einen herrlichen Raum besitzen, um den uns manche grössere Anstalt beneiden könnte. Dass auch eine neue Turnhalle unmittelbar hinter dem Gymnasium erbaut worden ist, habe ich schon im vori- gen Programm berichtet. Allen denen, welche zur Erzielung eines so erfreulichen Resul- tats mitgewirkt, insbesondere dem leitenden Baumeister, Herrn Spinn, spreche ich hier- mit öflentlich den wohlverdienten Dank für ihre Bemühungen aus.


