Die übliche gemeinſchaftliche Abendmahlsfeier der evangeliſchen Lehrer und Schüler der Anſtalt fand Sonntag, den 3. November, in der reformierten Kirche ſtatt.
Am 22. Dezember wurde der Unterricht mit einer Weihnachtsandacht geſchloſſen.
Am 25. Januar veranſtaltete die Schule im großen Saale des Abendvereins eine öffent⸗ liche muſikaliſche Abendunterhaltung. Zu dieſem Zwecke hatten die muſikaliſchen Schüler ein kleines Orcheſter gebildet, welches unter der Leitung eines Abiturienten vier Stücke(1. Ouver⸗ türe zur Fledermaus von Joſ. Strauß, 2. einen Walzer, 3. Andante aus Haydns G-dur Symphonie, 4. Eſtudiantina von Waldteufel), zum Vortrag brachte. Unter Leitung des Geſanglehres Pfetzing trugen dann die Schüler der Sexta und Quinta zwei Knabenchöre vor, die Schüler der oberen Klaſſen drei Männerchöre, der gemiſchte Chor eine Motette, drei Volkslieder, ſowie ſechs altniederländiſche Volkslieder von Kremſer(mit verbindendem Text). Die Aufführung war ſehr gut beſucht und fand den lebhafteſten Beifall. Von der Geſamteinnahme 227,60 ℳ. wurde der Reinertrag mit 155,70 ℳ. wieder dem hieſigen Vaterländiſchen Frauen⸗Verein vom Roten Kreuz überwieſen.
Am 27. Januar vormittags fand in der Aula ein ſehr zahreich beſuchter Schulakt zur Feier des Allerhöchſten Geburtstages Sr. Maj. des Kaiſers und Königs ſtatt mit Schriftverleſung, Declamationen und Geſangsvorträgen der Schüler. Die Feſtrede hielt der Profeſſor Berlit über den Grafen Wilhelm zu Schaumburg⸗Lippe.
Am 6. Februar fiel der Nachmittagsunterricht aus, um den Schülern das Vergnügen des Schlittſchuhlaufens zu ermöglichen.
Am 8. Februar fand in dem Bütheſchen Saale ein öffentliches Schauturnen des Schülerturnvereins ſtatt. Die zum Teil ſehr guten Leiſtungen, beſonders- im Sprung und am Reck, fanden den lebhafteſten Beifall der ſehr zahlreich erſchienenen Zuſchauer. Von der Geſamt⸗ einnahme des Eintrittsgeldes(82,70 ℳ.) wurde der Reinertrag mit 40,15 ℳ. dem Burenhilſsbund zur Unterſtützung gefangener Burenfrauen und Burenkinder überwieſen.
Der Oberlehrer Dr. Wolſcht, welcher ſeit dem 1. Oktober 1893 am hieſigen Gymnaſium thätig war, wurde auf ſeine Bitte um Verſetzung durch den Herrn Miniſter(mitgeteilt durch Verfügung des Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 8. Januar 1902) für den 1. April 1902 an das Königl. Gymnaſium zu Friedeberg i. Nm. verſetzt. Er ſah ſich aber infolge hochgradiger Nervoſität veranlaßt, ſchon vom 28. Januar an ſeinen Unterricht an dem hieſigen Gymaſium aufzugeben und das Königl. Provinzial⸗Schulkollegium auf Grund eines ärztlichen Zeugniſſes bis zum Ende des Schuljahres um Urlaub zu bitten, der ihm auch durch Verfügung vom 30. Januar gewährt wurde. Dank dem freundlichen Entgegenkommen des Metropolitans Braunhof, der eine größere Anzahl Religionsſtunden übernahm, war es möglich, die ſonſt ſehr empfindliche Unterrichtsſtörung unter Ausfall einzelner Stunden zu bewältigen.
Die ſchriftliche Reifeprüfung wurde vom 28. Januar bis 3. Februar mit 10 Ober⸗ Primanern abgehalten. Die mündliche Prüfung fand am 25. Februar unter dem Vorſitze des Herrn Provinzial⸗Schulrats Dr. Kaiſer aus Kaſſel ſtatt. Acht Ober⸗Primanern wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt.


