Jahrgang 
1884
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Erfolge der neuen Einrichtung machen ſich ſchon jetzt in pädagogiſcher und didaktiſcher Hinſicht aufs erfreulichſte bemerkbar.

Mittwoch den 31. Oktober wurden die Lektionen um 10 Uhr geſchloſſen. Darauf ver⸗ ſammelten ſich die Lehrer und Schüler der⸗Anſtalt in der Aula, um in der ſeit mehreren Jahren üblichen Weiſe durch Bibellektion, Gebet, Geſang und eine Anſprache des Direktors die Doppel⸗ feier des Reformationsfeſtes und des 67. Stiftungstages unſeres Gymnaſiums zu begehen. Sonntag den 4. November folgte dem Herkommen gemäß die gemeinſame Feier des hl. Abend⸗ mahls durch die evangeliſchen Lehrer und Schüler der Anſtalt und zwar diesmal in der refor⸗ mierten Kirche.

Sonnabend den 10. November beging das Gymnaſium mit der ganzen evangeliſchen Chriſtenheit den Gedenktag des 400jährigen Geburtstages des Reformators Dr. Martin Luther, und zwar durch einen Feſtaktus in der mit einem Bildnis Luthers geſchmückten Aula. Nachdem der Direktor eine liturgiſche Andacht abgehalten hatte, folgten auf den Feſttag bezügliche Geſänge des Chors und Deklamationen der Schüler. Der Gymnaſiallehrer Pfr. Hüpeden hielt die Feſtrede, in welcher er ein Bild von Luthers Leben und Wirken entwarf. Am Schluß der Schulfeier wurde jedem Schüler zur dauernden Erinnerung an den hohen Feſttag eine Lutherſchrift überreicht. Für die Schüler der Prima war zu dieſem Zweck das BuchE. Frommel, Bilder aus Dr. Martin Luthers Leben, für die aller übrigen KlaſſenJ. Diſſelhoff, Jubelbüchlein zu Dr. Martin Luthers 400 jährigem Geburtstag gewählt worden. Außerdem konnte noch in jeder Klaſſe einem braven Schüler, der ſich durch Fleiß und Betragen einer ſolchen Auszeichnung würdig gemacht hatte, ein Exemplar der Feſtnummer der Leipziger Illuſtrirten Zeitung mit den zahlreichen großen Holz⸗ ſchnitten zum Geſchenk gegeben werden. Die Mittel zu dieſer umfaſſenden Prämienverteilung waren dem Direktor durch die Freigebigkeit einiger Väter von Schülern bereitwilligſt zu gebote geſtellt worden. Für die dem Gymnaſium hierdurch bewieſene freundliche Geſinnung ſtattet der Direktor den gütigen Gebern hierdurch im Namen der Anſtalt den verbindlichſten Dank ab. Am Nachmittag beteiligten ſich die evangeliſchen Lehrer und Schüler an dem von den Behörden und der geſamten Bürgerſchaft veranſtalteten Feſtzug durch die ſchön geſchmückte Stadt, welcher auf dem Marktplatz mit einer Anſprache des lutheriſchen Geiſtlichen Pfarrers Bicker und dem gemeinſamen Geſange des LutherliedesEin feſte Burg iſt unſer Gott ſein Ende fand.

In den Tagen vom 4. bis zum 8. December fertigten die Oberprimaner zumzweiten Mal in dieſem Schuljahr ſog. Tentamen⸗Arbeiten unter Aufſicht ihrer Lehrer an. 3

Die vierzehntägigen Weihnachtsferien dauerten vom 22. December 1883 bis zum 5. Januar 1884. Am Abend des 21. December wurde in der mit einem Weihnachts⸗Transparent und zwei brennenden Chriſtbäumen geſchmückten Aula durch den Direktor eine liturgiſche Weih⸗ nachts⸗Andacht abgehalten..

Ganz unerwartet erfuhr während der Weihnachtsferien das Lehrerkollegium eine ſehr uner⸗ wünſchte Veränderung, indem der ſeit Michaelis mit Verſehung von Unterricht beauftragte Probe⸗ kandidat Traeger das pädagogiſche Probejahr unterbrach und eine Lehrerſtelle an dem Progymnaſium zu Genthin im Reg. Bezirk Magdeburg annahm. Durch Beſchluß Königl. Prov. Schulkollegiums