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Springen, ſowie endlich der von den Quintanern und Sextanern aufgeführte Reigen fanden allge⸗ meinen Beifall. Der Direktor ſchloß dies Schauturnen mit einer Anſprache an die Schüler und einem Hoch auf Seine Majeſtät.
Am 21. September wurde unter dem Vorſitz des Herrn Provinzial⸗Schulrats Dr. Rum⸗ pel aus Caſſel die mündliche Maturitätsprüfung abgehalten, in welcher die vier Aſpiranten ſämt⸗ lich das Zeugnis der Reife erlangten.
Sonnabend den 24. September wurden die Lektionen des Sommerſemeſters geſchloſſen und die vier Abiturienten durch eine Rede des Direktors entlaſſen. An demſelben Tage beendigte der Elementarlehrer Paul Freſe, welcher zwei Jahre lang das Ordinariat der Sexta geführt und die Stelle eines techniſchen Lehrers auftragsweiſe verſehen hatte, ſeine Thätigkeit am hieſigen Gym⸗ naſium. Nachdem der Direktor ihn mit einigen Worten des Dankes vor verſammelten Schülern aus dem Verbande der Anſtalt entlaſſen hatte, verabſchiedete ſich Herr Freſe, welcher eine Hilfs⸗ lehrerſtelle an der Kön. Turnlehrerbildungsanſtalt zu Berlin übernommen hat, von ſeinen bisherigen Kollegen und Schülern.
Die zweiwöchentlichen Herbſtferien wurden, nachdem ſchon während des vorausgegange⸗ nen Vierteljahres die frühere Bedeckung des Gymnaſialgebäudes durch ein neues Schieferdach erſetzt worden war, dazu benutzt, um alle Klaſſenzimmer mit Doppelfenſtern und Lambris zu verſehen. Desgleichen war ſchon im Laufe des Quartals die bisherige Centralheizung, in welche bei den Hochfluten des Vorjahres(S. Progr. v. 1881 S. 131) das Grundwaſſer eingedrungen war, herausgebrochen wor⸗ den und wurde nunmehr durch eine von der Firma J. H. Reinhardt in Würzburg nach neuerem, verbeſſerten Syſtem in genügender Höhe über dem höchſten Stand des Waſſers angelegte Luftheiz⸗ vorrichtung erſetzt. Auch dieſe langdauernden und koſtſpieligen Arbeiten brachten natürlich mancherlei Unruhe und Störung mit ſich.
Am 5. Oktober fand in der Aula des Gymnaſiums mit Genehmigung Kön. Prov. Schul⸗ kollegs die Hauptverſammlung des Heſſiſchen Lehrervereins ſtatt.
Da am 10. Oktober die Arbeiten an der neuen Centralheizung noch nicht beendigt waren, ſo mußte die Eröffnung des Winterſemeſters auf den 13. hinausgeſchoben werden. Aber auch an dieſem Tage konnten in Folge eines am 12. Oktober eingetretenen ſchweren Trauerfalls in der Familie des Direktors die Lektionen noch nicht begonnen werden. So wurde denn das Winterſemeſter erſt am 15. Oktober in herkömmlicher Weiſe durch Geſang und Gebet eröffnet. Darauf vollzog der Direktor nach Verleſung und Erläuterung der Schulgeſetze die Verpflichtung und Aufnahme von zehn neuen Schülern und ſtellte den neu eintretenden techniſchen und Elemen⸗ tarlehrer Karl Schmidt*) aus Pölitz der verſammelten Schule vor. Die Hoffnung, daß nun⸗
*) Karl Schmidt, geboren am 19. Januar 1846 zu Pölitz bei Stettin, beſuchte die höhere ſtädtiſche Schule und von Oſtern 1864 bis 1867 das Lehrer⸗Seminar daſelbſt. Von Oſtern 1868 bis Michaelis 1871 auf der Gewerbe⸗ und Kunſt⸗Akademie zu Berlin vorgebildet, beſtand er hierauf zunächſt die Prüfung als Zeichenlehrer für Gymnaſien und Realſchulen und ſpäter als Gewerbeſchullehrer im Zeichnen und Modellieren. Während dieſer Zeit abſolvierte er auch die Central⸗Turnanſtalt, legte die Prüfung als Turnlehrer ab und verwaltete ſodann ½ Jahr lang die Stelle eines Hilfslehrers an genannter Anſtalt. Darauf war er 1 Jahr an der Realſchule in Eſchwege, 4 Jahre am Königlichen Gymnaſium zu Neuſtettin, 4 ½ Jahr an der Gewerbeſchule zu Halberſtadt, end⸗ lich ½ Jahr am Gymnaſium zu Friedeberg i/Nm. als techniſcher Lehrer thätig. Am 19. Auguſt 1881 wurde er vom K. Pr. Schulkollegium zu Caſſel als techniſcher und Elementarlehrer an das hieſige Königliche Gymnaſium berufen und trat dieſe Stellung zu Michaelis vergangenen Jahres an..


