Jahrgang 
1893
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III. Chronik.

. Veränderungen im Lehrerkollegium. Am Ende des Sommersemesters verliefs der Elementar- und technische Lehrer Herr Brüggemann nach einer leider nur einjährigen, ertolgreichen Thätigkeit seine hiesige Stellung, um an der deutschen Schule in Brüssel einzutreten. Die Versehung der so vakant'gewordenen Stelle übernahm der wissenschaftliche Hilfslehrer Herr Dr. Gebhard aus Wanfried. Der gesamte Gesangunterricht wurde Michaelis Herrn Kantor Wilk übertragen, der schon von Ostern v. J. ab als Gesanglehrer der Sexta thätig gewesen war. Ferner trat mit Beginn des Wintersemesters der neu berufene Zeichenlehrer, Herr Assmann, sein Amt an der Schule an.

. Die Eröffnung des Schuljahres erfolgte Montag, den 25. April. 23 Schüler wurden in die Sexta aufgenommen.

Schulfeierlichkeiten. Zur Feier des Sedantages wurde ein Ausflug der Schüler aller Klassen nach dem Dolmar veranstaltet. Auf der Höhe dieses Berges fand die Schulfestlichkeit mit Ge- sängen, Deklamationen und einer Rede des Direktors statt. Der Geburtstag seiner Majestät des Kaisers und Königs wurde in üblicher Weise durch einen Schulaktus in der Aula der Anstalt, bei dem der Direktor die Festrede hielt, begangen. An den Geburts- und Sterbetagen der Hoch- seligen Kaiser und Könige Wilhelms I. und Friedrichs III. hielten diejenigen Herren des Lehrer- kollegiums, denen die jedesmalige Leitung der Morgenandacht oblag, geeignete Ansprachen.

.Von Unterbrechungen des regelmäfsigen Unterrichtsbetriebes ist folgendes zu berichten. Herr Wassermeier war vom 9. Juni bis zum 7. August zu einer militärischen Dienstleistung eingezogen. Seine Vertretung übernahm der Kandidat der Theologie Herr Bernhard aus Schmalkalden. Durch Verfügung vom 16. Juli v. J. wurde Herr Oberlehrer Dr. Schotten für das 2. Quartal des Sommersemesters zwecks Vollendung eines wissenschaftlichen Werkes beurlaubt. Vertreten wurde er durch den Kandidaten des höheren Schulamts Herrn Dr. Werner aus Steinbach-Hallenberg. Ich verfehle nicht den genannten Herren Vertretern an dieser Stelle für die Bereitwilligkeit, mit der sie die schwere und verantwortungsvolle Aufgabe übernahmen, wie für den Eifer und die Sorgfalt, die sie bei der Erfüllung der ihnen erwachsenden Pflichten be- wiesen haben, namens der Anstalt besten Dank zu sagen. Vom 18. bis zum 26. Okt. v. J. wohnte der Direktor den Sitzungen der Gesamtsynode in Cassel bei. Ausserdem waren in persönlichen Angelegenheiten beurlaubt: Herr Oberlehrer Dr. Schotten vom 26. bis zum 29. April, Herr Oberlehrer Ruetz vom 15. bis zum 17. August und am 14. September. Gesundheitliche Störungen waren glücklicherweise bei Schülern und Lehrern verhältnismäſsig selten und an sich unbedeutend. Den Berechtigungsschein zum einjährig-freiwilligen Militärdienst erhielten am Ende des vorigen Schuljahres(Ostern 1892):

1) Kurt von Stein aus Niederschmalkalden, geb. den 10. November 1875;

2) Paul Fraebel aus Hohleborn, geb. den 29. August 1874;

3) Karl Plaut aus Schmalkalden, geb. den 8. Februar 1877;

4) Karl Liersch aus Schmalkalden, geb. den 26. September 1875;

5) Karl Funk aus Schmalkalden, geb. den 20. März 1875;

6) Willy von Wangenheim aus Kloster-Allendorf, geb. den 14. April 1872. Aufserdem wurde zwei Schülern der Gymnasial-Abteilung, Richard Lehnebach aus Schmalkalden