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dich nicht befahren, noch deßwegen bekümmern; ſie befahrten ſich Ihrer Königl. Majeſtät Ungnade; die Stadt mußte ſich einer harten Belagerung befahren. Im Imperfectum: befahrete. Dann war das bloße befahren vorherrſchend; heute iſt auch dieſes nur wenig im Gebrauch.
20) Da ritt in ſeines Zornes Wuth: eine Ausdrucksweiſe, die Schiller beſonders liebt nicht nur in Beziehung auf die Stellung, ſondern auch durch ihre Wirkung bedeutſam. Beiſpiele ſind: Tapfrer, deines Ruhmes Schimmer— Lebt ihm ſeines Namens Ehre— Suchend durch der Erde Flur— Des Samens goldnes Korn— Setzet ſelbſt der Gränze Stein— Baut ſich keiner Brücke Steg— Keines Windes leiſes Weben— Wenn er ſich Preis gab in des Sturmes Wehn ꝛc.
21) Muß ſelbſt das Eiſen ſich erweichen: man achte auf den poetiſchen Ausdruck; vergl. Anm. 5.
22) Bedeutet ſie: ein volksthümlicher Ausdruck für anweiſen, belehren.
23) Des freut ſich das entmenſchte Paar. Im Altdeutſchen kömmt häufig der Genitiv des De⸗ monſtrativs thes(des) und auch der Genitiv des Interrogativs wes, erſterer in der Bedeutung daher, darum, und letzterer in der Bedeutung woher, warum vor; was man alſo gern als poetiſche Form hinſtellt, das iſt zunächſt blos alterthümlich.
24) Und ſchicken ſich mit Mordverlangen, das Todesopfer zu empfangen. So iſt zu interpungiren. Sie ſchicken ſich, d. h. ſie rüſten ſich.
25) Der Herr begehret dein: wiederum eine alterthümliche Form. Von den altdeutſchen Kaſus der Perſonalpronomen hat ſich der Genitiv mein, dein, ſein erhalten z. B. in gedenke mein, vergiß mein nicht, und in einigen anderen Wendungen.
26) Der Herr, der ſpricht zu Fridolin: eine echt volksthümliche Wendung, ebenſo wie nachher dorten.
27)„Dem lieben Gotte weich nicht aus, findſt du ihn auf dem Weg!“ ein Selbſtgeſpräch oder eine Betrachtung, die Fridolin bei ſich anſtellt; aus dieſen Worten geht hervor, daß Fridolin dem Auftrage des Grafen gemäß erſt den Gang nach dem Eiſenhammer zurücklegen und dann auf dem Rückweg die Meſſe hören wollte. Aber da ihm ſchon auf dem Hinwege das Geläute der Glocken entgegentönt, ſo ſpricht er dieſe Worte für ſich gleichſam als Rechtfertigung wegen der Verſäumniß ſeiner Pflicht und als Antwort auf den mahnenden Ruf der Glocken.
28) Denn um die Ernte wars, und heiß im Felde glüht der Schnitter Fleiß. Der Fleiß glüht: Schiller liebt dieſe Metapher; in Str. 73 der freien Ueberſetzung des IV. Buchs der Aeneide heißt es:
Er fliegt zum Strand, wo der geſchäft'ge Fleiß Der Seinen brennt, die Schiffe flott zu machen. Str. 74: So, wenn geſchäftiger Ameiſen Schaaren, Dem kargen Winter Nahrung aufzuſparen, Den Weizenberg zu plündern glühn.
Verg. Georg. IV, 169 fervet opus: in einem Gleichniß von den Bienen; opere omnis semita fervet Verg. Aen. IV, 407 in einem Gleichniß von den Ameiſen ckf. v. 409.
Uebrigens iſt die Metapher im Lat. fervere weit bezeichnender und ſchöner: fervere ſiedend heiß ſein, ſieden, vorzüglich von flüſſigen oder flüſſig werdenden Stoffen, inſofern ſie erhitzt oder gährend ein Ziſchen oder Brauſen hören laſſen und in ſtarker Bewegung ſind.
29) Das ſpricht er, iſt kein Aufenthalt: Aufenthalt hat zwei Bedeutungen, 1) der Ort, die Stätte, wo einer wohnt, ſich aufhält(in welcher Bedeutung man im gewohnlichen Leben fälſchlich pleonaſtiſch Aufenthaltsort ſagt). 2) Verzögerung, mora, Aufenthalt z. B. das verurſacht neuen Aufenthalt.
30) Stola und Cingulum. Stola das Stück Seide oder Goldſtoff, welches der Prieſter kreuz⸗ weis über die Schultern haͤngt; Eingulgm die Schnur, womit der Prieſter das weite Gewand aufgürtet.
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