Jahrgang 
1889
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Oberlehrers Dr. Schmidt trat mit Beginn des neuen Schuljahres der Oberlehrer Dr. Karl Steiger,*) bisher am Kgl. Realgymnaſium zu Wiesbaden. Für Dr. Euler trat kein Erſatz ein, weil höherer Anordnung zufolge die beiden Abteilungen der Prima beim Unterricht vereinigt wurden und ſo die Geſamtzahl der zu erteilenden Lehrſtunden ſich verringerte. Der mit 1. April in Kraft tretende neue Etat brachte der Anſtalt eine neue ordentliche Lehrerſtelle, die 9te, und zwar beſtimmte der Herr Miniſter, daß die 4 erſten Oberlehrerſtellen ſein ſollten. Infolge deſſen wurde der Inhaber der 4ten Stelle, Gymnaſiallehrer Berlit, zum Oberlehrer ernannt.

Die Kandidaten Boſſe, Mosheim und Dr. Suchier blieben auch weiter zu unent⸗ geltlicher Beſchäftigung an der Anſtalt(ſ. Progr. v. 1888, S. 32).

Der Gymaſiallehrer Dr. Haeſecke war vom Kgl. Provinzial⸗Schulkollegium zum Ge⸗ brauche einer Brunnenkur für die letzte Woche vor den Oſterferien und die beiden erſten Wochen nach denſelben beurlaubt worden. Vertreten wurde er durch die Kandidaten Boſſe, Mosheim und Dr. Suchier.

Im Mai wurde wieder das Waſſer aus dem Gymnaſialbrunnen zur Unterſuchung an die landwirtſchaftliche Verſuchsſtelle zu Marburg geſchickt.(S. Progr. v. 1887, S. 15.) Die Unterſuchung ergab, daß das Waſſernicht verunreinigt und geeignet zum Gebrauche als Trink⸗ waſſer ſei.

Am 12. Juni machten alle Klaſſen unter Führung ihrer Lehrer Turnfahrten nach dem Steinhuder Meer und nach verſchiedenen Punkten der Lippiſchen und Weſerberge.

Am 30. Juni, dem letzten Tage vor den Sommerferien, wurde die Gedächtnißfeier für weiland Seine Majeſtät den Hochſeligen Kaiſer und König Friedrich mit Geſang, Bibellektion und einer Anſprache des Direktors begangen.

Die Sommerferien dauerten vom 1. bis 28. Juli.

Mit dem 1. Juli rückten die Gymnaſiallehrer Dr. Haeſecke, von Kamptz und Dr. Danysz in die bezw. 1., 2. und 3. ordentliche Lehrerſtelle auf; die Hülfslehrer Schöbe und Dr. Pulch wurden zu ordentlichen Gymnaſiallehrern ernannt und erhielten die 4., bezw. 5. ordentliche Lehrerſtelle.

Am 1. Auguſt fand die Vereidigung aller Lehrer ſowie des Pedellen der Anſtalt durch den Direktor ſtatt; dieſelben leiſteten Seiner Majeſtät dem Kaiſer und König Wilhelm II. den Dienſteid nach der vorgeſchriebenen Formel.

Samstag den 1. September wurde das Sedanfeſt durch einen Schulaktus gefeiert, bei dem Hülfslehrer Deinet die Feſtrede hielt..

*) Karl Steiger, geboren 7 Limburg a. d. Lahn am 21. Januar 1847, beſuchte von 18571865 das Gymnaſtum zu Weilburg, ſtudierte bis 1868 hauptſächlich klaſſiſche Philologie zu München, Bonn und Berlin und beſtand 1869 das Pamen pro fac. doc. zu Bonn. Darauf leiſtete er 1869 1870 das Probejahr am Ge⸗ lehrten⸗Gymnaſium zu Wiesbaden ab, gleichzeitig ſeiner Militärpflicht im Heſſ. Füſ.⸗Rgmt. o 80 genügend. Mit letzterem nahm er am Feldzuge 187071 teil, wurde nach Beendigung desſelben als Hülfslehrer an das Gym⸗ naſium zu Hersfeld berufen, 1873 zum ordentlichen Lehrer ernannt, von der philoſophiſchen Fakultät der Univerſität zu Leipzig zum Doktor promoviert, Oſtern 1878 an dem Realgymnaſium zu Wiesbaden angeſtellt, im Herbſt des⸗ ſelben Jahres zum Oberlehrer befördert und Oſtern 1888 an das Gomnaffum zu Rinteln verſetzt.