Jahrgang 
1915
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10. Der Ministerial-Erlaß vom 8. 2. 15. UII No. 110,1 bestimmt, daß vom 1. Juni 1915 ab

Notprüfungen und die Zuerkennung der Reife für eine höhere Rlasse stattfinden dürfen, daß weiter der Dienst in der freiwilligen Rrankenpflege, wenn sich der Schüler für den

Dienst im Etappengebiet für die ganze Dauer des Krieges verpflichtet hat und für diesen Dienst

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angenommen worden ist, dem Heeresdienst gleich zu rechnen ist, sowie daß zur Notreife- prüfung nur solche Schüler zuzulassen sind, welche die Versetzung nach Oberprima erreicht haben. Verfügung des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums vom 22. 2. 15. S. 1715: Nachdem der Herr Unterrichtsminister den mit der Stadt Schmalkalden abgeschlossenen Vertrag über die Verstaat- lichung der dortigen Oberrealschule vorbehaltlich der Bereitstellung der erforderlichen Mittel durch den Staatshaushaltsetat genehmigt hat, ist als Zeitpunkt der Übernahme der Schule durch den Staat der 1. April d. J. in Aussicht genommen.

Ein Ministerial-Erlaß vom 15. 2. 15. UIII A No. 81 ordnet mit Rücksicht darauf, daß der hundertjährige Geburtstag Ottos von Bismarck in die bevorstehenden Osterferien fällt, an, daß in den Schulen kurz vor Beginn der Ferien in würdiger Weise dieses Tages ge- dacht werde.

III. Schulgeschichte.

1. Quartal.

Dienstag, den 21. April 1914, begann das Schuljahr mit den Aufnahmeprüfungen. Mittwoch, den 22. April, fand in der Eröffnungsfeier die Einführung der neu eingetretenen 51 Zöglinge statt. Veränderungen im Lehrerkollegium. Die durch den Abgang des Herrn Oberlehrers Dr. Kreiten Ostern 1913 freigewordene und seit dieser Zeit provisorisch verwaltete Stelle wurde mit dem zum Oberlehrer ernannten Kandidaten Herrn Wilhelm Kimpel aus Cassel besetzt.

Wilhelm Kimpel, geb. am 16. Januar 1887 in Cassel, besuchte das Kgl. Friedrichs-Gymnasium daselbst bis Ostern 1906, studierte in München, Berlin und Marburg Germanistik, Geschichte und Französisch und bestand die Staatsprüfung im November 1910 in Marburg. Das Seminar- jahr legte er an der Oberrealschule I in Cassel, das Probejahr an der Oberrealschule in Fulda ab, dann genügte er seiner militärischen Dienstpflicht vom 1. April 1913 bis 1. April 1914 und trat zu diesem Zeitpunkte als Oberlehrer an unserer Schule ein.

Die vorläufige Verwaltung der Oberlehrerstelle, die der Ostern 1914 nach Jena verzogene Herr Oberlehrer Heyfelder innegehabt hatte, wurde Herrn Kandidaten Ferdinand Kehr über- tragen.

Ferdinand Kehr, geb. am 29. Mai 1886 in Elberburg, Kreis Wolfhagen, erhielt seine Vor- bildung auf dem Kgl. Wilhelmsgymnasium in Cassel, das er Ostern 1905 verließ, studierte in Marburg, Berlin und Kiel Theologie, Deutsch und Erdkunde, bestand die Prüfung für das höhere Lehramt im Juli 1911 in Kiel, absolvierte sein militärisches Dienstjahr vom 2. Oktober 1911 bis zum 30. September 1912, war Seminarkandidat vom 1. Oktober 1912 bis 1. Oktober 1913 am Wöhler-Realgymnasium in Frankfurt a. M, legte die erste Hälfte des Probejahres vom 1. Oktober 1913 bis 1. April 1914 an der Oberrealschule in Hanau ab und wurde dann als cand. prob. und Stellvertreter eines Oberlehrers unserer Schule überwiesen. Leider konnte er, durch Ab- leistung einer achtwöchigen militärischen UÜbung zurückgehalten, erst am 7. Mai seinen Unterricht hier beginnen.