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16 Aſpiranten, von denen 3 auf Grund ihrer bisherigen Schulleiſtungen, ſowie der ſchriftlichen Prüfungsarbeiten von der mündlichen Prüfung dispenſiert waren, das Zeugnis der Reife zuerkannt.
Der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs wurde Mittwoch den 22. März Vormittags 10 Uhr in der feſtlich geſchmückten Aula durch einen Redeakt, ſowie durch Ge⸗ ſänge und Deklamationen der Schüler in ſolenner Weiſe gefeiert. Die Feſtrede über die perſönliche Einwirkung Sr. Majeſtät des Kaiſers Wilhelm auf die äußere und innere Politik hielt Gymnaſial⸗ lehrer Dr. Häſecke. Unmittelbar an dieſe Feier ſchloß ſich die Entlaſſung der 16 Abiturienten, von welchen Berkenbuſch in einer deutſchen Rede über die Grundlagen unſerer heutigen Bildung ſprach; die lateiniſche Valedictionsrede mußte leider wegen plötzlicher Erkrankung des betr. Abitu⸗ rienten ausfallen. Der Direktor richtete vor Austeilung der Reifezeugniſſe, an das von Kaiſer Wilhelm bei ſeiner Konfirmation niedergeſchriebene Glaubensbekenntnis anknüpfend, Worte der Er⸗ mahnung über die Pflicht der Dankbarkeit an die Abgehenden. Der Beſuch dieſer Schulfeierlich⸗
keit von Seiten der Eltern und Angehörigen der Schüler und von Freunden der Anſtalt war in
dieſem Jahre ein ganz beſonders zahlreicher.
Auch in dieſem Jahr trug der Gymnaſialchor, dem Wnnſch der beiden evangeliſchen Geiſtlichen unſerer Stadt entſprechend, bei den an den Mittwoch⸗Abenden der Paſſionszeit in der reformierten Kirche veranſtalteten Gottesdienſten unter der Leitung des Geſanglehrers Kapmeier liturgiſche Geſänge und Chöre vor. In der nämlichen Weiſe wirkten unſere Sänger bei dem am 10. Auguſt in der lutheriſchen Kirche abgehaltenen Miſſionsfeſt der beiden evangeliſchen Gemeinden unſerer Stadt mit.
Durch Beſchluß Kön. Prov. Schulkoll. zu Caſſel vom 17. Febr. d. J. war, nachdem das Waſſer des Gymnaſialbrunnens in den letzten 3 Jahren ſchon dreimal unterſucht und der Brunnen gründlich gereinigt und neu aufgemauert und cementiert war, eine weitere Analyſe des betr. Brunnenwaſſers, ſowie eines oder zweier öffentlichen Brunnen bei der landwirtſchaftlichen Verſuchsſtelle zu Marburg angeordnet worden. Nach Rückſprache mit Herrn Bürgermeiſter Reher⸗ mann wurden hierzu die ſtädtiſchen Pumpen in der Kahlergaſſe, ſowie vor der„Stadt Caſſel“ be⸗ ſtimmt. Das unter dem 12. März mitgeteilte und für die Bewohner unſerer Stadt nicht unwichtige Endergebnis dieſer Unterſuchung lautete folgendermaßen:„Das Waſſer aus dem Brunnen des Königl. Gymnaſiums kann als gutes Trinkwaſſer bezeichnet und unbedenklich als ſolches verwendet werden.— Auch das von der Kahlergaſſe gibt keinen Anlaß zu einem Bedenken.— Das Waſſer aus der Pumpe vor der„Stadt Caſſel“ iſt zwar durchaus nicht als rein und gut zu bezeichnen, i*ſt aber in ſeinem jetzigen Zuſtande immerhin genießbar; vermutlich iſt das Waſſer durch Reinigen des Brunnens, reſp. Beſeitigung der fehlerhaften Röhren zu verbeſſern.
Der erkrankte und ſeit dem 7. November v. J. für den Winter beurlaubte Profeſſor Dr. Stacke ſah ſich bei der Fortdauer ſeines leidenden Zuſtandes am 22. December v. J. genötigt, um ſeine Verſetzung in den Ruheſtand zu bitten, welche ihm denn auch durch Erlaß des Hrn. Miniſters der geiſtl. ꝛc. Angelegh. vom 31. Januar für den 1. Juni d. J. gewährt wurde. Die Anſtalt verliert in Profeſſor Stacke einen durch ſeine langjährige gewiſſenhafte Amtsführung um


