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zurückkam, dann am 12. September Oberlehrer Dr. Münch, der am 30. Oktober wieder entlassen wurde. Am 16. November trat Professor Dr. Volckmar aufs neue in das Heer ein, und am 3. Januar wurde Professor Reinig einberufen, so dass gegenwärtig 7 Lehrer Heeresdienste leisten. Oberlehrer Dr. Münch wurde vom 9. bis 30. Oktober durch Assessor Linke vertreten; für Professor Reinig konnte dadurch Ersatz geschaffen werden, dass die Reifeprüfung schon im Januar stattfand und somit die bis dahin in der Oberprima beschäftigten Lehrkräfte frei wurden.
Einen schmerzlichen Verlust erlitt unsere Anstalt durch den am 20. März erfolgten Tod unseres Schuldieners Pedell Georg Dieterich. Seit dem 1. April 1893 an unserer Anstalt tätig hat er seinen Dienst auch noch bis in die letzte Zeit, wo er durch voraus- gegangene Krankheitsanfälle schon recht hinfällig geworden war, in treuester Pflicht- erfüllung versehen, ja er hat auch über diese hinaus in Gesinnung und Tat stets regen Anteil an dem Gedeihen der Anstalt genommen.
Von unseren Schülern sind seit Beginn des Schuljahres 6 Oberprimaner, 3 Unter- primaner, 4 Obersekundaner und ein Untersekundaner in das Heer eingetreten. Der Unter- primaner Ferdinand Kämmerer aus Jögesheim wurde schwer verwundet und ist am 15. Januar 1917 in der Heimat seiner Verwundung erlegen. Seine Klasse gab dem durch Biederkeit und kerniges Wesen ausgezeichneten Kameraden das letzte Geleite.
Noch einen schweren Verlust haben wir zu beklagen: am 5. Februar starb inſolge eines Unglücksfalles der Sextaner Karl Mandel aus Mühlheim, ein braves, zu schönen Hoffnungen berechtigendes Kind. Auch ihm erwies seine Klasse, unter Leitung von Reallehrer Thierolf und Professor Zinsser, die letzte Ehre.
Auch in diesem Jahre beteiligten sich unsere Schüler in eifriger Weise an ver-— schiedenen Sammeltätigkeiten. Zweimal fand eine Sammlung von Zinn und Gummi statt; am 6. und 9. November wurden die Waldungen nach Bucheckern abgesucht. Ausserdem nahm die Goldmünzensammlung ihren Fartgang, allerdings, wie nicht anders zu erwarten war, in immer mehr sich verringerndem Grade. Goldgegenstände wurden zum Austausch gegen eiserne Ringe in grosser Zahl abgegeben an Assessor Salzmann, der sich besonders um diese Sache bemühte. Am Marine-Opfertag, 1. Oktober, half bei der Strassensammlung eine grosse Anzahl unserer Schüler, um das glänzende Ergebnis dieser Veranstaltung herbeizuführen. An der Haussammlung für die Grossherzog-Ernst-Ludwig-Spende am 24. und 25. Februar beteiligten sich sämtliche hiesige und einige auswärtige Schüler der 4 oberen Klassen; schon vorher war unter Leitung von Assessor Volz eine Sammlung unter den Lehrern und Schülern unserer Schule veranstaltet worden, die dieser Spende den Betrag von 500,25 Mk. zuführte.— Die Sammlung„Kriegspfennig“ ergab im ganzen 166.76 Mk.
Die Zeichnungen der Schüler auf die 5. Kriegsanleihe beliefen sich, auf 4922 Mk. Dass der Betrag bedeutend geringer war, als bei der 4. Kriegsanleihe, erklärt sich daraus, dass diesmal grundsätzlich nur kleinere Beträge(bis höchstens 80 Mk.) angenommen wurden.
Die Anstalt empfing vom Roten Kreuz die schöne Gaul'sche Gedenkmünze, wofür auch an dieser Stelle unser wärmster Dank ausgesprochen sei.
Bei der Volkszählung am 1. Dezember waren die Schüler unserer obersten Klassen als Zähler tätig.


