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Sekunda 2. Ordinarius Oberlehrer Dr. Steiger. Religionslehre: 2 St. w.— Bibelleſen behufs Ergänzung der Kenntnis vom Reiche Gottes im Alten Teſtamente. Die meſſianiſchen Weisſagungen und ihre Erfüllung im Neuen Teſtamente. Wiederholung von Katechismus, Sprüchen, Liedern und Pſalmen.(Schwarz).
Deutſch: 3 St. w.— Anleitung zur Aufſatzbildung, Dispoſitionsübungen. Lektüre: Schillers Glocke, Wilhelm Tell und Jungfrau von Orleans.— Minna von Barnhelm.— Hermann
und Dorothea.— Auswendiglernen von Dichterſtellen und Verſuche im Vortrag kleiner eigener Ausarbeitungen.
Themata der deutſchen Aufſätze:
1. a) Beſchreibung eines Glockenguſſes. b) Welche Gründe erklären den langſamen Vormarſch des Kyros? 2) Mit welchem Rechte nennt Livius den puniſchen Krieg den denkwürdigſten aller Kriege des Altertums? 3. a) Baumgarten erzählt dem Stauffacher ſeine Erlebniſſe. b) Wie be⸗ gründen die Eidgenoſſen in der Rütliſcene die Rechtmäßigkeit ihrer Handlungsweiſe? c) Der Frei herr von Attinghauſen. 4. a) Die Belagerung von Sagunt nach Livius XXI. b) Die Vorfabel zu Leſſings Minna von Barnhelm. 5) Beſchreibung einer Feuersbrunſt(Klaſſenaufſatz). 6. a)„Ans Vaterland, ans teure, ſchließ dich an, das halte feſt mit deinem ganzen Herzen!“ b) Charakteriſtik v. Tellheims. 7. a) Ferro nocentius aurum. b) Warum erweckt der Übergang Hannibals über die Alpen unſere Bewunderung? 8.„Die Elemente haſſen das Gebild' der Menſchenhand.“ (Prüfungsaufſatz). 9. a) Wie unterſcheidet ſich die Darſtellung der Feuersbrunſt in Goethes„Hermann und Dorothea“(Geſ. II.) von der Darſtellung desſelben Gegenſtandes in Schillers„Glocke.“? b) Wie kam es, daß ſich die Trojaner von Sinon täuſchen ließen? c) Was erfahren wir aus dem 1. Geſange der Odyſſee über Odyſſeus und ſeine Familie? 10. Aus Goethes„Hermann und Dorothea“: a) Welchen Einfluß hat der Pfarrer auf den Gang der Handlung? b) Was hat Dorothea erlebt, ehe ſie Hermann kennen lernt? c) Charakteriſtik Hermanns.(Haeſecke).
Lateiniſch: 7 St. w.— Verg. Aen. I-—IV, Überſicht des Inhalts und Lektüre aus⸗ gewählter Stellen. Auswendig gelernt wurden die im Kanon vorgeſchriebenen Stellen. Liv. XXI mit Auswahl. Cic. in Cat. I und de imp. Cn. Pompei.— Grammatik§ 234— 342. Wieder⸗ holungen aus den früheren Penſen. Stiliſtiſche Belehrungen. Mündliches Überſetzen aus Oſtermann und Klaucke. Domeſtica und Extemporalien im Anſchluß an das Geleſene, Überſetzungen ins Deutſche; jede Woche eine Arbeit.(Steiger).
Griechiſch: 6 St. w.— Xen. Anab. II; III mit Auswahl. Hell. III. Homer Od. I und IX mit Auswahl, geeignete Stellen wurden auswendig gelernt.— Die Syntax des Nomens, ſowie die notwendigſten Hauptregeln der Tempus⸗ und Moduslehre; Wiederholung der Formenlehre. Schriftliche Überſetzungen, abwechſelnd alle 14 Tage ein Extemporale oder ein Exercitium im An⸗ ſchluſſe an die Lektüre; mündliche Überſetzungen aus Böhme.(Von Juni bis Januar Boſſe, ſonſt Miedzychodzki.)
Franzöſiſch: 3 St. w.— Lektüre aus Plötz' Chreſtomathie und Sprechübungen im Anſchluſſe an das Geleſene. Plötz' Schulgrammatik Lektion 50— 57 und 68—78, Wiederholung der Fürwörter nach der Elementargrammatik. Schriftliche Übungen.(Manns).
Geſchichte und Geographie: 3 St. w.— Deutſche Geſchichte von 1740 bis 1888. — Die außereuropäiſchen Erdteile.(Steiger).


