Jahrgang 
1895
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III. Chronik der Schule.

Montag den 2. April 1894 fand die Prüfung der neu eintretenden Schüler ſtatt. Am folgenden Tage eröffnete an Stelle des erkrankten Direktors Dr. Büsgen der Pro⸗ feſſor Berlit in üblicher Weiſe das Schuljahr, indem er nach der Morgenandacht die Schulordnung verlas und die neueintretenden Schüler durch Handſchlag auf die Befolgung derſelben verpflichtete. Bei dieſer Gelegenheit ſtellte er den verſammelten Schülern den Lehrer Ehrhard Klonk*) vor, der durch Verfügung Kgl. Provinzial⸗Schulkollegiums zu Kaſſel vom 21. Februar 1894 vom Real⸗Progymnaſium zu Lübben zum Erſatz des an das Gymnaſium zu Wiesbaden verſetzten Lehrers Schmidt(ſ. Programm 1882 S. 12) für den 1. April als techniſcher Lehrer hierher berufen war. Zugleich war aus dem Lehrerkollegium der Oberlehrer Ludwig Zobel(ſ. Programm 1894 S. 14) ausgeſchieden und durch Verfügung des Provinzial⸗Schulkollegiums vom 19. März 1894 in gleicher Eigenſchaft an das Kgl. Gymnaſium zu Fulda verſetzt worden. Das Ausſcheiden dieſes Lehrers aus dem Verband der Schule nötigte leider dazu, in gewiſſen Unterrichtsſtunden mehrere Klaſſen zu vereinigen(II,1 und 2 in Religion, III,1 und 2 in Religion, Deutſch, Lateiniſch, Franzöſiſch, Geſchichte und Erdkunde, IV und V in Religion, V und VI in Naturgeſchichte).

Beſonders folgenſchwer und traurig aber erwies ſich der Geſundheitszuſtand des Direk⸗ tors Dr. Büsgen. Schon vor Oſtern an der Influenza erkrankt, hatte der pflichttreue Mann noch einmal mit Aufbietung ſeiner letzten körperlichen Kräfte am 8. März ſeine letzte Amtshandlung vorgenommen und in Vertretung des Herrn Geh. Regierungsrates Dr. Lahmeyer bei der Reifeprüfung als Kgl. Kommiſſar den Vorſitz geführt. Nach Oſtern machte das Fortſchreiten ſeiner Krankheit es ihm unmöglich, Unterricht zu erteilen, und nötigte ihn am 17. April, das Kgl. Provinzial⸗ Schulkollegium um einen ſechswöchentlichen Urlaub zu einer Badekur zu bitten. Ohne dieſe zur Ausführung zu bringen, erlag der noch im beſten Mannesalter ſtehende Mann der tückiſchen Krank⸗ heit am 4. Juni. Am folgenden Tage teilte der Profeſſor Dr. Hartmann, welcher ſeit dem 24. April mit der Verſehung der Direktorgeſchäfte beauftragt war, dieſe Trauerbotſchaft der verſammelten Schulgemeinde nach der Morgenandacht mit und hob in kurzer Rede die großen Verdienſte des Verewigten um die ſeiner Leitung anvertraute Schule ſowie als hervorragende Charaktereigenſchaft die unerſchütterliche Pflichttreue hervor, die der Verſtorbene in ſeinem Berufe unentwegt bethätigte.

Lehrer und Schüler geleiteten unter zahlreicher Beteiligung der Bürgerſchaft den früh

*) Ehrhard Klonk, geb. am 6. März 1859 zu Herborn in Naſſau, beſuchte die dortige Realſchule und das Lehrerſeminar zu Dillenburg, und war dann in Niederhauſen und in Idſtein i. Taunus als Lehrer ange⸗ ſtellt. Nachdem er von Oktober 188385 die Königl. Kunſtſchule zu Berlin beſucht und die Prüfung als Zeichen⸗ lehrer beſtanden hatte, beteiligte er ſich an einem Kurſus der Kgl. Turnlehrerbildungsanſtalt zu Berlin. Im Oktober 1886 wurde er an der gehobenen Stadtſchule zu Rügenwalde in Pommern als Zeichenlehrer angeſtellt und von dort am 1. September 1888 an das Real⸗Progymnaſium zu Lübben in der Provinz Brandenburg als Zeichen⸗ und Turnlehrer berufen. Am 1. April 1894 erfolgte ſeine Anſtellung am Kgl. Gymnaſium zu Rinteln.

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