Jahrgang 
1927
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IV./ Zur Seſchichte der Anſtalt

Das Schuljahr begann am 19. April 1926.

Die Klaſſenſtärke der Quarten und Untertertien hatte ſo ſehr abgenommen, daß ſie zu je einer Klaſſe vereinigt wurden. Dagegen wurde die Obertertia in 2 Parallelklaſſen geteilt. Infolge davon ging eine Studienratsſtelle ein. Studienrat Heinrich Schott wurde mit Be⸗ ginn des Schuljahres an die Oberrealſchule zu Alsfeld verſetzt. Seit dem 23. Januar 1919 war er an unſerer Anſtalt tätig. Sein lebhaftes, freundliches Weſen haben ihm die Huneigung der Schüler erworben. Bei den Kollegen war er wohl gelitten. Unſere beſten Wünſche be⸗ gleiten ihn an die Stätte ſeines neuen Wirkens.

Gleichzeitig wurde die Schulverwalterin Amalie Stillbauer mit der Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Bingen beauftragt. Seit dem 5. Dezember 1923 hat ſie an der Schule gewirkt. Sie iſt ihren Obliegenheiten ſtets mit Eifer und Gewiſſenhaftigkeit nachgekommen. Möge ihr auch in ihrem neuen Wirkungskreis Erfolg beſchieden ſein. An ihre Stelle trat Studienaſſeſſor Dr. Elsbeth Schweisgut, ſeither an der Viktoriaſchule zu Darmſtadt.

Am 1. Juli wurde Schulverwalter heinrich Sevin abberufen und mit der Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Arheiligen beauftragt. In der kurzen Zeit, die er an der Anſtalt tätig war ſeit 9. Mai 1925 hat er es verſtanden, ſich mit viel Ge⸗ ſchick in die nicht leichte Stelle eines Zeichen⸗ und Geſanglehrers einzuarbeiten. Wir wünſchen ihm für ſeine fernere Taufbahn den beſten Erfolg. Die freigewordene Reallehrerſtelle wurde dem ſeitherigen Lehrer Wilhelm Fritſch an der Volksſchule zu Schlierbach zunächſt kommiſ⸗ ſariſch übertragen. Am 1. Oktober 1926 erfolgte die endgültige Ubertragung.

Am 17. Dezember ſtarb der ehemalige katholiſche Religionslehrer unſerer Anſtalt, herr Pfarrer Johann Georg Landvogt. Seit dem 1. Juli 1894 hat hHerr Pfarrer Landvogt an der Schule gewirkt. Er iſt unſeren katholiſchen Schülern ein trefflicher Lehrer und treuer Seelſorger geweſen, dem es immer am herzen gelegen, in den jugendlichen Seelen religiöſes Leben und ſittliches Wollen zu erwecken. Seine Kollegen haben dem gütigen, aufrechten Mann immer aufrichtige Verehrung entgegengebracht. In den letzten Jahren wurde er von einem ſchweren Gehörleiden befallen, das ihn nötigte, mit Beginn des Schuljahres 1925 das Amt des katholiſchen Religionslehrers unſerer Schule aufzugeben. Am 21. Dezember fand die feierliche Beiſetzung in der Bartholomäuskirche ſtatt, deren Pfarrer er ſo lange Jahre ge⸗ weſen war. Das geſamte Lehrerkollegium und die katholiſchen Schüler wohnten der Trauer⸗ feier bei. Möge der Verſtorbene in Frieden ruhen!