welchen die Aufſicht über auswärtige Schüler, anvertraut iſt, und die Organe der Gemeindever⸗ waltung, durchdrungen von der Überzeugung, daß es ſich um die ſittliche Geſundheit der heran⸗ wachſenden Generation handelt, die Schule in ihren Bemühungen rückhaltslos unterſtützen. Noch ungleich größer iſt der moraliſche Einfluß, welchen vornehmlich in kleinen und mittleren Städten die Organe der Gemeinde auf die Zucht und gute Sitte der Schüler an den höheren Schulen zu üben vermögen. Wenn die ſtädtiſchen Behörden ihre Indignation über zuchtloſes Treiben der Jugend mit Entſchiedenheit zum Ausdrucke und zur Geltung bringen, und wenn dieſelben und andere um das Wohl der Jugend beſorgte Bürger ſich entſchließen, ohne durch Denunziation Beſtrafung herbeizuführen, durch warnende Mittheilung das Lehrerkollegium zu unterſtützen, ſo iſt jedenfalls an Schulorten von mäßigem Umfange mit Sicherheit zu erwarten, daß das Leben der Schüler außerhalb der Schule nicht dauernd in Zuchtloſigkeit verfallen kann.
Rinteln im März 1893.
Der Königliche Gymnaſial⸗Direktor: Dr. Büsgen.
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