Jahrgang 
1854
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richt eine gänzliche, und der Sprachunterricht theilweiſe Unterbrechung erlitten hatte, ſo übernahm Herr Breidenſtein ſchon mit dem 15. Auguſt freiwillig einen Theil ſeines Unterrichts und betheiligte ſich ſchon an der im Herbſte ſtattgefundenen Prüfung.

Ferner wurde der ſeitherige Seminar⸗Hilfslehrer Zitzer zum wirklichen Se⸗ minarlehrer gnädigſt ernannt, und dem Seminarlehrer Feye eine mit dem 1. Ja⸗ nuar 1854 anfangende Gehaltszulage bewilligt.

In Folge der Verwendung des Candidaten Breidenſtein wurde, damit al⸗ ler Unterricht in die Hände ausſchließlich am Seminare beſchäftigter Lehrer gelegt werde, Herr Schreinermeiſter Schmidt unter Anerkennung ſeiner geleiſteten Dienſte mit dem 1. October ſeiner Functionen als Zeichenlehrer entbunden.

Zugleich ſei noch hier bemerkt, daß unter Genehmigung Herzoglichen Mini⸗ ſteriums der Seminarlehrer Zitzer mit der Inſpection über die geſammte Se⸗ minarökonomie, der Candidat Michel durch wohnliche Aufnahme in das Schloß mit der den Director unterſtützenden ſpeciellen Aufſicht über das Internat und mit der Sorge für die Seminarbibliothek, der Candidat Breidenſtein mit der Auf⸗ ſicht über das naturhiſtoriſche Cabinet und mit der Sorge für das Turnweſen be⸗ traut worden ſind.

Was die wohnlichen Einrichtungen für das die zweite und dritte Claſſe umfaſſende Internat betrifft, ſo iſt die Sorge hohen Miniſteriums auch dafür nicht minder thätig geweſen. Auf die betreffenden Anträge des Directoriums wurden die Arbeitszimmer und Schlafſäle der Internirten, ſowie die Seminarküche und die In⸗ ternatskellerräume nicht nur geeigneter abgetheilt und hergerichtet, ſondern auch mit allen nöthigen Möbeln und Geräthſchaften ausgeſtattet. Insbeſondere wurde der

ertheilte er theilweiſe den Zeichenunterricht in der daſigen Gewerbeſchule, ſowie den Sprachunterricht in der Abendſchule. Nachdem er ſo 31 ½ Jahre dahier als Elemen⸗ tarlehrer gewirkt hatte, entſchloß er fich, die Gränzen ſeiner bisherigen Laufbahn zu er⸗ weitern, und ſich insbeſondere als Lehrer der Mathematik und Naturwiſſenſchaften weiter auszubilden. Zu dem Ende trat er im Herbſt 1849 in das Realgymnaſium zu Wiesbaden als Hospitant ein, machte daſelbſt im Frühjahre 1851 ſein Maturitätsexa⸗ men für Mathematik und Naturwiſſenſchaft und beſuchte von Oſtern 1851 bis dahin 1853 die Univerſität Göttingen.