Jahrgang 
1911
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Dazu wurde am 1. Juli Herr Professor Schwarz auf seinen Antrag wegen seiner erschütterten Gesundheit mit der gesetzlichen Pension von dem Königl. Provinzial- Schulkollegium unter dem Ausdruck des Dankes und der Anerkennung für seine lang jährige, treue und erfolgreiche Wirksamkeit im höheren Schuldienst entlassen und ihm von Sr. Majestät dem Kaiser und König in Anerkennung seiner Verdienste der Rote Adler- orden 4. Kl. verliehen. Die Anstalt verliert durch seinen Abgang einen höchst verdienstvollen Lehrer, der mit nicht geringem Lehrgeschick einen grossen Pflichteifer und treue Hingebung für seinen Beruf verband. Diese Eigenschaften, verbunden mit aufrichtiger Liebe zu der ihm anvertrauten Jugend, haben ihm die Liebe und Wertschätzung seiner Schüler erworben um so mehr, als er ihrer sich auch ausserhalb seines Unterrichts annahm und ihnen seine eigne Teilnahme und Liebe an der Natur und an der Tierwelt einzupflanzen suchte. Die Verbesserung der hiesigen Gymnasialbadeanstalt, die als mustergültig anerkannt wird, von der Zeichnungen auch auf der Weltausstellung in Brüssel von der Preuss. Unterrichtsver- waltung ausgestellt worden sind, ist wesentlich sein Verdienst. Im Lehrerkollegium war er ein verbindendes Element durch seine Fähigkeit, die Menschen zu nehmen, wie sie sind. Bei seinem Scheiden widmeten ihm seine Kollegen zwei Reliefbilder, einen Hirsch- und einen Gemskopf in Geislinger Metall, als Abschiedsgeschenk.

Am 2. September machte die Schule zur Feier des Sedantages unter Be nutzung eines Sonderzuges der Eisenbahn einen gemeinsamen Ausflug nach dem Bade Eilsen und feierte dort vom Wetter begünstigt wieder, wie in früheren Jahren, unter ungewöhnlich grosser Beteiligung der Eltern und Angehörigen der Schüler ihr Schulfest. Nach einer Ansprache, in der der Professor Dr. Pulch auf die Bedeu tung des Tages hinwies, folgte ein von lebhaftem Beifall begleitetes Schauturnen des Schülerturnvereins, das mit einer Stellung von Pyramiden abschloss. Hierauf ver- gnügten sich die Schüler der oberen Klassen am Tanze, die Schüler der mittleren Klassen suchten unter Leitung ihrer Ordinarien einige schön gelegene Punkte des lieblichen Bade- ortes auf; die Schüler der unteren Klassen wurden von ihren Ordinarien und dem Turnlehrer Zeichenlehrer Gündel mit Spielen beschäftigt. Abends zogen die heimkehrenden Schüler mit brennenden Papierlaternen durch die Stadt unter Vorantritt der städtischen Musikkapelle zum Gymnasium, wo auf dem Kollegienplatze nach dem Gesange der Wacht am Rhein mit einer Ansprache und mit dem gemeinsamen GesangNun danket alle Gott die Feier ihr Ende fand.

Das Winterhalbjahr wurde am 11. Oktober in gewohnter Weise eröffnet. Am 31. Oktober feierte die Schule in herkömmlicher Weise das Reformations- fest und zugleich ihren Stiftungstag(31. 10. 1817). Hierbei gab der Religionslehrer Oberlehrer Dr. Schmidt in grossen Umrissen eine Darstellung von Luthers reforma- torischen Verdiensten um die deutsche Schule, und Schüler der oberen und mittleren Klassen gaben durch den Vortrag von Gedichten und eigenen Ausarbeitungen ein Bild von Luthers