Jahrgang 
1912
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Freitag und Sonnabend, den 21. und 22. April, veranstaltete der Zeichenlehrer Gündel im Zeichensaale eine Ausstellung von Schülerzeichnungen, die sich eines lebhaften Besuches erfreute.

Am 20. Juni unternahmen die einzelnen Klassen unter Führung ihrer Ordinarien die üblichen Ausflüge, die vom Wetter leider nicht begünstigt waren.

Am 26. Juni fiel der Vormittagsunterricht aus, um den Schülern Gelegenheit zu geben, bei Minden den Rundflug mitanzusehen.

Wegen grosser Hitze fiel der Unterricht am 11. Mai nach der 3. Unterrichtsstunde aus, ebenso infolge höherer Verfügung am 8., 9. u. 10. August nach der 2. Vormittagsstunde.

Am 22. September beehrte der Dezernent der Anstalt, Herr Provinzial-Schulrat Kanzow, das Gymnasium mit seinem Besuche und wohnte dem Unterrichte mehrerer Lehrer bei, ebenso am 11. Dezember.

Am 2. September machte die Schule zur Feier des Sedantages unter Be- nutzung eines Sonderzuges der Eisenbahn einen gemeinsamen Ausflug nach dem Bade Eilsen, und feierte dort vom Wetter begünstigt wieder, wie in früheren Jahren, unter ausserordentlich grosser Beteiligung der Eltern und Angehörigen der Schüler ihr Schulfest. Nach einer Ansprache, in der der Professor Dietz auf die Bedeutung des Tages hinwies, veranstalteten die Schüler der unteren Klassen unter Leitung des Zeichen- lehrers Gündel eine scherzhafte, von lebhaftem Beifall aufgenommene Aufführung(Dr. Eisenbart), dann folgte ein von nicht minder lebhaftem Beifall begleitetes Schauturnen des Schülerturnvereins, das mit einer Stellung von Pyramiden abschloss. Hierauf ver- gnügten sich die Schüler der oberen Klassen am Tanze, die Schüler der mittleren Klassen suchten unter Leitung ihrer Ordinarien einige schön gelegene Punkte des lieblichen Bade- ortes auf; die Schüler der unteren Klassen wurden von den Turnlehrern Oberlehrer Schaefer und Zeichenlehrer Gündel mit Spielen beschäftigt. Abends zogen die heimkehrenden Schüler mit brennenden Papierlaternen durch die Stadt unter Vorantritt der städtischen Musikkapelle zum Gymnasium, wo auf dem Kollegienplatze nach dem Gesange der Wacht am Rhein mit einer Ansprache und mit dem gemeinsamen GesangNun danket alle Gott die Feier ihr Ende fand.

Das Winterhalbjahr wurde am 11. Oktober in gewohnter Weise eröffnet, wobei vier neue Schüler aufgenommen wurden.

Am 31. Oktober feierte die Schule in herkömmlicher Weise das Reformationsfest und zugleich ihren Stiftungstag(31. 10. 1817). Hierbei sprach der Religionslehrer Oberlehrer Dr. Schmidt über Luthers Verdienste um das deutsche Schulwesen. Dann gaben Schüler der oberen Klassen durch den Vortrag von Gedichten und eigenen Aus- arbeitungen ein Bild von Luthers reformatorischem Wirken vom Jahre 1522 bis 1524

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