Schulnachrichten.
Den 21. December v. J. starb, 51 ½ Jahr alt, der Elementarlehrer H. Sauer, welcher seit Ostern 1856, also beinahe 24 Jahre, am hiesigen Gymnasium, hauptsächlich als Gesanglehrer, gewirkt hatte. Schon bei Beginn des verflossenen Schuljahres fing er an zu kränkeln und musste öfter den Unterricht aussetzen; nahm ihn aber, wenn er sich irgend stark genug dazu glaubte, immer wieder auf, bis er zuletzt dauernd ans Kranken- lager gefesselt und in noch kräftigem Alter vom Tode ereilt wurde. Die Schule hat in ihm einen willigen und fleissigen Lehrer verloren, der unter schwierigen Verhältnissen treu und gewissenhaft seinem Berufe oblag. Ein freundliches Andenken bei Kollegen und Schülern bleibt ihm gesichert. Die hartbetroffene Familie fand die allgemeinste Teilnahme, die sich auch bei dem am 23. December stattfindenden Begräübnis zeigte.
Die Stelle Sauer's wurde erst Ostern d. J. wieder besetzt und zwar durch den Elementarlehrer O. Mauck.*) Bis zu dessen Eintritt wurden die vakant gewordenen Stunden teils durch Kombination der beiden untersten Klassen gedeckt, teils unter die übrigen Lehrer verteilt. Den Gesangunterricht übernahm in den oberen Klassen Herr Lic. Oertel, in den mittleren Herr Hilfslehrer Gundlach, in den unteren Herr Ele- mentarlehrer Brückel, letzterer ausserdem den Religionsunterricht in Sexta und Quinta. Mit besonderem Danke ist zu erwähnen, dass Herr Stadtpfarrer Moser sich erbot, die zwei Religionsstunden in Quarta zu übernehmen und diese bis zum Schlusse des Jahres behalten hat.
Ausserdem unterstützte uns Herr Kandidat Hober,**) der von Neujahr an zur Abhaltung seines Probejahres hierher gewiesen war. Er verliess uns leider schon den 17. April c. wieder, um eine Stelle an der höheren Bürgerschule in Limburg anzunehmen, nachdem er der Anstalt wesentliche Dienste geleistet hatte. Durch seine Hilfe wurde es möglich, die im Kollegium entstandene Lücke ohne Mehrbelastung der übrigen Lehrer auszufüllen. Auch bei Erkrankungen, die leider öfter vorkamen, war er stets zur Ver- tretung gern bereit.
*) Oscar Mauck, geb. den 28. Juli 1849 zu Finsterwalde(M. Brandenburg), von 1869 bis 1871 Lehrer an der Elementarschule in Rödgen bei Halle, von 1871 bis 1872 Elementarlehrer in Wittenberg, von 1872 bis 1878 technischer Lehrer an der 1. Bürgerschule und höheren Töchterschule dort, von 1878 bis April 1880 Lehrer an der Landwirtschaftsschule in Weilburg.
**½) Gustav Hober, geb. 5. Februar 1854 zu Fulda, erhielt seine Vorbildung auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt, studierte dann in Marburg Philologie und bestand den 28. November 1878 die Lehramts- prüfung.
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