Jahrgang 
1913
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4. Der häusliche Leſeſtoff.

Wir bitten die Eltern, den Leſeſtoff ihrer Kinder zu überwachen. Zugleich bemerken wir, daß die Schule dem Leſebedürfnis ihrer Zöglinge durch eine ſorgfältig ausgewählte Schülerbücherei, die jedem Geſchmacke Rechnung trägt, entgegenkommt, Verzeichniſſe emp⸗ fehlenswerter Bücher gerne zur Verfügung ſtellt, und daß die Lehrer bei Anſchaffungen auf Wunſch Rat erteilen. Vor Weihnachten hatten wir deshalb jedem unſerer Schüler ein Stück des Verzeichniſſes einer Auswahl empfehlenswerter Jugendſchriften ausge⸗ händigt, das von einem Ausſchuſſe der Darmſtädter Lehrerſchaft und des Vereins für Verbreitung von Volksbildung zuſammengeſtellt worden war. Zu Beginn des Erinnerungsjahres 1913 übergaben wir jedem Schüler ein Stück des deutſchen Schüler⸗ Kalenders, der ein Verzeichnis der ſtolzen Gedenktage des Jahres 1813 und ein Ver⸗ zeichnis guter Jugendſchriften aus dem Mainzer Verlage von Joſeph Scholz enthält.

5. Geſundheitliche Winke.

Die Lehrer der Anſtalt ſind beſtrebt, geſundheitsſchädliche Einflüſſe während des Unterrichtes von den Schülern fernzuhalten. Wir haben aber die Überzeugung gewonnen, daß von vielen Eltern bei den Arbeiten zu Hauſe der Pflege der Augen, der Haltung beim Schreiben und Leſen u. ſ. f. nur geringe Aufmerkſamkeit geſchenkt wird. Wir bitten, die auf den Innenſeiten der Heftendeckel gedruckten Geſundheitsregeln zu beachten. Ferner machen wir aufmerkſam auf L. Burgerſtein, Zur häuslichen Geſundheitspflege der Schuljugend, ſowie auf die Geſundheitsregeln für Schüler und Schülerinnen aller Lehr⸗ anſtalten von demſelben Verfaſſer. Preis je 10 Pfg. Da es wiſſenſchaftlich erwieſen iſt, daß das Rauchen und der Genuß geiſtiger Getränke für das Jugendalter bis zur Erlangung der voollen körperlichen Reife in beſonderem Grade nachteilig und gefährlich wirken und eine ernſte Erſchwerung jeder unterrichtlichen und erzieheriſchen Tätigkeit bedeuten, ſo bitten wir das Elternhaus, auch in dieſer Hinſicht die Arbeit der Schule zu unterſtützen.

6. Schule und Haus.

Da nur durch enges Einvernehmen der Schule mit dem Hauſe Erfolge auf dem Gebiete des Unterrichts und der Erziehung erreicht werden können, ſo bitten wir die An⸗ gehörigen unſerer Schüler, in allen Fällen, in denen ihnen eine Auskunft oder ein Rat erwünſcht ſcheint, ſich vertrauensvoll mit dem Fachlehrer, dem Klaſſenlehrer oder dem Unterzeichneten in Verbindung zu ſetzen. Wir empfehlen ihnen, darauf zu achten, daß die Kinder ihre Zeit verſtändig einteilen und die Arbeiten in ſauberer Schrift an⸗ fertigen. Nützlich dürfte es ſein, wenn die Eltern von den Klaſſenarbeiten, die, wie ihnen zu Anfang eines jeden Halbjahres bekannt gegeben wird, an beſtimmten Tagen ge⸗ ſchrieben und zurückgegeben werden, regelmäßig Einſicht nehmen. Bemerken ſie einen er⸗ heblichen Rückſchritt in den Leiſtungen, oder erhalten ſie von der Schule eine Mitteilung über irgend welche Mängel, ſo erſuchen wir um Rückſprache, die wir ſtets freudig begrüßen. Indeſſen müſſen wir erwarten, daß die Eltern im Laufe des Schuljahres, ſolange nötigen⸗ falls noch Abhilfe geſchaffen werden kann, nicht jedoch erſt zur Zeit der Verſetzung ſich an uns wenden. Wünſchen ſie Auskunft über Betragen und Leiſtungen in den ver⸗ ſchiedenen Fächern, ſo iſt es gut, wenn der Beſuch vorher angezeigt wird.

Der Direktor iſt an den Schultagen von 1112 Uhr auf ſeinem Amtszimmer zu ſprechen.

Großherzogliche Direktion der Realſchule. K. Henſing.