— 33—
Hermann Schilling, am 11. 2. 1872 zu Berlin geboren, ev. Glaubens, bestand nach mehrfachem Schulwechsel Ostern 1892 am Kgl. Luisengymnasium in Moabit die Abiturientenprüfung und widmete sich seitdem bis Ostern 1896 in seiner Vaterstadt, Marburg und Breslau der Philosophie und Geschichte, Germanistik und klassischen Philologie, frieb darauf bis Mich. 1897 kunstgeschicht- liche und neusprachliche, juristische und medizinische Studien in Berlin und betätigte sich nebenher als Schriftsteller, Redakteur und Kritiker, Haus- und Privat-Lehrer im Harz und auf westpreussischen Gütern, sowie als behördlicherseits genehmigter Lehrer an der Berliner Einjährigen-, Fähnrichs- und Abiturienten-Presse„Nord-West“. Im Sommer 1901 machte er in Berlin das Examen pro facultate docendi und wurde von Mich. 1901 bis Mich. 1902 mit der Verwaltung einer Oberlehrerstelle am Kgl. Friedrichgymnasium zu Frankfurt a. O. betraut, wo er zugleich sein Seminarjahr ableistete. Im nächsten Jahr unterrichtete er als Adjunkt und wiss. Hilfslehrer am Kgl. Pädagogium und Waisen- hause bei Züllichau, von Mich. 1903 bis Mich. 1904 war er ebenfalls wiss. Hilfslehrer an den Gym- nasien und dem Realgymnasium in Steglitz und Gross-Lichterfelde und erteilte gleichzeitig den deutschen Unterricht in der obersten Klasse der Kühneschen höheren Mädchenschule zu Steglitz. Für Oktober 1904 wurde er zum Oberlehrer am hiesigen Kaiser Friedrich-Realgymnasium erwählt. Seine Veröffentlichungen in Buchform sind: 1892:„Wahrheit und Traum“, Jugendreime; 1894:„Erich und Astrid“, histor. Epos;„Wetterleuchten“, Dichtungen(2. Auflage 1903),„Lyr. Anthologie Junger und Jüngster“; 1895:„Seelenklänge“, Lieder(2. Aufl. 1896, 3. Aufl. 1904); 1897:„Silhouetten und Reliefs“, Zeitgedichte; 1898:„Gedanken eines alten Mannes“, Betrachtungen; 1899:„Lotos“, Eigenes und Übersetzungen; 1903:„Begegnungen“, Novellen; 1904:„Schwertschlag und Fiedelstrich“ Band 1, Dichtungen; 1905:„Schwertschlag und Fiedelstrich“, Band 2, Romanzen und Balladen;„Lucubrationum Statianarum, quoad Silvarum quae vocantur comprehendunt carmina, pars prior“, Programmarbeit; „Scholien und Folien“, Novellen.
Georg Hennings, ev. Konf., wurde am 18. Dezember 1871 zu Hagenow-Heide in Meckl.-Schw. geboren. Vorgebildet auf dem Kgl. Schullehrer-Seminar zu Kyritz, legte er Michaelis 1892 die erste, 1894 die zweite Lehrerprüfung ab. Er war nacheinander Lehrer in Buckow und in Pritzwalk in der Prignitz und wurde 1. 10. 1900 in den hiesigen Gemeindeschuldienst berufen. Im Sommer 1902 unterrichtete er vertretungsweise, seit 1. 4. 1903 dauernd als Vorschullehrer an der hiesigen höheren Lehranstalt. Im Februar 1904 bestand er an der Kgl. Turnlehrerbildungs-Anstalt in Berlin die Turnlehrerprüfung.
Ernst Maess, geb. am 14. September 1871 zu Lohm(Mark), ev. Konf., besuchte die Präparanden-Anstalt und das Kgl. Seminar zu Kyritz. 1891 bestand er die erste, 1894 die zweite Prüfung. Nach vierjähriger Tätigkeit als Lehrer der einklassigen Schule zu Joachimshof, Kreis Ost- prignitz, kam er an die Gemeindeschule zu Rixdorf. Im Winter 1901-02 besuchte er die Kgl. Turn- lehrerbildungs-Anstalt in Berlin und wurde im Mai 1903 als Vorschul- und Turnlehrer an die hiesige höhere Lehranstalt berufen.
Der Schulbetrieb wurde nicht ganz selten durch Erkrankungen oder sonstige Abhaltungen der Lehrer gestört. So musste, um von ziemlich zahlreichen kürzeren Unterbrechungen abzusehen, der Direktor 11 Tage lang vertreten werden, O.-L. Regeler 4, O.-L. Schultze 8. O.-L. von Selle 7, V.-L. Schmidt 6, V.-L. Hennings 9, V.-L. Hirche 7 und V.-L. Maess 6 Tage. Am empfindlichsten war wieder, wie in den beiden vorigen Jahren, die Beurlaubung des O.-L. Henczynski zu einer militärischen Übung, die ihn vor und nach den Sommerferien insgesamt auf 3 Wochen seiner Schul- tätigkeit entzog.
Am 24. 9. v. J. revidierte Herr Generalsuperintendent D. Faber den Religionsunterricht in allen Klassen und vom 13. bis zum 17. April d. J. der Dezernent unserer Schule im Kgl. Provinzial- Schulkollegium Herr Geh. Regierungsrat Dr. Vogel den gesamten Unterricht, besonders auf dem Realgymnasium, dessen Untersekundaner am 7. März in die unter dem Vorsitz des genannten Herrn und in Anwesenheit des Herrn Stadtrat Dr. Weinreich abgehaltene Schlussprüfung eintraten, die erste, die überhaupt an dieser Abteilung unserer Doppelanstalt gemacht wurde. Sieben von 9 Prüflingen wurde die Versetzungsreife für Obersekunda zugesprochen.
Am 16. und 17. Juni, ebenso am 8. Juli musste die Schule wegen zu grosser Hitze schon wührend der Vormittagsstunden geschlossen werden. Völlig fiel auf Allerhöchsten Befehl der Unter-
5


