Jahrgang 
1892
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Die erledigte Stelle wurde zu Beginn des Wintersemesters durch Herrn Brüggemann, bis dahin Seminarhilfslehrer in Schloss-Elsterwerda, besetzt.

Gustav Adolf Ernst Brüggemann, geb, den 7. Nov. 1868 zu Luckenwalde(Prov. Brandenburg), besuchte bis

Ostern 1883 die dortige Mittelschule, dann das Kgl. Seminar in Schloss-Elsterwerda, wurde am 1. Oktober

1888 an den städtischen Schulen in Eilenburg als Lehrer angestellt und folgte Ostern 1890 einem Rufe an

die Präparandenschule zu Elsterwerda. Michaelis 1890 trat er als Hilfslehrer und Ordinarius der ilbungs-

schule an das Seminar in Schloss-Elsterwerda über. Am 1. Okt. 1891 übernahm er die Stelle eines Elementar- und technischen Lehrers an der hiesigen Austalt. Die Eröffnung des Schuljahres erfolgte Montag, den 6. April. 21 Schüler wurden aufge- nommen. Der diesjährige grössere Ausflug der oberen Klassen(am 29. Mai v. J.) hatte Ruhla zum Ziele. Die Schüler der Sexta und Quinta machten am gleichen Tage einen Spaziergang nach Herges- Vogtei. Schulfeierlichkeiten. Die grossen patriotischen Festtage, der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs und der Sedantag, wurden in der üblichen Weise durch Schulakte gefeiert. Festredner waren die Herren Wassermeier und Brüggemann. Von Störungen des Unterrichtbetriebs war das verflossene Schuljahr nicht frei. Herr Wassermeier war vom 6. April bis zum 7. Juni zu einer militärischen Dienstleistung eingezogen. Seine Vertretung übernahm der wissenschaftliche Hilfslehrer, Herr Hirschfeld in Frankfurt a. M. Bei dem Weggange dieses Herrn konnte der Rektor ihm die vollste Anerkennung aus- sprechen für sein eifriges, vom besten Erfolge begleitetes Wirken.

Nach dem Austritte des Zeichenlehrers Herrn Glimm wurden bis auf Weiteres die Herren Borschel und Luther zur Ausbilfe herangezogen. Mit dem Schluss des Sommersemesters be- endete Herr Borschel seine Thätigkeit an der Schule. Herr Luther behielt während des Winter- semesters den Schreibunterricht in Sexta und Quinta.

Der Gesundheitszustand war im Allgemeinen unter Lehrern und Schülern günstig. Doch sind einige leichte Krankheitställe im Lehrerkollegium zu verzeichnen gewesen. Länger als einen Tag waren durch Unwohlsein am Unterricht verhindert: während des Sommersemesters die Herren Dr. Schotten, Hirschfeld, Glimm, während des Wintersemesters die Herren: Simon, Dr. Schotten, Wassermeier und der Unterzeichnete.

In persönlichen Angelegenheiten waren beurlaubt: Herr Stengel vom 21. bis zum 30. Mai v. J., Herr Brehm vom 9. bis zum 12. Mai und vom 7. bis zum 12. September, Herr Dr. Schotten am 16. September und am 14. Dezember v. J.

7. Den Berechtigungsschein zum einjährig-freiwilligen Militärdienst erhielten am Ende des

vorigen Schuljahres(Ostern 1891): 1) August Meng aus Barchfeld, geb. den 24. Januar 1874; 2) Alexander Pfannstiel aus Schmalkalden, geb. den 2. April 1874; 3) Walter Mühlhan aus Schmalkalden, geb. den 14. Januar 1874; 4) Ernst Wenzel aus Schmalkalden, geb. den 6. Februar 1876; 5) Herm. Völker aus Schmalkalden, geb. den 1. Juni 1875; 6) Richard Henning aus Steinbach-Hallenberg, geb. den 21. Mai 1873. Michaelis wurde das Zeugnis zuerkannt: 1) Isidor Ganz aus Schmalkalden, geb. den 12. September 1875; 2) Philipp Reichart aus Schmalkalden, geb. den 21. Dezember 1875; von diesen besuchten zunächst Meng, Mühlhan, Völker und Wenzel die Schule weiter, Pfannstiel