Jahrgang 
1905
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So hebe sich denn der Vorhang und:

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Hoch wie eine Glocke töne

Schillers Stimme durch das Land.

Die wie Sturmwind braust und dröhnet, Bis den Sieg das Edle fand!

Nicht nur morgen, nicht nur heute, Ewig donnre ihr Gesang:

Freiheit heisst ihr Kampfgeläute, Menschlichkeit ihr Friedensklang.

Der von O.-L. Schilling gedichtete und von dem Darsteller des ersten Jägers vorgetragono

Prolog lautete:

Verzeiht, wenn wir es heute wagen, Erfüllt von frischem Jugendmut, Von Schillers Riesengeist getragen, Zu treten aus der Schule Hut

Und von der Welt, der lebensvollen, Ein kühnlich Bild euch zu entrollen!

Des Lagers bunte Menschenmenge,

Der Freiheit keckes Jubelwort.

Des Frohsinns festliches Gepränge

Riss uns zu urgewaltig fort

Und liess den Wunsch bei uns erstehen, Uns selbst in solchem Kreis zu sehen.

Wir künden zwar nur Schall und Schatten Aus grosser, tatenreicher Zeit,

Doch schon im Spiel, dem farbensatten, Klingt wieder, was an Lust und Leid

In jener Tage Schoss geboren,

Geblüht, vergangen und verloren......

So lauschet denn dem muntren Treiben,

Von dem das Lager euch erzählt!

Nur dürft ihr nimmer stehen bleiben

Am Platze, den die Musse wählt:

Traumschnell verrauscht das Scherzgetümmel,

Und bald umdüstert sich der Himmel! (Der Vorhang geht hoch.)

Die Flamme raucht das Wasser siedet,

Der Weinkrug geht von Hand zu Hand,

Zum Kampfe ist das Schwert geschmiedet.

Im Feuerschein liegt Stadt und Land,

Und lustig schmettern die Signale

Des nahen Kriegs im stillen Tale.

Drum mag auch ich nicht weiterplaudern Mit leichtgeschürztem Tändlersinn;

Es zieht mich fort mit seltnem Schaudern, Noch weiss ich selber nicht, wohin. Wer viel erzählt, hat viele Frager:

Seid herzlich uns gegrüsst im Lager!