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Ferner kam Ostern 1914 Herr Dr. Adolf Köhler als Probekandidat an unsere Anstalt.
Adolf Köhler, geb. am 7. Januar 1889 in Schmalkalden, wurde auf der Oberrealschule seiner Vaterstadt vorgebildet und bestand Ostern 1908 die Reifeprüfung. Er studierte in Leipzig Germanistik, Englisch und Französisch und legte die Prüfung pro fac. doc. im November 1912 in Leipzig ab. Das Seminarjahr absolvierte er an der Oberrealschule in Wiesbaden von Ostern 1913 bis Ostern 1914.
3. Störungen des regelmäßigen Unterrichtsbetriebes, Beurlaubungen u. s. w.
Bis zum 7. Mai mußte Herr Kandidat und wissenschaftlicher Hilfslehrer Kehr vom Lehrer- kollegium vertreten werden(s. oben III 2).— Herr Pfarrer Braun war vom 29. April bis zum 6. Mai in persönlichen Angelegenheiten beurlaubt.— Eine Erkrankung an Kopfrose hielt Herrn Professor Dr. Elschner vom 8. bis zum 25. Mai von der Schule fern. Seine Vertretung über- nahm Herr Kandidat Dr. Köhler. Auch am 8. und 9. Juni konnte Herr Professor Dr. Elschner wegen Unwohlseins keinen Unterricht erteilen.— Für die Pfingstferien wie für den 4. und 5. Juni war der Direktor in eigenen Angelegenheiten beurlaubt.
Wegen großer Hitze mußte am 2. Juli der Unterricht in mehreren besonders ungünstig gelegenen Klassen um 12 Uhr abgebrochen werden.
4. Eine Gedenkfeier der ruhmreichen Ereignisse vor 50 Jahren fand(da der 18. April in die Ferien fiel) am 22. Apri statt. Den Schülern aller Klassen wurde die Bedeutung der Waffentaten des Jahres 1864 für die Entwicklung unseres Vaterlandes vorgeführt. Bei dieser Gelegenheit wurde dem Unterprimaner Paul Scherr und dem Quartaner Julius Meyer je ein Exemplar der vom„Kaiser-Wilhelm-Dank“ geschenkten Faksimiles der Original-Niederschrift des Liedes„Schleswig-Holstein meerumschlungen“, die sich im Besitze Ihrer Majestät der Kaiserin befindet, überreicht. Der Untersekundaner Georg Linde erhielt ein Geschenk des Herrn Unterrichtsministers, das Gedenkbuch„Düppel und Alsen, Schleswig-Holsteins Befreiung 1864.
Die RHriegszeit.
Das Leben der Schule von Beginn des 2. Quartals ab stand unter dem starken Einflusse des großen Krieges.
Lehrer und Schüler im Heeresdienst. Schon mehrere Tage vor Wiederanfang des Unter- richtes waren die Herren Oberlehrer Henkel, Dr. Schenk und Kimpel, die beiden erstgenannten als Leutnants der Reserve, Herr Kimpel als Unteroffizier der Reserve, sowie der vollbeschäftigte Kandidat Herr Kehr als Oberjäger eingezogen worden. Die Herren Henkel, Kimpel und Kehr waren zuerst im Westen, dann im Osten, Herr Dr. Schenk dauernd auf dem südwestlichen Kriegs- schauplatze(Vogesen) tätig. Sie alle sind durch Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Kl. ausgezeichnet worden, die Herren Henkel und Dr. Schenk wurden Bataillons-Adjutanten. Herr Dr. Schenk wurde zum Oberleutnant, die Herren Kehr und Kimpel zu Leutnants der Reserve ernannt. Herr Henkel erkrankte infolge der durchgemachten Strapazen und mußte gegen Weihnachten in die Heimat zurückkehren. Gegenwärtig weilt er zur Kur in Wiesbaden. Herr Kandidat Dr. Köhler wurde am 23. November zum Heere einberufen.—
Ein Strom glühender Begeisterung durchflutete unsere Schüler und riß die Waffenfähigen un- widerstehlich hinaus zum Kampfe für Kaiser und Vaterland.
Am 1. Schultage meldeten sich die sämtlichen(24) Oberprimaner und 2 Unterprimaner, welche die Prima im dritten Halbjahre besuchten, zu der von dem Herrn Minister am 1. August angeordneten


