Dr. Emil Schmidt) und zur Versehung der beiden Hilfslehrerstellen der Hilfslehrer Dr. Max Thielemann) und der Probekandidat Paul Erdnissé).
Am 4. Mai beehrten die Herren Geh. Regierungsrat Dr. Norrenberg aus dem Unterrichtsministerium zu Berlin und Provinzial-Schulrat Dr. Wassner aus Cassel die Anstalt mit ihrem Besuche und wohnten dem Unterricht einer Anzahl Lehrer bei.
Am 31. Mai unternahmen die einzelnen Klassen unter Führung ihrer Ordinarien die üblichen Ausflüge nach dem Hermannsdenkmale, dem Steinhuder Meere, den Bückebergen, nach Porta, dem Bade Oeynhausen, nach Hameln und dem Taubenberge.
Die Pfinstferien dauerten vom 13. bis 19. Mai, die Sommerferien vom 1. Juli bis zum 2. August, die Herbstferien vom 24. September bis zum 10. Oktober, die Weihnachtsferien vom 20. Dezember bis zum 4. Januar.
Vom 6. bis 11. Juni fiel wegen grosser Hitze der Unterricht nach der 3. Unter-
richtsstunde aus.
Am 1. Juli fand höherer Anordnung zufolge zum 100 jährigen Todestage der hochseligen Königin Luise eine Schulfeier statt, bei der der Oberlehrer Schaefer die Gedenkrede hielt und die von einzelnen Schülern vorgetragenen Gedichte ausgewählt hatte.
Gleichzeitig wurde das erste Vierteljahr des Schuljahrs geschlossen, das für den Unterricht durch die Anfangs Mai eingetretene schwere Erkrankung und Beurlaubung der Herren Professor Berlit und Zeichenlehrer Gündel manche Störungen brachte. Während der Zeichenlehrer Gündel in den Sommerferien durch eine Badekur im Bade Salzuffeln seine Gesundheit soweit wieder hergestellt sah, dass er nach den Sommerferien seinen Unterricht fast ganz wieder aufnehmen konnte, musste der Professor Berlit auch noch das ganze zweite Vierteljahr bis zu den Herbstferien zur Herstellung seiner Gesund- heit beurlaubt werden.
¹) Emil Schmidt, geb. am 10. 4. 1883 in Diez a. Lahn, ev., besuchte von Ostern 1892 bis 1897 das Progymnasium zu Diez und dann bis Ostern 1001 das Königl. Gymnasium zu Weilburg, studierte in Marburg, Halle und Berlin Theologie, Hebr. Philologie und Germanistik und bestand zu Marburg am 25. 5. 1906 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Am 31. 7. 1907 wurde er in Marburg zum Dr. phil. pro- moviert auf Grund einer Dissertation: UÜber die Zusammengehörigkeit der poet. Fragmente vom Minnehof, der Böhmenschlacht, der Göllheimer Schlacht und dem Ritterpreis. Von Ostern 1007 bis 1008 leistete er das Seminar- jahr am Königl. Gymnasium zu Wiesbaden ab und wurde zugleich als Hilfslehrer an der dortigen Oberreal- schule beschäftigt. Von Ostern 1908 bis 1910 versah er eine wiss. Hilfslehrerstelle an der Oberrealschule zu Marburg, indem er zugleich sein Probejahr ablegte. Er wurde am 1. 7. 1910 zum Oberlehrer ernannt.
2) Max Thielemann, geb. am 12. 6. 1881 zu Questenberg a. Harz, ev., besuchte von Mich. 1891 bis Ostern 19002 die lat. Hauptschule der Franckeschen Stiftungen zu Hlalle, studierte dann in Heidelberg und Halle Mathematik und Naturwissenschaften. Am 12. 3. 1907 promovierte er zu Halle mit einer Dissertation: Uber die Eisverhältnisse der Elbe und bestand dort am 27. 7. 1907 die Prũfung für das Lehramt an höheren Schulen. Vom 1. 10. 1907 bis 1908 genügte er seiner Militärpflicht. Das Seminarjahr leistete er vom 1. o. 190d bis 1900 am Gymnasium zu Weilburg, das Probejahr von Mich. 1909 bis 1. 6. 1910 an der Oberrealschule zu Marburg ab.. 3) Paul Erdniss. geb. am 21. 1. 1886 zu Höchst a. M., ev., besuchte von Ostern 1895 bis Mich. 1901 das Gymnasium zu Höchst und dann bis Ostern 1904 das Gymnasium V Hadamar, studierte zu Kiel, Berlin und München klass. Philologie und Geschichte und bestand am 30. 1. 1909 zu Kiel die Lehrhunts⸗ prüfung für höhere Schulen. Das Seminarjahr legte er am Gymnasium zu Oberlahnstein ab von Ostern 1900 bis 1910, das Probejahr hier unter gleichzeitiger Versehung einer vollen Hilfslehrerstelle.
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