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Herr Dr. Paehler aus Kaſſel den unterzeichneten Direktor Dr. Heldmann*) in das hieſige Direktorat ein, nachdem er ihn vorher in Gegenwart der ſämtlichen Lehrer vereidigt und ihm ſein am 3. Oktober von Sr. Majeſtät dem Kaiſer und König vollzogenes Direktorpatent ein⸗ gehändigt hatte. Bei der Einführung gedachte der Herr Provinzial⸗Schulrat Dr. Paehler der Verdienſte des verſtorbenen Direktors Dr. Büsgen um die Anſtalt und wies dann den neuen Direktor, der durch ſeine frühere 18jährige Dienſtzeit in der Provinz der vorgeſetzten Behörde wohl bekannt ſei, ſowie Lehrer und Schüler auf ihre Pflichten hin. Der Direktor erwiderte in kurzer Rede und wurde dann von dem Herrn Profeſſor Dr. Hartmann im Namen des Lehrer⸗ kollegiums willkommen geheißen.
Am 27. November veranſtaltete die Schülerkapelle im großen Saale des Ratskellers eine muſikaliſch⸗deklamatoriſche Abendunterhaltung, welche von den Eltern und Angehörigen der Schüler ſowie von den Freunden der Schule ſehr gut beſucht wurde.
Am 8. Dezember veranſtaltete die Schule infolge höherer Weiſung zur Erinnerung an den 300jährigen Geburtstag Guſtav Adolfs, Königs von Schweden, eine öffentliche Feſt⸗ feier mit Choralgeſang, Schriftlektion und Deklamationen. Der Oberlehrer Schwarz entwarf in ſeiner Feſtrede ein lebensvolles Bild des großen nordiſchen Helden und ſeiner Verdienſte um die Reformation in Deutſchland.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember 1894 bis zum 7. Januar 1895.
Am 12. Januar wurde, um das Intereſſe der Schüler für die durch den harten Winter notleidenden Vögel zu wecken, auf dem Turnhof ein drehbarer Futterkaſten für die Vögel aufge⸗ ſtellt. Um die Fütterung der armen Tiere machten ſich beſonders verdient die Quartaner Rohde und Poppelbaum.
Donnerstag den 24. Januar fiel der Nachmittagsunterricht aus, um den Schülern das Vergnügen des Schlittſchuhlaufens zu gewähren.
Am 26. Januar vormittags fand in der Aula ein ſehr zahlreich beſuchter öffentlicher
*) Karl Chriſtian Heldmann, geb. am 1. h. Pfingſttag den 15. Mai 1842 zu Niederasphe bei Marburg, beſuchte von Oſtern 1854 bis Oſtern 1861 das Gymnaſium zu Marburg, ſtudierte nach längerer Krankheit von Michaelis 1861 bis 1865 auf den Univerſitäten zu Marburg und Leipzig klaſſiſche und deutſche Philologie und Geſchichte. Nachdem er im Laufe des Sommers 1865 die Prüfung für die Kandidaten des höheren Schulamts bei der Kurfürſtl. Prüfungskommiſſion zu Marburg beſtanden hatte, wurde er durch höchſte Verfügung vom 16. September 1865 als Probekandidat und beauftragter Lehrer dem Gymnaſinm zu Hanau und Oſtern 1866 dem Gymnaſium zu Rinteln überwieſen und am 1. Juli 1866 an das Gymnaſium zu Caſſel, genannt Lyceum Fridericianum, verſetzt. Zum ordentlichen Lehrer wurde er am 17. Mai 1867 und zum Oberlehrer am 11. Oktober 1878 ernannt. Oſtern 1875 erteilte ihm auf grund einer Abhandlung: ‚Emendationes Lyciacae“ die philoſophiſche Fakultät zu Marburg die philoſophiſche Doktorwürde. Am 14. März 1883 wurde er von Sr. Durchlaucht dem Fürſten zu Waldeck und Pyrmont durch Verleihung des Waldeckſchen Verdienſtkreuzes 3. Klaſſe ausgezeichnet. Am 12. Mai 1883 wurde er von Sr. Durchlaucht dem Fürſten Adolf Georg zu Schaumburg⸗Lippe zum Direktor des Fürſtl. Gymnaſiums Adolfinum in Bückeburg ernannt und ihm am 22. November 1885 das Ehrenkreuz 3. Klaſſe des Fürſtl.⸗Lippiſchen Hausordens verliehen. Am 3. Oktober 1894 wurde er von Sr. Maj. dem Kaiſer und König zum Kgl. Gymnaſialdirektor ernannt und ihm durch Verfügung des Herrn Miniſters der geiſtl. Unterrichts⸗- und Medizinal⸗Angelegenheiten vom 13. Oktober 1894 die Leitung des Königl. Gymnaſiums zu Rinteln übertragen.
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