Jahrgang 
1911
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Naturwissenschaften: 1. Physik: 3 Stunden wöchentlich. Optik(einschließlich der Lehre von der Interferenz und Polarisation des Lichts). Wiederholungen aus der Mechanik, der Wärme- lehre und der Lehre von der Elektrizität. UÜbungsaufgaben.

Aufgabe für die Reifeprüfung:

Die Bestimmung der Stromstärke mittels des Knallgasvoltameters von Kohlrausch. Hufgabe: Bei einem Versuche wurden bei dem Barometerstande b= 740 mm während z= 10 Minuten v= 435 cem Rnallgas von der Temperatur t= 160 abgeschieden. Die Höhe der Flüssigkeitssäule im Meß- zylinder betrug h= 13,6 cm, das spezifische Gewicht der Flüssigkeits= 1,15 und der Druck des Dampfes der Flüssigkeit bei der herrschenden Temperatur d= 11,17 mm.

Wie groß war danach die Stärke des Stromes? Schmicdt.

2. Chemie: 3 Stunden wöchentlich.(2 davon für die Übungen im Laboratorium. Für letztere war die Klasse in 2 Abteilungen geteilt.) Es wurden behandelt die Metalle: Magnesium, Zink, Aluminium, Chrom, Mangan, Eisen. Maßanalyse. Gesetz der chemischen Massenwirkung, besonders Anwendungen auf die elektrolytische Dissociation. Stöchiometrische Aufgaben Repetition einiger wichtiger Metalloide. Grundzüge der organischen Chemie. Im Laboratorium wurden Trennungen von Metallen sowie leichtere Analysen ausgeführt. Amelung.

Zeichnen: a. Freihandzeichnen: 2 Stunden wöchentlich. Darstellung von Natur- und Kunst- formen in den verschiedenartigsten Techniken. Malen von Stilleben und Zeichnen nach dem lebenden, figürlichen Modell. Perspektivische Übungen in Innenräumen und im Freien. Skizzieren

mit Stift und Pinsel nach Pflanzen und lebenden Tieren. Jäckel. b. Linearzeichnen(wahlfrei): 2 Stunden wöchentlich mit Unterprima zusammen. Aufgaben aus der Schattenlehre und Perspektive. Jäckel.

Hefte ohne Linien, Papier 3 a; Linienblätter 14 Zeilen.

Unterprima. Ordinarius: Oberlehrer Dr. Schenk.

Religionslehre: a. Ev.: 2 Stunden wöchentlich. Kirchengeschichte des Mittelalters. Johannes- Evangelium und 1. Johannesbrief. Ausgewählte Abschnitte neutestamentlicher Briefe. Wieder- holung von Psalmen und Liedern.. Heyfelder.

b. Kath.: Vereinigt mit Oberprima. Ramb. Deutsch: 4 Stunden wöchentlich. Lektüre: Der Nibelunge Not, im Urtext. Im Anschluß daran

das Wichtigste über die älteste Periode unserer Literaturentwickelung, die germanischen Sagen- kreise; Eingehenderes über die mittelalterliche Blütezeit, das Volksepos, das höfische Epos, die

Lyrik. Lektüre der bedeutendsten Lieder Walters von der Vogelweide im Urtext. Drama- tische Lektüre: ShakespearesHamlet, SchillersJungfrau von Orleans, HebbelsMaria Magdalena, BjörnsonsEin Fallissement, IbsensStützen der Gesellschaft. Prosalektüre:

KleistsMichael Kohlhaas, SchillersÜber naive und sentimentalische Dichtung, Lessings Laokoon. Außerdem einige Prosastücke aus dem Lesebuch und ausgewählte Gedichte.

Freie Vorträge teils über zur Wahl gestellte Themata aus dem Gebiete der älteren deutschen Literatur, teils über selbstgewählte Stoffe.

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