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Dem bekannten Dichter und Romanschriftsteller Dr. Julius Rodenberg zu Berlin, der von Ostern 1846 bis 1851 Schüler des Gymnasiums gewesen war und das Zeugnis der Reife bei seinem Abgange sich erworben hatte, sandten Direktor und Lehrer- kollegium zu seinem 75. Geburtstage, 26. 6. 1906, ihre herzlichsten Glückwünsche. In seinem Dankschreiben sagt der greise Dichter unter anderem:„Unter den Büchern, die von der Schule her mich durchs ganze Leben begleitet haben, ist eine kleine Ausgabe des Horaz mit der Inschrift:„10. XII. 1840“˙. Mit diesem Bändchen bin ich vor 4 Wochen noch in Rom und dem alten Tibur gewesen und habe hier die Stätte des Hauses gesehen, in dem Horaz auf der Reise nach seinem sabinischen Landgut im benachbarten Tale der Digentia zu übernachten pflegte. Gegenüber, wo jetzt umbraust von dem Tosen der herab- stürzenden Wasserfälle eine Papierfabrik steht, war die Villa des Horaz. Jede dieser Er- innerungen rief auch die Erinnerungen an Rinteln und das Gymnasium wach; ja ich darf sagen, dass das einzige, aber unzerreissbare Band, das mich mit ihm verknüpft, meine Liebe zu Horaz ist“.
Die Pfingstferien dauerten vom 2. bis zum 6. Juni, die Sommerferien vom 7. Juli bis zum 6. August, die Herbstferien vom 30. September bis zum 15. Oktober, die Weihnachtsferien vom 22. Dezember bis zum 7. Januar.
Am 27. Juli 1906 starb zu Erfurt im 900. Lebensjahre der verdienstvolle Ober- lehrer a. D. Professor Dr. Ludwig Stacke, der bekannte Herausgeber einer Anzahl geschichtlicher Lehrbücher, der von 1850 bis 1866 und dann wieder von 1868 bis 1882 zu den hervorragenden Lehrern des Königl. Gymnasiums gehört hatte. Er ist der Verfasser der lateinischen Inschrift, die, in der Aula angebracht, in vielsagender Kürze die Geschichte des Gymnasiums erzählt.
Am 8. August fiel mit Genehmigung des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums der Unterricht aus, damit Lehrer und Schüler an dem Hauptgottesdienste des Gustav-Adolf- festes des hessischen Hauptvereins teilnehmen konnten. Am Abend vorher hatte der Direktor dem Vorstand des Vereins 64 Mark ais Gabe der Schüler überreicht zur Unter- haltung eines sogenannten Konſirmandenhauses in der Provinz Posen.
Am 14. August verlor die Anstalt einen lieben hoffnungsvollen Schüler, den Ober- sekundaner Walter Heckmann, durch den Tod, der ihn in wenigen Tagen unter qual— vollen Leiden durch eine schwere Diphtherie hinwegriss. Lehrer und Schüler begleiteten ihn am 17. August zur letzten Ruhestätte, die er neben seinem Vater, dem am 7. April 1904 gestorbenen Oberlehrer Friedrich Heckmann, gefunden hat.
Am 18., 19. und 28. Juni und am 14. und 15. August musste der Nachmittags- unterricht wegen zu grosser Hitze ausfallen.
Am 3. September 1900 machte die Schule zur Feier des Sedantages unter Benutzung eines Sonderzuges der Eisenbahn einen gemeinsamen Ausflug nach dem


