Jahrgang 
1907
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führen, durch warnende Mitteilungen das Lehrerkollegium zu unterstützen, so ist jedenfalls an Schulorten von mässigem Umfange mit Sicherheit zu erwarten, dass das Leben der Schüler ausserhalb der Schule nicht dauernd in Zuchtlosigkeit verfallen kann.

Der Kreis Grafschaft Schaumburg hat für auswärtige Schüler, die das Gym nasium in Rinteln besuchen sollen, ein Alumnat(Schülerheim) gegründet, welches von einer Hausdame geleitet wird, der ein in der Anstalt selber wohnender Lehrer zur Seite steht.

Die Verwaltung dieses Schülerheims führt ein vom Kreise gewähltes Kuratorium, bestehend aus dem Landrat des Kreises, dem Königlichen Gymnasialdirektor und einem Mitgliede des Kreisausschusses. Das Schülerheim bietet Raum für 14 Pfleglinge. Aufgenommen werden evangelische Schüler aller Klassen des Gymnasiums, welche bisher in ihrer sittlichen Führung zu Bedenken keinen Anlass gegeben haben. Schüler, welche wegen unangemessenen Betragens von anderen Anstalten entfernt sind, bleiben prinzipiell von der Aufnahme ausgeschlossen. Der Pensionspreis beträgt für das Vierteljahr 250 Mk., für Söhne von unbe- mittelten Landgeistlichen 150 Mk. Daneben sind der Verwaltung vierteljährlich 50 Mk. für Wäsche, Taschen- geld etc. zur Verfügung zu stellen. Der Eintritt kann, soweit Platz vorhanden ist, jederzeit erfolgen, der Austritt nur nach vierteljähriger Kündigung. Auf Wunsch werden auch Schüler katholischer Konſession aufgenommen, sie haben sich aber den aus dem evangelischen Charakter der Anstalt sich ergebenden Ordnungen zu fügen.

Zur Aufnahme in die Sexta des Gymnasiums ist in der Regel das voll- endete neunte Lebensjahr erforderlich.

An Vorkenntnissen wird verlangt:

a) Fertigkeit in deutlichem, sinngemässem Lesen und Schreiben deutscher und

lateinischer Schrift; b) die Fähigkeit, ein Diktat ohne allzu grobe Fehler niederzuschreiben und eine kurze Erzählung mündlich wiederzugeben; c) praktische Geläufigkeit in den 4 Spezies mit unbenannten ganzen Zahlen; d) Kenntnis der wichtigsten biblischen Geschichten.

Vorkenntnisse im Lateinischen sind nicht erforderlich, ja nicht einmal erwünscht.

Die Herren Geistlichen, Rektoren und Lehrer auf dem Lande, welche sich mit der Vorbereitung von Knaben für unser Gymnasium beschäftigen, ersuche ich im Interesse ihrer Zöglinge wie unserer Schule, sich bei ihrem Unterrichte nur der in der Anstalt eingeführten Lehrbücher bedienen und sich in ihrer Methode möglichst an den Gang des Gymnasialunterrichts anschliessen zu wollen. Exemplare dieses Jahresberichtes stehen auf Verlangen gern zu Diensten.

An die Eltern und verantwortlichen Pensionshalter unserer Schüler richte ich die ganz besondere Bitte, in allen zweifelhaften Fällen, wo sie eines Rates, einer Belehrung oder Aufklärung seitens der Schule bedürfen, sich ohne weiteres an mich oder den Herrn Ordinarius bezw. die Lehrer ihrer Söhne wenden zu wollen. Die Sprech-